Hemmungslos kommentieren

Wenn ich kommentiere, dann denke ich zuerst nach. Oh Schreck, meine Gehirnzellen sind gerade ortsabwesend oder unter der Dusche? Für mich kein Problem, dann haue ich nicht in die Tasten.

Interessiert mich ein Blog, mache ich mich mit seinem Inhalt bekannt: Über was wird gebloggt, was ist das Ziel, wer ist beteiligt, was ist die heutige Situation des bzw. der BloggerIn, wo lebt er bzw. sie gerade, unter welchen Bedingungen, wie wird der eigene Gesundheitszustand verstanden?

Es gibt eine Fülle von Informationen, die ich zuerst sammle, bevor ich piep schreibe, hallo mich gibts auch noch. Es gibt individuelle Bloggepflogenheiten, wie wird geliked. Ich finde mühelos Blogs mit 10 bis 20 Likes pro Post. Dann scheint ein Like die Funktion zu haben, kund zu tun, dass der bzw. die LeserIn soweit den Weg mitgeganngen ist, a la: Susi und Bernd haben heute schon vorbeigeschaut. So können und werden Likes eingesetzt.

Des weitern gibt es Gepflogenheiten punkto Kommentare und punkto Antwort auf Kommentare. Ich Deppin war immer höflich, habe nichts weggeputzt, über 18 Monate lang. Ich habe mich verrenkt und verbogen, immer das Positive rausgepickt und meine eigentlichen Interessen gingen total futsch, ich hatte zu wenig Energie, um andernorts, wo es für mich interessant wäre, mitzulesen. Schlimm finde ich das, sehr, sehr schlimm.

Bloggen und Kommentieren ist nicht einfach wurscht. Das ist eine Art Literaturform der Moderne, des Internetzeitalters, des www.