Der Wald lichtet sich

Ich denke, dass ich von verschiedenster Seite ausgenutzt wurde, mir Unrecht geschah.

Thema für Thema kann ich jetzt abarbeiten:

Die Spitalombudsstelle hat mit mir telefoniert und ich habe mein Bedürfnis angemeldet, dass die beiden psychiatrischen Diagnose so neu zu formulieren sind, dass sie mit meinem Krankheitsbild übereinstimmen. Das wurde verstanden und scheint machbar.

Zur Erinnerung: Bei der ersten Zwangseinweisung in die Psychiatrie konnte ich kaum gehen. Um mich fortzubewegen musste ich rumkrabbeln wie ein Baby. Mir wurde kein Rollsthul angeboten, was eigentlich nur logisch und selbstverständlich gewesen wäre. Meine Rumkrabbelei wurde psychiatrisch interpretiert, Zitat aus dem Arztbericht „bizzares Verhalten“. Solch ein Arzt soll zurück ins Studium und sich klug machen über die Fortbewegunsarten von Menschen. Wenn er das gelernt hat, wird er erkennen können, wann das Pflegepersonal einen Rollstuhl holen muss. Die hat es nämlich in Hülle und Fülle auf dem Estrich seiner Abteilung. Später habe ich mit eigenen Augeen gesehen, dass Rollstühle eingesetzt wurden, wenn die PatientInnen aus welchen Gründen auch immer nicht gehen konnten.

Der zweite Psychiatriefall betrifft Übermedikation und ein bereits ausprobiertes Falschmedikament. Die Diagnose dieses Arztes führe ich mir schon gar nicht zu Gemüte. Ich hatte meine Medikamente nicht zur Verfügung und genau das hätte er korrigieren müssen. Stattdessen hat er einen Riesenrummel veranstaltet und wollte mir schmackhaft machen, wie irrwitzig ich spinne und wie drastisch die Massnahmen sein müssten, damit ich für meine Mitmenschen im entferntesten ertragbar sei. – Also ich glaube auch an den Sankt Nikolaus. Ich habe eine Hirnverletzung und die wurde ausführlich untersucht und ausgetestet, ich bin per Definitionem asozial und gut ist. Das gibt keinem Mediziner das Recht mich so mit Medikamenten vollzustopfen, dass ich für die kleinsten Aufgaben keinen Antrieb mehr haben kann: Körperpflege, Kochen, Einkaufen, zur eigenen Gesundheit schauen können, Hobbies pflegen können, das sind meiner Meinung nach Menschenrechte.

Ein anderer Fall betrifft meinen alten Versicherungsberater. Er wird nun zweifach von seinem Arbeitgeber zur Rechenschaft gezogen. Für einen Schadensfall, der mittlerweilen über 1 1/2 Jahr alt ist, bekomme ich den ganzen Schaden abzüglich Selbstbehalt ersetzt. Es gibt noch Wunder, die gibt es gar nicht. Mit der Umzugsfirma, die er empfohlen hat, muss er sich auch auseinandersetzen. Ich habe fast nur wertvolle Möbel, Teppiche, Lampen, Geschirr etc. Beim kleinen Eichentisch, ein Unikat von einen Ebenisten (= Fachausdruck für antiken Kunstschreiner), der mit alten Wekzeugen von Hand getischlert hat, ist das Tischblatt beschädigt. Es ist nicht eine Delle sondern ein Stück Holz ist herausgebrochen! Ich persönlich finde, dass ich diesen Tisch nicht täglich mit blutendem Herz anschauen muss, der gehört geflickt, allenfalls das Tischblatt ersetzt.

Der neue Versicherungsfachmann hilft mir selbstverständlich mit den Formularen. Dazu muss ich nicht jedesmal eineN SozialarbeiterIn aufbieten. Welche Erleichterung.

Exit habe ich wegen der Patientenverfügung schon angemailt. Die Frage da, ob es einen Berufstand „Vertrauensperson“ gibt. – Aber vielleicht reicht es, wenn ich engen Kontakt zu meinem bzw. meiner SozialarbeiterIn pflege.

Und den Beobachter (=CH Konsumentenzeitschrift) werde ich fragen, was eine Patientenverfügung taugt, ob die Vertrauenspersonen helfen müssen im Notfall oder ob eine Patientenverfügung ein „Nichts“ ist. Dann brauche ich nämlich keine, wenn sie eh nichts taugt.

 

Ein Gedanke zu „Der Wald lichtet sich

  1. Einen Beruf Vertrauensperson gibt es nicht, damit ist das Thema Patientenverfügung erledigt. Ich renne nicht durch die Gegend und suche jmd. und am Schluss ist der bzw. die so unzuverlässig, wie ich es erleben musste. Zur Erinnerung: Ich war in einer tiefen Depression, in meiner alten verwahrlosten Wohnung, die Verwahrlosung ist von der Polizei dokumentiert, ich war am Verhungern und Verdursten, monatelang.
    Ich wohne nicht in einem Drittweltland, sondern in der ach so reichen Schweiz.

    Bis heute ist ungeklärt, WER reagieren müssen hätte: Die Vertrauenspersonen auf meiner damaligen Spitalverfügung, die Spitex, die mehrmals wöchentlich vor Ort war, die involvierte Ärzteschaft? Ich habe dann reagiert und die Bombe platzen lassen, weil Verhungern und Verdursten bei vollem Bewusstsein grässliche Todesarten sind.

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