Die dargebotene Hand 143

Okay, ich bin müde, der Tag ist gelaufen, ich wohne allein und hätte das Bedürfnis mit jemandem zu sprechen. Ich wähle 143, das Telefon wird abgenommen, Sprache Berndeutsch, und sogleich wird mir erklärt, frau sei in einem Gespräch und habe keine Zeit, das Telefon wird beendet.

Soll ich für blöd verkauft werden? 143 ist eine schweizweite Nummer und jeder Anruf kann weitergeleitet werden, was angesicht des Personals in Bern dringend angezeigt ist. Ich habe einschlägige Erfahrungen.

Jetzt sitze ich wieder da und kann ja mit einer meiner weissen Wände kommunizieren oder hier. Da kann mich keineR abmurksen.

Mich beschäftigt, dass ich einen Versuch gestartet habe, mich zu wehren. Betrifft zwei ärztliche Fehlbehandlungen und das Altersheim, das in eine externe ärztliche Behandlung eingreifen wollte. Halb bin ich stolz, dass ich mich getraue und halb habe ich Bammel, das ich einmal mehr nicht zu meinem Recht komme.

Die Frage, wie ich zu einem Austausch mit Menschen komme, ein urmenschliches Bedürfnis, ist ungeklärt und entsprechend meiner Situation extrem schwierig zu lösen.

Nachtrag 18.55 Uhr: Ich habe nochmals die 143 versucht und bin in der Innerschweiz gelandet. Das Gespräch war sehr gut, hat mich getröstet, ich konnte sogar etwas weinen.