7 Stockwerke, ca. 32 Wohnungen

Rechnen kann ich nicht gut. Aber etwa so gross ist der Block, in dem ich wohne. Da gibt es den Hauswart, im Rollstuhl, sehr höflich und zuständig natürlich nicht für Putzarbeiten, aber die Vermietungsgesellschaft vor Ort: Er zeigt einer Wohnungsbewerberin die Wohnung. Da mein Woihnungsschlüssel zu keinem leeren Kellerabteil passt, hat er einen leeren Keller mit einer Kette und einem Schloss organisiert, so dass ich mein Kellerabteill schon am Umzugstag abschliessen konnte. Ich fand meinen Kellerinhalt nicht verlockend, aber Weinflaschen sind diebstahlgefährdet.

Es gibt gerade vis a vis von mir die rechte Hand des Hausmeisters. Gestern treffen wir uns zufällig auf dem Gang und er lädt mich spontan zum Apero ein. Ich spendiere einen Weisswein, der in meinem Kühlschrank kalt gestellt ist. Wir trinken langsam, schwatzen und schwatzen, die Stunden verrinnen, er erzählt Witze, ich lache, manchmal höflich, weil die Witze uralt sind. Ich habe ihm von meinem nichtfunktionierenden Kühlschrank erzählt, er zeigt mir seine Wasch- und Trockenmaschine, nur ein Gerät und kein Turm, was mich fasziniert als Waschlösung für einen Einpersonenhaushalt, der Hebel an seiner Terrassentür lässt sich ganz einfach runterziehen, was mir auffällt und ich denke er habe ein moderneres Produkt. Er widerspricht, nimmt Motorenöl oder sowas mit in meine Wohnung und Dreck löst sich in Massen vom Hebel meiner Terrassentür, ich stehe daneben wie ein bewundernder Depp, weil ich weder auf diese einfache Idee noch diese Lösung gekommen wäre. Im Kühlschrank demontiert er mir in der Tür ein Hängefach. Er kann es. Meine Frau für alles und ich haben uns daran versucht und sind gescheitert.

Jetzt sitze ich auf meinem Stühlchen und frag mich, ob ich erstmalig in einem Block wohne mit normalen, nachbarschaftlichen Aktivitäten.

Zum Schluss noch ein Schmunzler: Es wird bereits im Block getratscht, ich hätte einen Mann. Gestern haben wir in Gustav getauft und mit den wildesten Eigenschaften ausstaffiert!

2 Gedanken zu „7 Stockwerke, ca. 32 Wohnungen

  1. Liebes Grünmonsterchen,

    Ich beneide Dich geradezu um Deine Nachbarn! Wie schön zu wissen, daß es ganz in der Nähe Menschen gibt, die Dir gut sind. Du kannst froh darüber sein, denn es ist auch ein Glück, wenn man solche Nachbarn hat, man kann sie sich ja nicht aussuchen!

    Ich bin in meiner großen Stadtwohnung mittlerweile die einzige Bewohnerin in einem 3stöckigen Altbau. Alles ist inzwischen geschäftlich vermietet, Wohnungen wurden zu Büros, nur meine Wohnung besteht noch als solche. Das heißt, daß ich ab etwa 18 Uhr täglich und jeden Samstag, Sonn- und Feiertage Tag und Nacht allein bin in dem großen Haus in der Innenstadt. Das ist wirklich unangenehm, ich hatte nie Angst, aber es fühlt sich verdammt einsam an, kein gutes Wohngefühl mehr, wenn nichts Menschliches sich mehr regt. Und wenn ich um Mitternacht Schritte im Hausflur höre, erschrecke ich ….

    Zum Glück habe ich mein kleines Landhäuschen, dort gibt es Nachbarn in Reichweite, die ich alle gut kenne. Auch wenn ich allein wohne, ich fühle mich dort geborgen.

    Schau Dir gut auf Deine Nachbarn!
    Hast noch genug Wein im Keller? :-)))

    LG. Eliane

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