Ich helfe dir bei deinem Buch

Jungautorinnen sind eine geplagte Spezies. Es gibt Gesellschaftsschichten, in denen die Ankündigung, dass ein Buch geschrieben wird, eine Art Pawlowschen Reflex auslösen.

Eine unbedarfte Jungautorin mag in ihrer Naivität übersehen, dass ein unverhöffentliches Buch das ist, was für andere Leute ein frisches Gipfeli: Je frischer desto lieber und mal herzhaft reinbeissen. Dann beissen sie dann, diese selbsternannten HalbgöttInnen, verbeissen sich und kriegen Magenbrennen.

Nun, ihr GöttInnen in weiss oder welcher Farbe auch immer, im Internet findet sich alles nötige Wissen, in der Buchabteilung des Vertrauensbuchhändlers hat es bestimmt in Buchform eine Anleitung, notfalls auch in einer öffentlichen Bücherei zu ergattern, die Anleitung, wie schreibe und verlege ich mein Buch!

Ehrlich, wenn ich nach Rom reisen will, reise ich Richtung Süden und nicht Richtung Nordpol. So einfach ist das.

Meinen ersten Lektoren musste ich leider genau aus dem Grund entlassen: Haupt ist ein renomierter Verlag, aber seine Hauptausrichtung ist im Internet nachzulesen, was ich logischerweise tat und genau ein Buch hat er verlegt, das meinem ähnelt, was nicht in sein Sortiment passt und sich logischerweise nicht verkauft. Zu einem Frackkittel ziehe ich keine Jeans an. Geht nicht, geht überhaupt nicht.