Unerträglich

Um mit dem Rauchen aufzuhören, war ich online in einem Forum. Wie soll  ich das höflich und bescheiden schreiben? Meine Toleranzgrenze wurde masslos überrollt. Okay irgendwelche Laien schreiben irgendwelche Tipps zu irgendwelchen Krankheiten von denen sie nicht die geringste Ahnung haben. Bsp. Schlafstörungen: Ich und eine andere Person schrieben wir hätten ärztlich verschriebene Schlafmedis. Das hindert niemanden, sein bzw. ihr Laienweisheiten  an frau zu klatschen und natürlich zu erwarten, dass wir begeistert und stets höflich reagieren. Echt, ich bin nicht deren Unterhaltungsclown, habe mein Profil gelöscht und darf lesen, dass ich nicht „dankbar“ genug gewesen sei.

Zum Glück habe ich hier meinen Blog und bestimme die Regeln des Umgangs. Monsterchens sind mir lieber als Ex-RaucherInnen. Die sind bescheurt selbstgrecht. Ich lasse mich nicht runterputzen von Menschen die maximal 6 Jahre nicht geraucht haben. Ich habe 18 Jahre lang nicht geraucht. Da müssen solche NichtraucherInnen noch etwas Gas geben, bis sie soweit sind.


Nachtrag:

Unerträglich war mir auch die chemischen Erklärungen, warum Rauchentzug unangenehm ist nach jeweils anders langer Zeit. Es gibt immer eine Art Nikotinentgiftung und diese Nikotine haben unterschiedliche Namen. Also es gibt stets und immer eine Erklärung und Ausrede. Ich finde es ist völlig wurscht, was chemisch abgeht, wer nicht rauen will, der kann, darf, muss dran bleiben.

Unterstützung ist für mich Ermutigung, dass jmd. es schafft. Wenn ich gestern eine geraucht habe, dann brauche ich keine Verurteilungen und ob und wie ich mit dem „Feuer“ spiele, ist meine Privatangelegenheit, das kann ich noch gerade knapp selbst beurteilen.


Monsterchens sind so liebevoll und einfühlsam und scheinen die Texte über Hirnverletzung und Cerebrale Parese im Internet gelesen zu haben. Sie konfrotieren mich nicht, sondern nehmen mich an der Hand. Wenn ich diffus schreibe, stellen sie Fragen.  Ein Hoch auf die Monsterchens: Hoch, hoch, hoch! 🙂 🙂

Wie…..

…..soll ich euch vom Fest berichten mit montierten Fenchnails? Es war genial und der Assistent sehr hilfreich. In vielen Menschen werde ich unruhig und gereizt. Der Asssistenz kann mir Infos geben, z. B. wenn das Essen so lange nicht kommt, ob es zum Essen reicht, zeitlich oder nicht. Er hat mit Tanzenden besprochen, wenn sie mich fast von meinem Stühlchen gefegt haben. Der Schlüssel für die Behindertentoilette musste von uns beiden gleichzeitig benutzt werden, Typ hinhalten und gleichzeitig drehen. Alleine hätte ich an dieser Tür nur rumgezappelt. Bewegungstechnisch völlig chancenlos.

Das Konzert war genial, einige Stücke kenne ich in- und auswendig. Das Publikum ging im Konzert voll auf, der Boden vibrierte (1. Stock). Einzig mit Stephan Eicher konnten wir beide nicht allzu viel anfangen. Klar, Eicher ist berühmt. Wir sind Traktorkestarfan.

So und ultimativ sponti, wie ich bin, habe ich heute Abend doch Besuch zum Nachtessen eingeladen. Einer meiner Nachbarn. Zum Glück hat mein Assistent heute alles vorbereitet.

Festtag

Heute ist der grosse Festtag für mich in diesem Jahr. Die Voraussetzungen sind nicht optimal, aber gut. Ich habe meine Medikamentenfehler in den Griff bekommen, ich habe 6 Std. geschlafen, hoffentlich noch ein Mittagsschläfchen und ich bin ausgeschlafen wie ein Baby. In der CH sagen wir mit Altbundesrat Ogi: „Freude herrscht.“

Also durch den Tag nur leichte Beschäftigung, Ruhepausen und vermutlich werde ich versuchen mich hübsch zu machen. Lippenstift auf die Nasenspitze oder so. 🙂 Mein Assistent kann mir meine Ohrstecker anziehen, also gibt es zur Feier des Tages Ohrstecker. Ich kann in meinen Schuhen wühlen und gucken, was ich mir an die Füsse schnallen will und nur für heute kann ich mir Zeit nehmen, meinen Kleiderschrank zu begutachten und nach was anderem zu gucken als den ewig gleichen Klamotten. Ich ziehe immer meine selbstgenähten T-Shirts an und darüber einen Pulli. Ich könnte mich in eine Bluse werfen. Ich könnte meine Lederjacke anziehen. Ich könnte Spass haben. – He, ich könnte mir sogar Frenchnails montieren. Meine Nägel sehen bescheiden aus wie immer nach einer schweren depressiven Phase.

Wenn ich mir so überlege, was ich alles könnte, habe ich echt viel zu tun. Ich wünsche allerseits einen schönen, letzten Adventssonntag und immer schön die Ohren steif halten. Untergehen ist keine Option.

Was sich liebt…

…. das neckt sich. Spix, meinem geliebten Kätzchen, kann ich gewisse Unarten nicht abgewöhnen. Sitze ich auf einem Stuhl und will sie sich dazusetzen, benötige ich eine Decke, damit Kätzchen meine Jeans nicht ruinieren kann. Natürlich hat sie eine Krallenkratzgelegenheit. Jedesmal, wenn sie sie zufällig braucht, lobe ich sie innigstens. Also ehrlich, meine Teppiche und meine Kleider sind viel geeigneter um ein Krallenkratzkonzert zu eröffnen.

Manchmal necke ich Spix. Sie guckt meiner Hand nach und die kreist ganz schnell. Irgendwann, irgendwie, irgendwo kommt der Punkt, wer in den Neckereien das letzte Wort haben wird. Sie mit ihren Pfötchen oder ich alte Schachtel mit meiner Hand. Immer hat Spix das letzte Wort und ich kann froh sein, wenn das für mich nicht blutig ausgeht.

Gefährlich

Aus irgendwelchen Gründen bin ich zerstreut. Vorgestern habe ich einen Termin versemmelt und gestern habe ich zwei Fehler gemacht, die ins Auge gehen können. Jetzt weiss ich, warum ich nicht schlafen kann, ich habe zweimal vergessen meine Medikamente einzunehmen. Zweimal hintereinander ist mir soweit ich mich erinnere noch nie passiert. Ob ich morgens um drei die Abendmedis nachnehmen kann, muss ich für mich jetzt gerade entscheiden. Das ist satte 7 Std. zu spät. Aber ich könnte die Morgenmedis etwas gegen den Mittag schieben und so schummeln.

Heute habe ich frei. Ich kann mich irgendwann hinlegen, ich muss nicht Auto fahren. Nach meiner Einschätzung ist der Schaden weniger gross, wenn ich jetzt die Einnahmezeit der Medikamente nicht optimal einhalte.

All diese Medizin steht nur deshalb auf meinem Speisezettel, weil ich jahrzehntelang nicht auf komplexe Posttraumatische Belastungsstörung behandelt wurde. Weil ich jahrzehntelang unbehandelt war, muss ich damit rechnen, dass ich keine vollständige Heilung erleben werde. Aber es ist davon auszugehen, dass mein Medikamentencockail kleiner werden wird, je mehr Traumatas ich verarbeiten kann.

Peter A. Levine

Ein Buch von ihm steht seit Jahren in meinem Büchergestell. Thema Trauma. Nun ist es eine unbefriedigende Sache über ein Thema nur zu lesen oder eine Sache tun zu können. Wenn ich über etwas lese, kann ich es noch lange nicht tun. Als Schweizerin kommt mir das Skifahren in den Sinn. Da kann ich beliebig viele Bücher darüber lesen und ich kann keinen Meter weit fahren. So ist es mit einem Traumabuch, das mich nie enttraumatisiert. Peter A. Levine vertritt eine Methode, die interessant, originell ist, aber nicht die, nach der ich arbeite.

Gemeinhin wird die Meinung vertreten, dass Haustiere, Hunde und Katzen sehr empfindlich sind auf ungerechte Behandlung. Mit Levine im Kopf beobachte ich meine Katze. Jedesmal, wenn es ihr zuviel wird, schüttelt sie sich, dann weiss ich, das war zuviel. Übrigens will Spix noch immer nicht ins Treppenhaus, auch wenn die Wohnungstür offen ist. Ich warte und dränge sie nicht. Aber verstehen tu ich ihre Scheu nicht. Ich denke immer das arme Wohnungskätzchen hätte etwas mehr Auslauf.

Ja, ja Traumatas,es gibt sie aber kaum einer will was darüber wissen und noch weniger wollen Traumatas heilen. Das ist sehr grausam, wenn man bedenkt, dass sich hinter jeder Depression ein Trauma verbergen kann. Und was macht die Ärzteschaft? Sie behandelt falsch und chronifiziert die Depressionen und andere Traumasymptome.

Straffällig

Es hat Vorkommnisse in meinem Leben gegeben und instinktiv habe ich gespürt, dass sie nicht sauber sind. Ich habe das der Polizei gemeldet. Die hat nichts erreicht. Der von mir Beschuldigte hat mich stets ausgelacht. Ich habe meinem Anwalt unter mehreren Malen von der Sache erzählt. Er ist nicht aktiv geworden. Heute habe ich dem Rechtsdienst der Zeitschrift Beobachter angerufen und siehe da, Paragraph 62 des Obligationenrechts ist betroffen, ungerechtfertigte Bereicherung. Zudem sei abzuklären, ob Straffälligkeit auch betroffen sei. Vermutlich reicht die allfällige Straftat nicht für Gefängniss, aber es ist eine hübsche Vorstellung, dass dieser Mensch für seine Untaten die Quittung bekommt und ich bekomme eine hübsche Summe von meinem Geld zurück.

Solange ein  Mensch in der CH nicht verurteilt ist, gilt die Unschuldsvermutung.

Veröffentlicht unter WieOrt

Katzenrauferei

Spix hatte im Altersheim eine Katzenrauferei, die sich anhörte wie das Ende meines kleinen Dreikilokätzchens. Ich lief in die dunkle Nacht, war vezweifelt, rief nach Spix, aber sie war wohl stinksauer und weg.

Jetzt sind wir nur zu zweit in meiner Wohnung. Sehr oft geht das sehr lange gut, aber manchmal haben wir Streit. So gestern: Ich plage Spix nicht mit übermässigem Bürsten. Eine Kurzhaarkatze schafft die Fellpflege selbst. Aber gestern war ein Tag, an dem ich meine Katze berührte und ein Sprühregen von Katzenhaaren entfaltete sich. Das ging mir auf den Wecker. Also bürsten ist nicht unbedingt Spix Lieblingsbeschäftigung. Sie bekommt nach dem Bürsten Thonparfait, ihr Lieblingsleckerli. Gestern faucht mich diese kleine, freche Katze während des Bürstens an. Ich nicht faul, fauche zurück. So verständigen sich Katzen, wenn sie unzufrieden sind und imponieren wollen und hier im Haus bin ich die Ober- oder Leitkatze. Sofort liess ich Spix los, weil Spix absolut keine Hemmungen hat meine Hände blutig zu kratzen oder blutig zu beissen.

Jetzt auf Distanz fauchte ich ihr nochmals meine Meinung. Dann legte ich die gehasste Bürste und die Parfaittube auf den Boden nach dem Motto: Liebes Kätzchen wir sind noch nicht fertig, aber das schaffen wir umgehend. Es ging nicht lange kam Spix und wir konnten die Arbeit beenden und dann wollte sie wieder auf meinen Schoss und die Nacht hat sie in meinem Bett verbracht. Das ist in der Zwischenzeit ganz easy: Ich habe einen gewissen Singsang, dass ich im Bett liege, gute Nacht wünsche und schlafen wolle. Ich lade Spix dazu ein. Es dauert nicht lange, dann höre ich sie hüpfen, spüre ihre Pfötchen und ihr Gewicht auf meinem Körper, allerliebst.

Vor der eigenen Türe wischen

Für die lieben MitleserInnen aus dem grosssen Kanton und jenseits der östlichen oder westlichen Grenze – Geographie ist meine Stärke nicht – wischen heisst auf Althochdeutsch kehren.

Heute war ich zu Fuss einkaufen. Das ist geographisch ideal, praktisch leider nicht, weil ich keine Ahnung habe, wieviel Gewicht ich zu Fuss schleppen kann. Also fasste ich einen genauen Plan, wie wenig ich einkaufen wolle. Im ersten Geschäft traf ich den Hauswart meines Blocks, einen älteren Herrn, und bot ihm das Duzis an. Ich ging weiter in ein zweites Geschäft. Als ich zurück bei meinem Block war, versperrten drei Rollstühle den Weg zum Eingang, einer davon der Hausmeister. Scheinbar waren die drei in ein längeres Gespräch verwickelt. Sofort machten sie mir höfllich Platz, ein kleiner Scherz und ich konnte die Eingangsschiebetür mit dem Schlüssel öffnen. Das ist was vom Bequemsten an meinem Behindertenblock, die selbstöffnenden Türen.

Nach dieser angenehmen Begegnung habe ich an meine frühere Wohnsituation gedacht. NachbarInnen, die darauf aus waren, dass es mir schlecht ging, die neidisch und schadenfreudig waren. Warum bloss habe ich mir das 10 Jahre lang angetan. Das war unaushaltbar. Hier kehrt jedeR vor seiner Türe und für alle ist es angenehm.

Ombudsstelle für Spitalwesen

Ich habe mich an diese Ombudsstelle gewandt, weil ich nicht bereit bin, einfach wegzustecken, was ich in den langen Monaten in der Psychiatrie PZM erleben musste. Ich habe die Ombudsfrau nie gesehen. Wir haben tel. zusammen gesprochen. Die Maximalzeit würde ich auf 1 Std. 20 Min. beziffern. Gestern kam mit der Post der Beschwerdevorschlag. Diese Frau kann zuhören und formulieren, an ihr ist ein Psychiater verloren gegangen. Jedenfalls würde ich mir als Patientin wünschen, mein Psychiater würde mir so genau zuhören und so gut verstehen, was ich meine. Die Beschwerdeschrift ist kurz und knapp. Sie konzentriert sich auf die wesentlichen Punkte und ist nicht ausufernd. Damit wird ein einstündiges Gespräch realisierbar mit dieser Grundlage. Ich will mich beklagen aber in einem zeitlich vernünftigen Rahmen. Bekanntlich ist die Gesetzgebung in der CH so, dass die Patienten immer die Dummen sind. Einen Rechtsweg gegen eine medizinische Behandlung einzugehen, lohnt sich schlicht nicht. Aber den behandelnden Ärzten einen Denkzettel verpassen, damit sie in Zukunft traumatisierte PatientInnen in eine Traumatherapie überweisen, das könnte sich lohnen. Genau das ist zumindest meine Intention.