Was auffällt

In der letzten Therapiestunde war ein für mich schwieriges Thema an der Reihe, total aktiv durch ständige Flashbacks in Form von vorgestellten Gesprächen. Natürlich geht die Therapie nicht von Pontius zu Pilatus und wieder zurück, weil es eine lange Verkettung von traumatisierenden Situationen gab. Also wird die schlimmste Erinnerung hervorgeholt. Ich weiss nicht wie das genau geht, aber es funktioniert bei mir bestens. Sofort sehe ich ein Bild, eine Situation und das allerschlimmste daran ist das vermeintlich höfliche Lächeln.

Mit einem Federstrich und einem Gedankenblitz ist all der Schein entlarvt. Es wird sehr oft gelehrt, dass körperliche Gewalt weniger schlimm ist als psychische. Nicht einmal die Zwangschemie ist so grässlich wie dieses falsche, verlogene, professionelle Lächeln oder soll ich unterstellen, dass es ein freudiges Lächeln des Herrn des Hauses ist?

Beim anderen Kandidaten war es auch der Gesichtsausdruck: Überfordert, sprachlos, verständnislos. Die oben beschriebene Bösartigkeit war nicht vorhanden. Interessant, wie differenziert die Zuordnung der erlebten Eigenschaften ist. Auch hier ist das Körperliche grässlich, ich war viele Male geschlagen worden und kroch wochenlang zeitweise auf dem Boden rum. Eigentlich schlimm genug, aber das Seelische ist schlimmer.

Interessant finde ich, wie ich mich entfernen kann nach der Verarbeitung der Traumatas: Nach dem ersten Durchgang war ich in Eingangshalle des betroffenen Gebäudes. Nach dem Zweiten mitten auf dem Rasen und ich konnte so hoch springen, dass ich wegfliegen konnte. Diese Möglichkeit zu haben, mich selbst zu entfernen, war genial.

Die Gedankenraserei ist zu 95% weg und ich kann die Restaktivität stoppen. Das finde ich sehr angenehm.

Ein Gedanke zu „Was auffällt

  1. Liebes Grünmonsterchen, flieg!

    Ich bin immer wieder fasziniert, wenn Du von Deinen Therapiestunden berichtest. Ich will Dir jetzt einmal danken dafür! Was sich da abspielt in Deinem Innersten, ist doch sehr intim; ich bewahre es in meinem Herzen, respektvoll und dankbar.

    Es bereichert mich sehr, Dich aus der Ferne und doch so nahe begleiten zu dürfen. Nichts wünsche ich mir mehr, als Dich in absehbarer Zukunft von Deinen Traumatas geheilt zu sehen. Du bist nicht allein, meine Liebe! Dein Therapeut läßt Dich nicht im Stich, niemals, das spürst Du doch jetzt schon. Und da sind noch andere, die Dir nahe stehen und bleiben, auch Jonathan ist einer davon, nicht wahr?

    Möge Dein Vertrauen in die Dich umgebenden Menschen stetig wachsen, das wünsche ich Dir heute vom Herzen!

    Eliane

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