Achtung Trigger

Da ich mit Wartungsarbeiten beschäftigt bin, finde ich mich irgendwann im Jahr 2018. Übliches Prozedere, die Polizei liefert mich ins PZM ein. Mein objektiver Fehler: Medikamenteneinnahme. Was das mit der Polizei zu tun haben könnte, entzieht sich höherer Logik. Nach meinem bescheidenen Wissensstand gibt nicht die Polizei Medikamente ab, sondern die Ärzteschaft.

Ich solle nicht motzen, sondern erkennen, ich sei in einem Spital, nämlich dem PZM gelandet, wer sowas sagt, der hat noch nie PZM Stationen P 46 und 47 am eigenen Leib erlebt.

Kommt irgendwer als BesucherIn oder Gast rein, ja sogar als ÄrztIn oder KESB, dann läuft ein extra für sie geschriebenes Theäterchen ab: Die PatientInnen sind nach Gesetz gestriegelt und gewaschen, nach eigenem Gusto gekleidet, wenn sie nur mit Kleidern auf dem Leib eingeliefert wurden, sind sie eingekleidet mit PZM Eigentum. Das ist auf der Innenseite etikettiert, äusserlich nicht zu unterscheiden von Privatkleidung. Auffällig viele gleichfarbige Crocs werden getragen. Auch sie PZM-Eigentum, denkbar einfach in der Handhabung, formmässig so unspezifisch, das praktisch jedeR reinschlüpfen kann und losmarschieren.

Als Betroffene zähle ich die RestriktionseingreiferInnen, die nach sog. medizinischer Indikation auf dem Flur aus dem Nichts auftauchen. Bloss zwei? Dumm gelaufen, nicht so schlimm. Ab vier Personen wird es beachtenswert. Bei mir bedeuten vier blaue Flecken an den Oberarmen, Isohaft etc.

Ein Gast kann bestimmt nichts mit der Bettenform in den Zimmern anfangen: Da gilt es zu unterscheiden Isomatratze bzw. Spitalbett.

Also in völlig harmlosen Erscheinungsbildchen geht die Ungeheuerlichkeit ab.

WelchEr PatientIn mag erzählen, was er bzw. sie alles erlitten hat?

Sogar die Zwangschemie wird so dosiert, dass die Betroffenen scheinbar einigermassen funktionieren. PatientInnen flüstern je nach Erscheinungsbild, können je nach Bewegungsmuster das Hauptmedikament benennen. Klar wird der Tremor untereinander verglichen, die Zitterhändchen ausgestreckt und die Tagesform verflucht bzw. gelobt: Heute kann ich einen Faden in eine Nadeln einfädeln oder ätsch heute überhaupt nicht.

Psychiatrie in der Form ist ein eigener Kosmos, ich habe ihn erlebt und erlitten, freiwillig mit mir nie.

Falsche Medieinnahme kann in 5 bis 10 Tagen medizinisch korrigiert werden. Im Januar hat mich die Polizei gepackt, am 4. Oktober schlief ich erstmalig in meiner eigenen Wohnung. Dazwischen Höchststress etc.

Klar sind in diesem Blog Texte, die unter Zwangsmassnahmen entstanden sind.

Für mich extrem wichtig, wenn ich wissen will und das will ich, wie funktionsfähig mein Kopf unter der Extrembelastung noch funktioniert.