Bitte Lebensqualität!

Eineinhalb Jahrzehnte war mein Leben so traumatisiert, dass ich mich ständig flüstern, sagen, schreien hörte: Bitte Lebensqualität, ich möchte Lebensqualität, was ich bräuchte, wäre Lebensqualität.

Klar sind meine Bewegungen eingeschränkt, obermühsam, klar sehe ich alles, aber danach werden meine optischen Signale mehr als ungenügend verarbeitet, klar…., klar…, klar…

Mein absolut, unbedingt, grösstes Problem, war meine massive Traumatisierung, trotz jahrzehntelanger Reszilienz, konnte ich meine Traumatas nicht mehr selbst schultern.

Gestern habe ich mich stundenlang mit einem Menschen gleicher Behinderung ausgetauscht: Unsereins ist in jedem Fall traumatisiert und sucht Wege und Möglichkeiten, die so zu plazieren, dass sie tragbar werden, im Idealfall verarbeitet.

Unter uns, allein, haben wir die in unseren Augen nicht zu verdauenden Sätzchen und Sprüche von NTs ausgespuckt, vom fünften Stock über die Balkonbrüstung hinaus, platsch auf den Boden. Welche Riesenerleichterung, welche grossartige Möglichkeit, Mauern runter, ehrlich und gerade sich auszutauschen.

NTs haben Null Ahnung, was wir alles verschweigen, was wir, uralt wie wir sind, längst begriffen haben, dass NTs uns klein machen, nur weil sie ihre Wahrheit nicht sehen, noch bekennen, noch ändern wollen.

Sie sind frei. Menschen mit Behinderungen sind, oh Wunder, ebenso frei!