Neuropsychiater entlassen

Als langjährige Patientin weiss ich bis zum Überdruss, das ÄrztInnen inkompetent sein können, insbesondere im Fachgebiet Psychiatrie mit einer besonderen Vorliebe Fehldiagnosen stellen können, kurz das Leiden das eine Patientin hat, das genügt nicht, es muss künstlich vergrössert und vermehrt werden.

Mein neuster Fall: Der Neuropsychiater und ich waren uns einig, dass eines meiner Medikamente unnötig ist. Psychopharmaka sind hochwirksame Dinger und müssen in jedem Fall langsam und sorgfältig begleitet zurückgefahren und ausgeschlichen werden. Das betroffene Medikament kenne ich von früher und ich habe es schon einmal abgesetzt und ich erinnere mich gut, wie ich mit meiner Präzisionswaage ab irgendeinem Punkt die Dosis aufs Zehntelgramm abgewogen habe. An Komplikationen oder Entzugserscheinungen erinnere ich mich nicht.

Der Neuropsychiater hat empfohlen alle 14 Tage bis einen Monat das Medikament um 300mg zurückzufahren. Die ersten drei Schritte lang ging das flott und ohne Störungen und ich denke schon, Schwein gehabt, ich war früher zu ängstlich. Ich dachte, der Neuropsychiater ist der Fachmann.

Der 4. Schritt scheint tagelang gut über die Bühne zu gehen und dann kommt es von jetzt auf gleich zum Eklat und ich habe keinen blassen Schimmer, was ich tun soll, der Neuropsychiater ist entgegen seiner Aussage unerreichbar und schlussendlich habe ich im Citynotfall kompetente Hilfe bekommen.

Natürlich bin ich eine fiese Patientin, natürlich google ich solange im Internet den Namen meines Medikamentes bis ich auf einen ausführlichen Beipackzettel stosse. Dort steht, dass man sich für das Absetzen dieses Medikamentes 1 bis 2 Jahre Zeit nehmen soll. Aufgeteilt auf 5 Teilschritte kann jedeR selbst die Zeitinterwalle ausrechnen und von der Grösse der Medikamente her, hätte man sogar 10 Reduktionsschritte ins Auge fassen können oder eben noch mehr, wenn ich die Dosierung am Schluss selbst abwäge.

Mit dieser Information im Rücken habe ich den Neuropsychiater fristlos entlassen. Was zuviel ist, ist zuviel.

3 Gedanken zu „Neuropsychiater entlassen

  1. Liebes Grünmonsterchen,

    Welche Hilfe hast Du denn bekommen vom Citynotfall? Ist das was Dauerhaftes oder war es nur die Abhilfe des akuten Eklats?

    Die Frage stellt sich mir, weil ich darüber nachdenke, wie es mit Dir weitergehen soll.

    Liebe Grüße
    Eliane

  2. Liebes Blaumonsterchen

    Das war Akuthilfe im Citynotfall.

    Für Begleitung habe ich ein Mail an die Organisation Psychex geschrieben. Sie sind psychiatriekritisch, sprich ich bin nicht der einzige Mensch in der CH, der von dieser Art Schulmedizin gründlich die Nase voll hat.
    Ich für mich finde, dass ich das andere verschriebene Medikament brauche. Ich zweifle, ob ich mit dem genügend gegen meine tiefen Depressionen geschützt bin. Ich wünsche mir kompetente Medikamentenberatung und mag nicht mehr Versuchskanninchen spielen von wem auch immer.

  3. Psychex hat bereits geantwortet. Sie holen nur PatientInnenn aus der Zwangsbehandlung in der Psychiatrie. Anwälte, Gerichtstermine etc. Sie haben keine Anschriften für „andere“ Weiterbehandlung der PatientInnen. Aus meiner Sicht wäre das notwendig: Wenn ich aus der Zwangspsychiatrie rauswill und das will ich mit Bestimmtheit immer, heisst das nicht, dass ich völlig gesund und medikamentenlos leben kann und will.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s