Vor der eigenen Türe wischen

Für die lieben MitleserInnen aus dem grosssen Kanton und jenseits der östlichen oder westlichen Grenze – Geographie ist meine Stärke nicht – wischen heisst auf Althochdeutsch kehren.

Heute war ich zu Fuss einkaufen. Das ist geographisch ideal, praktisch leider nicht, weil ich keine Ahnung habe, wieviel Gewicht ich zu Fuss schleppen kann. Also fasste ich einen genauen Plan, wie wenig ich einkaufen wolle. Im ersten Geschäft traf ich den Hauswart meines Blocks, einen älteren Herrn, und bot ihm das Duzis an. Ich ging weiter in ein zweites Geschäft. Als ich zurück bei meinem Block war, versperrten drei Rollstühle den Weg zum Eingang, einer davon der Hausmeister. Scheinbar waren die drei in ein längeres Gespräch verwickelt. Sofort machten sie mir höfllich Platz, ein kleiner Scherz und ich konnte die Eingangsschiebetür mit dem Schlüssel öffnen. Das ist was vom Bequemsten an meinem Behindertenblock, die selbstöffnenden Türen.

Nach dieser angenehmen Begegnung habe ich an meine frühere Wohnsituation gedacht. NachbarInnen, die darauf aus waren, dass es mir schlecht ging, die neidisch und schadenfreudig waren. Warum bloss habe ich mir das 10 Jahre lang angetan. Das war unaushaltbar. Hier kehrt jedeR vor seiner Türe und für alle ist es angenehm.

9 Gedanken zu „Vor der eigenen Türe wischen

  1. Liebe WieOrt,
    ich freue mich sehr für dich, dass sich deine Wohnsituation so positiv verändert hat. Ist man von verständnislosen, nicht wohlwollenden Menschen umgeben ,legt sich das wie ein Schatten auf die Seele. So geht es einfach insgesamt besser.
    Biste an Vorbereitungen für Weihnachten?
    Lg Filippa

  2. Hallo du Violettmonster

    Ist Weihnachten was zum Essen? Was für eine doofe Erfindung. Indiskret deine Frage, wenn ich gerade mit meinem Assistenten telefoniere und mich über Gott und die Welt unterhalte.
    Jetzt wo ich darüber nachdenke, wird mir klar, dass ich seit dem Jahr 88 weihnachtstraumatisiert bin. Ich sah damals meinen Vater zum allerletzten Mal und die Atmosphäre war beklemmend oberflächlich. Ich habe es kaum ausgehalten und bin früh gegangen mit meiner damals kleinen Tochter. Seitdem läuft immer der gleiche grässliche Weihnachtsfilm ab in meinem Kopf.

    • Ach, du Grünmoster du, dann ist Zeit für ein neues Drehbuch für einen anderen Weihnachtsfilm in deinem Leben, den im Kopf schick in den nicht wohlverdienten Ruhestand.
      Ich habe traditionnell Dienst bei der Telefonseelsorge in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember. Die Menschen, die anrufen, haben das Weihnachtsfest ihrer Kindheit oder mit ihrer Familie in Erinnerung und vermissen es so sehr. Sie haben niemand mehr, sagen sie. Darüber vergessen sie, dass sie doch sich selbst haben, für sich was feines kochen können, einen Film anschauen, für andere was tun können,was auch immer. Erinnere ich sie daran, haben sie nicht wenige Ideen, wie sie es sich selbst einmal… und nur sich selbst…schön und passend machen können. Ohne Stress etc
      Grüße auch an das dritte Monster im Bunde, das tanzende Blaumonsterchen.

      • Früher, viel früher habe ich am 24. am Abend auch gearbeitet. Das hat das Problem gelöst. Seit 2004 arbeite ich nicht mehr. Ich habe immer geschaut, dass ich irgendwo unterkomme. Unter anderem bei einer lieben Person, die wir Monsterchens kennen. Sie kam zu mir in einem Jahr und wir haben zusammen gefeiert. Dieses Jahr bin ich erstmalig alleine. Ich bin zu müde um auf andere Menschen einzugehen. Mo, Mi, Fr muss mein Assistent arbeiten. Also denke ich, kann es nicht zu grässlich werden. Wenn wir an diesen Tagen zwei Std. Party machen und am 23. haben wir Geschäftsweihnachtsessen mit Konzert(!), dann sollte es gehen. Hoffentlich trägt mich die Konzertmusik, mein ehemaliger Trompetenlehrer, über die Weihnachtsfesttage.

  3. Liebes grimmig blickendes Grünmonsterchen mit knallrotem Mund!

    Weißt Du, was mir besonders auffällt in diesen Tagen? Du erzählst so viele positive Geschichten aus Deinem jetzigen Alltagsleben, hast Deine Wahrnehmung auf das Gute ausgerichtet, das Dir geschieht und nicht mehr nur auf die schlimmen Erlebnisse der Vergangenheit.

    Das ist in meinen Augen ein gutes Zeichen, ein sehr gutes sogar! Das Leben hat auch Schönes und Angenehmes für uns bereit, oft sieht man es nicht, weil die Verletzungen zu groß sind. Nun aber siehst Du all das Gute auch, und das verankert sich in Deinem Gehirn. So lernt es eine neue Seite kennen und wird Dich lenken und leiten mit diesen positiven Erfahrungen.

    Ich wünsche Dir viele viele weitere schöne Erlebnisse!

    Liebe Grüße
    Eliane

  4. Liebes Blaumonsterchen

    Hast du eine lange gelbe Nase oder eine lange gelbe Zunge?

    Sicher trägt meine momentan entspannte Wohnsituation zu meinem Wohlbefinden bei. Ich habe zwei Angestellte, meinen jungen IV Assistenten, der sowas von hilfreich ist. Er ist sehr feinfühlend und manchmal deshalb traurig. Aber er kann sehr gut auf mich eingehen, weil er feinfühlend ist, er ist interessiert, lernbegierig und hat viel Humor. Ich hoffe, dass er lange für mich arbeitet. Er ist ein absoluter Glücksfall.
    Dann ist die Frau für alles, angestellt von meiner letzten Umzugsfirma. Sie hat mir in der Depression Essen gebracht, gut gekocht. Der Assistent kocht übrigens auch gut. Sie hilft mir bei allem. Am Dienstag sind wir einkaufen gegangen: Wasserfilter für die Kaffemaschine, Elektrrozahnbürstchen für meine Elektrozahnbürste, Lampen und diverse Kleinigkeiten. Danach hat sie geputzt. Bevor sie gegangen ist für die Festtage, hat sie mich gebeten, ihr jederzeit anzurufen, falls mir in diesen schlimmen Tagen die Decke auf den Kopf fällt. Und ich könnte ihr wirklich anrufen und sie würde mir zuhören. Nie würde sie mir sagen: „Geh zum Psychiater.“ Wie oft habe ich diesen sinnlosen Satz gehört, wie wenn ich nicht stets beim PsychiaterIn gewesen wäre.
    Wenn ich diesen Service mit der Spitex vergleiche, ist klar, was ich vorziehe. Hier im Haus hat es viele Spitexfrauen und Heimex und was es alles so gibt. Ich gucke sie mir jeweils an, bin stets freundlich und denke mir meine Sache.
    Wie ich gerade versorgt bin, ist genial und überhaupt nicht selbstverständlich in der CH im Jahr 2018, in diesem Drittweltland. Letzteres werde ich gelegentlich ausdeutschen.

  5. Du Blaumonsterchen hast bei Nutzung/Haftung im vergangenen Februar kommentiert. Heute habe ich die „stehenden“ Webseiten kontrolliert, weil der Blog über 260 Klicks hat heute. Das ist sehr viel. Da wollte ich sicher sein, dass alles i. O. ist und da bin ich über mein geliebtes Blaumonsterchen gefallen. Darf ich „geliebtes“ schreiben? Oder wie heisst das neurotypisch?

    • Du darfst alles schreiben, was Dir aus dem Herzen kommt! Da gibt es keine Sprachunterschiede zu „neurotypisch“, was ist das eigentlich?

      Ich habe eine lange gelbe Nase, glaube ich, die Zunge würde ich bestimmt nicht herausstrecken, bin ja ein wohlerzogenes Monster! Ha ha!

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