Generalstabsmässig

Es gibt Leute, die sagen, dass ihnen die Decke auf den Kopf fällt. Ich hörte jahre- und jahrzehntelang höflich zu, konnte mit der Ausage nichts verbinden.

Vermutlich Therapie sei Dank hat sich das gründlich geändert. Mir fällt die Decke täglich auf den Kopf. So habe ich mit Jonathan gestern das wöchentliche Klettern vorgezogen. Ich brauche definitiv neue Schuhe, ich habe viel mehr Wasser in meinen Füssen. Kletterfinken sollen eng sein, aber nicht so schmerzen.

Am Freitag gehen wir zusammen über den Weihnachtsmarkt, um mein Negativereignis zu überschreiben.

Heute halte ich es nicht aus in meinen vier Wänden. Soll ich meinen ganzen Mut zusammennehmen und ins Museum für Kommunikation? Das wäre eine generalstabsmässige Übung. Ich kann immer daran denken, sofort zu fliehen, wenn es mir zuviel wird. Praktischerweise kann ich mit meiner Bankkarte gratis in einige Museen in der CH. Also immer daran denken, dass ich Null Stress habe. Exponate, die mich nicht interessieren, locker überspringen, eine Ausstellung ist immer zu gross, um auf einmal gesehen zu werden. Wenn es hat, könnte ich mir einen Audioguide leisten, dann werden die Eindrücke gebündelt.

Wenn es mir zuviel wird, raus, weg, die Welt geht davon nicht unter und ich bin kein kleines Kind mehr, das irgndeiner Instanz gehorchen muss.

So, ich denke, ich  bin vorbereitet. Alle Monsterchens bitte Daumen drücken und Lippenstift nachziehen. – Ich habe Angst.

Ein Gedanke zu „Generalstabsmässig

  1. Ich habe zu wenig Phantasie für alle schlimmen Fälle: Zum Auftakt habe ich das Gebäude nicht gefunden, es ist nach hinten versetzt. Ich musste ziemlich anstehen an der Kasse, zum Glück kann ich das inzwischen ein wenig. Die Bedienung war sehr freundlich. Ich habe so überlebenswichtige Fragen gestellt wie Behindertenwc, Lifte und wie das Kleiderschränkchen zu bedienen sei. In dem lässt sich der Kleiderbügel nicht herausnehmen. Da bin ich am Ende meiner Bewegungsmöglichkeiten. In der Regel wird mir erklärt, dass das wegen Diebstahls sei. Davon ist mein Mantel noch immer nicht aufgehängt. Ich entdecke an der Kleiderstange einen Kleiderhaken, den kann ich bedienen.

    Dann war ich extrem diszipliniert: Ich bin die Carrtoons anschauen gegangen und davon nur die Hälfte, dann war ich müde. Kaffee.

    Alle Tische im Cafe sind mit Besteck gedeckt, es ist kurz nach elf. Es ist völlig unklar, was die Bedienung macht und was der Gast. Irgendwie wurstle ich mich durch. Ich sehe eine Tür, die nach draussen führt und möchte wissen, ob die offen ist. Blalabla….ich solle da lang, da käme ich ins Museum. Da sei ich schon gewesen, ob die Tür offen sei? Sie ist es und ich entfliehe, nur um nach einigen Metern zu realisieren, dass meine Schubändel schon wieder offen sind. Meinem Auto befehle ich a casa und das tut es dann auch.

    Summa summarum: Schön, aber entsetzlich anstrengend.

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