Gefährlich

Aus irgendwelchen Gründen bin ich zerstreut. Vorgestern habe ich einen Termin versemmelt und gestern habe ich zwei Fehler gemacht, die ins Auge gehen können. Jetzt weiss ich, warum ich nicht schlafen kann, ich habe zweimal vergessen meine Medikamente einzunehmen. Zweimal hintereinander ist mir soweit ich mich erinnere noch nie passiert. Ob ich morgens um drei die Abendmedis nachnehmen kann, muss ich für mich jetzt gerade entscheiden. Das ist satte 7 Std. zu spät. Aber ich könnte die Morgenmedis etwas gegen den Mittag schieben und so schummeln.

Heute habe ich frei. Ich kann mich irgendwann hinlegen, ich muss nicht Auto fahren. Nach meiner Einschätzung ist der Schaden weniger gross, wenn ich jetzt die Einnahmezeit der Medikamente nicht optimal einhalte.

All diese Medizin steht nur deshalb auf meinem Speisezettel, weil ich jahrzehntelang nicht auf komplexe Posttraumatische Belastungsstörung behandelt wurde. Weil ich jahrzehntelang unbehandelt war, muss ich damit rechnen, dass ich keine vollständige Heilung erleben werde. Aber es ist davon auszugehen, dass mein Medikamentencockail kleiner werden wird, je mehr Traumatas ich verarbeiten kann.

6 Gedanken zu „Gefährlich

  1. Guten Morgen, meine Liebe!

    Meist steht auf den Beipackzetteln der Medikamente, was man tun muß, wenn man die Einnahme vergessen hat – keinesfalls nachholen oder doch nachholen. Du hast sicher schon nachgeschaut, oder? Den Zeitplan zu ändern, scheint mir auch nicht ungefährlich, weil der Körper sich wieder neu darauf einstellen muß, Du könntest irgendwie aus dem Rhythmus kommen. Das sagt mir aber bloß mein Hausverstand.
    Wenn Du zweimal vergessen konntest, dann bist Du jedenfalls nicht abhängig von diesen Medikamenten – das sagt mir auch der Hausverstand. Also – was hast Du gemacht? Nachgeholt oder lieber doch nicht?

    Ich konnte heute nacht übrigens auch nicht schlafen, bin um halbvier Uhr aufgestanden und habe Kuchen gegessen! Nachher mochte mich das Bett wieder, gottseidank. Ich muß ja heute fit sein wenn meine Kinder kommen aus Paris! Bei mir war es sicher dieses Ereignis, das mich schlaflos machte. Und wenn ich aus dem Fenster sehe – ohweh, am Himmel sieht es düster aus, eine Warmfront mit Sturmböen ist hereingezogen. Das trübt auch sehr mein Wohlbefinden. Aller Schnee ist weggeschmolzen, wie schade!

    Mir fällt jetzt ein, daß Du morgen Konzerttag hast! Ein Höhepunkt der ganz besonderen Art. Du siehst Deinen Trompetenlehrer wieder! Begleitet Dich Dein Assistent dorthin? Du freust Dich sicher schon sehr darauf, nicht wahr? Um wieviel Uhr beginnt das Konzert?

    Ich wünsche Dir einen schönen Tag, der heute bereits ein wenig länger ist als gestern, wir hatten Wintersonnenwende, nun kommt das Licht wieder zurück … 🔆🔆🔆🔆

    Alles Liebe,
    Eliane

  2. Die Beipackzettel gehen von einem einmaligen Vergessen aus und da soll frau überspringen, der Körper kennt diese chemische Toleranz. Bei zweimaligem Vergessen habe ich Riesenangst bekommen, weil ich weiss, dass kalter Entzug dieser Medis lebensgefährlich sein kann und wir beide wissen, wohin ich verfrachtet werde, wenn ich sozial im entferntesten auffällig werde. An sich ist eine Medikamenteneinstellung eine Frrage von 5 bis 10 Tagen. Aber hier, in der CH, wird eine 4 monatige Katastrophe daraus gemacht.
    Ich habe die Medis eingenommen, werde die nächste Dosis um den Mittag nehmen und dann am Abend wieder im Plan sein. So habe ich je 7 Std. Distanz. Das kann ich vor mir verantworten. Was ich überhaupt nicht will, sind unkontrollierte Entzugssymptome und die können Tage später erst ausbrechen.
    Ob ich morgen fit bin für meine Termine muss ich morgen entscheiden. Mit den Fehlern im Gepäck kann ich keine Prognose machen. Ich muss fahrtauglich sein, weil mein Assistent keine Fahrprüfung hat. Ich muss so fahrtauglich sein, dass ich nach Mitternacht noch unterwegs sein kann. ÖV ist keine Möglichkeit und ein Taxi ist zu teuer, weil die Stadt etwa 40 Min. weg von Bern ist.

    • Irgendwann werde ich diese beschissenen Medikamente absetzen, ganz langsam. Beide Medis sind schwierig zum Absetzen. Aber laut Internet soll frau auch Lithium absetzen können. Medis sind dämpfend und machen, dass Menschen weniger rebellieren, wenn sie Unrecht erleiden. Und was passiert dann? Die bösen Mitmenschen werden dreister und produzieren mehr Unrecht. Rein finanziell übersteigt das längst meine Möglichkeiten. Für viel Geld gehe ich lieber auf Reisen als ins Altersheim.

      • „Medis sind dämpfend und machen, dass Menschen weniger rebellieren, wenn sie Unrecht erleiden.“ Das verstehe ich. Wenn du aber mehr Abstand gewinnst zu den Bosheiten der Mitmenschen, weil Du in Dir gefestigt bist durch Deine Traumatherapie, dann sieht es doch wieder anders aus. Aber dahin ist noch ein Stück Weg zu gehen, nicht wahr? Irgendwann wirst Du sagen können „was geht es mich an, wenn der Hund den Mond anbellt …“ :-)))))

        Ich halte Dir die Daumen für morgen! Ganz fest. Ich schicke Dir Energie, liebe wieort, und einen Schutzengel noch dazu, der ist aber ohnehin ein Lichtwesen, also kann Dir gar nichts passieren!

  3. Rein theoretisch stimmt, was du schreibst, liebes Blaumonsterchen. Wenn da nicht diese bescheuerte Hirnverletzung wäre. Die macht mich immer angreifbar. Was die Medikamente betrifft, so habe ich das eine schon fast zu Ende reduziert. Dann bin ich in einen Entzug gefallen und der behandelnde Artzt war NICHT erreichbar, trotz gegenteiligem Versprechen. Mit der Reduktion geht es im Februar weiter. Ich brauchte einfach zwei, drei Monate Zeit, um mich vom Schrecken zu erholen.
    Dann bleibt das noch heiklere Lithium. Mit der Töpfereiwaage kann ich 10tel Gramm abwägen. Ich weiss nicht, ob frau dieses Medi ambulant reduzieren kann oder ob ich ins Spital müsste. Du kannst dir sicher denken, ob ich ins Spital will…..
    Dir ein wunderschönes Fest mit deinen wunderschönen Gästen, geniess es ganz toll und äs liebs Grüessli

    Wie

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