Wiederholungen

Das Einzige, was ich in meiner Kindererziehung andersmachen würde, ich habe jahrlang darüber nachgedacht, ist, meine Kindern nicht mehr zu lehren, sie sollen ihr Bitten nur einmal vorbringen. Als überangepasster Mensch ging ich vermutlich zu oft auf ihre Bitten ein. Manchmal muss eine Mutter „Nein“ sagen können. Vielleicht will ein zu junger Mensch etwas zu Gefährliches, manchmal will er bzw. sie Mama nerven, wenn sie gerade keine Zeit hat, in meinem Fall war ich oft am Limit mit meiner Kraft: Kinder und Beruf bzw. Geld verdienen und Kinder, das ist ein ziemliches Paket und natürlich immer in einem Riesenhaus mit ungewöhnlich grossem Garten.

Klar waren wir drei im Glashaus und meine ältere Tochter hat mich im Teenageralter verarscht, wenn ich abends weg war. Sie hat ihre sechs Jahre jüngre Schwester ausgesperrt, ist in die Dorfspelunke und hat keine Sekunde daran gedacht, dass sie mich damit zum Gespött des Dorfes macht und ihre kleinere Schwester wie auch sie selbst gefährdet sind. Ich danke Gott auf den Knien, dass meine beiden Mädchen diesen jugendlichen Unsinn ohne groben Schaden überlebt haben.

Wiedeholungen liegen mir nicht im Blut. Nur wenn ich hier einen Sachverhalt einmal aufschreibe, reicht das wirklich? Nehme ich irgendein Buch zur Hand, dann hat es immer Wiederholungen. Wieviel Wiederholung ist nützlich? Ab wann wird sie ätzend? Eine mich befriedigende Antwort habe ich auf diese Frage bis heute nicht gefunden.

Ein Gedanke zu „Wiederholungen

  1. Also, ich kann stehen lassen, was ich getan habe. Den Schritt Richtung eigener Mutter ist in meinem Fall unmöglich. Siehe Kommentar meiner Hausärztin „än Eggen ab“. U.a. geht es um Themen wie Folter und Suchtkrankheit. Es gibt wohl Begebenheiten, die mich bis in meinen Tod begleiten, die ich nicht abschütteln kann. Wenn Verständnis, dann für mich selbst, für meine kindlichen und hilflosen Reaktionen auf das, was ich erleben musste.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.