Neuropsychiater

Eigentlich erwarte ich von einer Arztkonsultation, dass der behandelnde Arzt hilft, anstehende Probleme zu lösen. Durch die langsame Reduktion eines sinnlosen Medikamentes, bin ich auf eine Art Enzug geraten. Der Teilschritt hätte für mich kleiner ausfallen sollen, was natürlich keiner vorhersagen konnte.

Akut gefährlich ist der schlechte Schlaf. Das Schlafmedikament, das ich seit über einem Jahrzehnt je nach Not einnehme, ist heute unbeliebt in der Ärzteschaft, sollte also durch ein anderes Präparat ersetzt werden.

Mein Neuropsychiater will mir heute schmackhaft machen, dass ich zusätzlich psychisch krank sei. Dumm gelaufen, ich bin intelligent, kenne die Diagnose, weiss, dass sie mit cerebralparetischem Verhalten oft verwechelt wird und bin deshalb völlig krankheitsuneinsichtig. Da ich von Psychiatrie schreibe, ist völlig klar, dass Uneinsichtigkeit per sei ein Krankheitssymptom ist.

Wenn ich den Neuropsychiater zwischen die Finger kriege, dann dusche ich den eiskalt ab. Ich habe eine riesengrosse Wut, weil ich allein gelassen auf Selbstmedikation zurückgreifen muss. Die nächste Stunde habe ich bei dem Arzt bereits abgesagt. Langjährige psychiatrische Erfahrung hat mich gelehrt, dass jede Widerrede meinerseits zwecklos ist.

Ich muss schlafen können, also werde ich eine Woche lang das Schlafmedikament regelmässig einnehmen und dann schaue ich wieder, ob mein Körper seinen Schlaf selbständig findet. Irgendwann schafft er das, das weiss ich mit Bestimmtheit aus langjähriger Erfahrung.

3 Gedanken zu „Neuropsychiater

  1. Guten Morgen, liebe wieort, Grünmonsterchen,

    Jetzt verwirrst Du mich ein wenig, ist das der Neuropsychiater, der Dir nach 8 Jahren falscher Medikation nun die richtigen Medis verschrieben hat und den Du so geschätzt hast? Wie kannst Du jetzt eine solche Wut haben? Bloß weil er meinte, Du seist auch psychisch krank? Was genau hat er Dir erklärt? Welche psychische Erkrankung?

    Weißt Du, er hat in erster Linie erkannt, daß es sich um eine neurologische Scbädigung handelt, nämlich die Cerebralparese, wie Du das jahrelang immer betont hast. Daß ein Mensch mit diesem Leiden auch in Depressionen fallen kann, liegt meines Erachtens auf der Hand. Als Folgeerkrankung, was wehrst Du Dich so dagegen? Psychische Erkrankungen sind sehr vielseitig und können jeden von uns treffen, auch Dich mit Cerebralparese. Ich würde mich nicht dagegen wehren, denn das ist eine Sekundär-Diagnose, gegen die man auch was machen kann. Das heißt ja nicht, daß Du nicht klar im Kopf bist!!!!

    Hoffentlich trifft Deine Wut jetzt nicht auch mich …

    Herzlichst,
    Hannelore

  2. Liebes Blaumonsterchen

    Es geht um einen neuen Fachmann, den ich nur einige Stunden kenne. Sein Auftrag war, dass er mich zusammen mit einem NEUROLOGEN behandelt. Natürlich hat er das nicht für nötig befunden, er denkt, dass sein psychiatrisches Fachwissen reiche.

    Wenn Medikamente reduziert werden, auch unter ärztlicher Anleitung, dann können Entzugserscheinungen auftreten und das ist psychiatrisches Grundwissen. Ich habe das eine Medi nach seiner Anleitung in relativ grossen Teilschritten reduziert. Das ist dreimal gut gegangen und beim viertenmal hat mein Körper reagiert und ich wusste nicht, wie ich ihm helfen konnte.

    Die Zusatzdiagnose, die er mir unterjubeln will, kann ich im Internet googeln, kenne sie eh schon in- und auswendig und hätte ich sie, würden alle Menschen weit wegrennen, wenn ich auftauche, was überhaupt nicht der Fall ist.

    Die Entzugserscheinungen flauen ab, heute Nacht habe ich mit einem Schlafmittel prima geschlafen.

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