Suizid

Suizid ist ein schwieriges Thema, leider heute aufgetaucht, und ich kann es sicher nicht allumfassend in einem Artikel abhandeln. Es ist ein zu grosses Thema.

  • Ich hasse es, wenn von Freitod gesprochen oder geschrieben wird. Suizid setzt meiner Meinung nach einen unaushaltbaren Leidensdruck voraus, gleich ob es sich um eine Affekt- bzw. Bilanzhandlung handelt.
  • Ich hasse es, wenn sogar in Fachliteratur und von Fachpersonen der Egoismus der Person betont wird, die Suizid begangen hat. – Wer nie unaushaltbarem Leiden ausgesetzt war, soll bitteschön Gott auf den Knien danken.
  • Ich denke, dass nicht jeder Suizid verhindert werden kann. Für mich gibt es nur Unschuldige. Wer Suizid gemacht hat, hat sein Leben nicht mehr ausgehalten. Angehörige oder wer immer zurückbleibt, müssen und dürfen sich keine Vorwürfe machen. Menschliche Möglichkeiten sind begrenzt. Bsp. aus meinem Leben: Ich war vor X Jahren in einer renomierten Psychiatrie, Privatstation. Ein Mitpatient hat Suizid begangen mit der gleichen Diagnose, die ich auch habe. Wir sind öfters zusammen spazieren gegangen. All die FachärztInnen haben sich in ihrer Einschätzung vertan und ich habe ihn um seinen Mut beneidet. Und jedesmal, wenn ich in einer tiefen Depression stecke, denke ich an ihn und bewundere ihn. Er hat seinem Leiden getraut ein Ende zu setzen.
  • Also liebe Mitlesende, sollte ich irgendwann, in hoffentlich  erst ferner Zukunft meinem Leben ein Ende setzen, dann fühlt euch bitte in keinster Weise schuldig. Die Zeit, die uns vergönnt ist, möchte ich gemeinsam geniessen. Der Rest ist in der Hand Gottes.