Erste Therapiestunde

Der erste Eindruck dieser neuen Praxis war das Wartezimmer. Ich habe schon x Wartezimmer erlebt. Dieses ist ruhig, reizarm und doch nicht ungemütlich, es wachsen grosse Grünpflanzen, die frau betrachten kann. Keine Bilder an der Wand, die immer irgendwelchen tiefschürfenden Sinn haben, noch die übliche Literatur: Wie werde ich glücklich in zwei Monaten!

Es hat Fachliteratur zu den Behandlungsmethoden, wer will, kann die lesen. Im Gang hat es wenige Plüschtiere, die vermutlich in der Behandlung eingesetzt werden. Puppenspiel ist auch eine Methode, traue ich mir nicht zu, wegen der Bewegungen.

Genau auf Zeit verlässst die vorher behandelte Person die Praxis und ich kann eintreten. Das achtsame Zuhören fällt mir sofort auf, wie auch dass mein linker Arm blitzartig in die Spastik geht. Mir zeigt das, dass mein Unterbewusstsein Vertrauen hat. Normalerweise klemme ich meine linke Hand in die Hosentasche, dann zappelt sie dortdrin rum und kein Mensch realisiert, dass ich linksseitige Spastizität zeige. Ich erkläre kurz und trocken Spastizität. Das wird notiert. Fachbegriffe wie Hemiparese, Hemiplegie, Cerebrale Parese werden geklärt und ernst genommen. Wir kommen auf Traumatas in meinem Leben zu sprechen. Achtsames Zuhören, wertungsfrei, Wohlwollen.

Mir scheint das auf den ersten Eindruck genau das zu sein, was ich brauche. Bitte Daumen drücken, dass ich mich nicht getäuscht habe.