Verhungern bei vollem Bewusstsein

Anfangs 2017 war ich am Verhungern und Verdursten, tiefste Depression sei Dank.

Wenn ich Essen und Trinken in meiner Wohnung habe, Hunger und Durst habe, kann mir weder Nahrung noch Trinken einflössen, dann kriege ich eine irre Angst. Zu Beginn war ich wohlgenährt, um die 70 kg. Nach etlichen Monaten brachte ich 60 kg auf die Waage. Ich war damals nicht bereit und wäre es auch heute nicht, zuzugucken, wie mein Gewicht weiter fällt. Erst bei einem Gewicht von 30 kg wird der Gewichtsverlust so lebensbeddrohlich, dass eine Patientin per Magensonde ernährt wird. Von 70 kg auf 60 kg war schon qualvoll und dann nochmals weitere 30 kg abnehmen und mit einer Magensonde ist keine Depresion geheilt, aber mein Körper noch ruinierter, nochmals ohne mich.

Symptome: Wenn ich per Zufall an Essen kam, konnte ich nicht mehr essen, ich verschlang es. Ich war mir voll bewusst, dass Verschlingen müssen, ein Symptom von Verhungern ist.

Meine Schluckfähigkeit ging verloren, Cerebralparese sei Dank. Pouletgeschnetzeltes blieb einmal stecken und ich hatte stundenlang Halsschmerzen und war zu solchen Versuchen der Nahrungsaufnahme weder fähig noch bereit. Ich habe dann verlangt, dass ich Essen kriege, das ich schlucken kann, was mir mit Sicherheit als psychiatrische Erkrankung ausgelegt wurde.

Symptome zu wenig trinken: Mein Körper reagiert mit zuverlässiger Regelmässigkeit mit einer Blasenentzündung. Das ist verständlich und zu meinem Glück muss frau dagegen genau eine Medikamentenabgabe einnehmen. Die Ärzte kontollieren immer zuerst den Urin. Ich sitze jeweils auf meinem Stülchen und denke, völlig unnötig. Ich weiss aus Erfahrung, dass es eine Blasenentzündung ist.


Bis heute unklar ist, ob mein cerebralparetischer Schub eine Folge dieser Mangelversorgung meines Körpers war oder zufällig in der gleichen Zeit, Mai 2017 aufgetreten ist.

Symptome: Ich konnte nicht mehr gehen in mir fremdem Gelände. Das Treppensteigen war mir unmöglich, ich bin hochgekrabbelt. An meinem alten Wohnort wollte ich gucken, ob ich einen kurzen Spaziergang machen kann. Ich schaffte es nicht von einem Bänkchen zum nächsten. Irgendwann sass ich auf einem Dolendeckel. Ich wurde so sitzend angesprochen. Allerdings wurde ich so angesprochen, dass ich vorzog zu behaupten, das sei für mich normal, was geglaubt wurde. Wems sauer aufstösst, soll bitte nicht weiterlesen………………………………………………………………….

 

Ich finde solches angeblich „normales“ Verhalten völlig unverständlich. Und ich weiss heute, dass eine erwachsene Person, die nicht gehen kann, in einen Rollstuhl gehört. Was ich erlebt habe, ist erniedrigend, eckelerregend und völlig unnötig: Ich bin wochenlang wie ein Baby am Boden rumgekrabbelt, habe verzweifelt versucht, meine Muskulatur aufzubauen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s