Hingefallen

Heute hat es mich erwischt. Angefangen hat der Tag um 2.30 Uhr, die Nacht war viel zu kurz, ich wusste, dass ich müde war. Mit ÖV fuhr ich in die Stadt, um mit meinem Assistenten, Jonathan, auf dem Weihnachtsmarkt Glühwein zu trinken.

Wir wollten zuerst eine Runde spazieren und da ist es passiert. Der linke Fuss blieb hängen und ich fiel der Länge nach hin, wie ein Brett, der Kopf berührte den Asphalt, der Reflex mit den Händen abzufedern, war vorhanden, reichte natürlich nicht.

Mein Assistent und ich waren beide verdattert. Er kümmerte sich um mich, fragte, wie lange ich liegen bleiben wollte und managte den Kontakt zu den Zuschauenden, ich war vor der Jugendherberge umgefallen. So hatte ich Zeit mich zusammenzurappeln. Meine Brille hatte die Nase verletzt und meine rechte Hand blutete aus zwei Schürfwunden. Am schmerzhaftesten war der nicht blutende Hautabrieb an den Händen und Knien. Aus irgendwelchen Gründen schlottere und zittere ich am ganzen Leib, wenn ich von Ereignissen überrollt werde. Mit solch einem Körper mich zu bewegen, fällt mir schwer. So dauerte es ein Weilchen, bis wir die Jugendherberge betraten und um Pflaster baten.

Jonathan hat sehr geschickte Hände und seine Bewegungen sind so fliessend, dass er mir nie Schmerzen zufügt. Auch für meine Ohrstecker hat er Zauberhände. Als wir mit Verbinden fertig waren, schlenderten wir zur erstbesten Parkbank. Jetzt war nur noch Erholung und Entschleunigung angesagt. Unsere Spazierrunde wurde von mir sehr verkürzt. Gemächlich gingen wir zum Weihnachtsmarkt zurück und genossen den Glühwein.

Wenn ich einen kleinen Unfall bauen muss, dann ist es sehr angenehm meinen „Aussenminister“ dabei zu haben. Was war ich froh, dass ich geborgen und beschützt war. Einmal mehr hat sich gezeigt, dass es seinen guten Grund haben könnte, dass ich davor zurückschrecke, allein zu spazieren.

2 Gedanken zu „Hingefallen

  1. Ich brauche Nachhilfe in Anatomie. Ich bin nach vorne gefallen und mein Steissbein schmerzt mich, wie auch andere Knochen und Knöchelchen. Das Steissbein finde ich meschugge.
    Die Nase wird mich eine Weile beschäftigen, bis die wieder ansehnlich aussieht und ich meine Brille ohne Pflaster tragen kann. Momentan schaue ich leicht verwegen aus. Wie im Western der Held, der sich nach gewonnener Prügelei, hinkend in die untergehende Sonne davonmacht.

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