Nein sagen, respektvoll

Das habe ich im 12-Schritteprogramm gelernt, dass „Nein“ ein ganzer Satz ist. Wenn ich beginne, mein Nein zu begründen, ist das nichts anderes als die Steilvorlage für meineN StreitpartnerIn einzuhaken, nachzulegen, in eine völlig unnütze Diskussion auszubrechen mit dem bescheidenen Ziel, dass ich nur kurz aufmucke und dann so wie bis anhin weitermache:

Will mein Gegenüber nicht, ist es schon längst weg. Also einer will gehen und der andere findet sich gut, die Interaktionen bringen genau den Gewinn, der gewollt ist. Einige lesen meine Posts hauptsächlich aus Sensationslust, fühlen sich angeblich persönlich und scheints fachlich mir hoch überlegen. Da bin ich eingereiht unter den täglich guten Taten, den Himmel muss man sich scheints verdienen.

De facto ist null und nichts Traumawissen vorhanden, die mir seit 38 Jahren nur zu bekannten und bewussten Fehlinterpretationen, Vorurteile werden grosszügig ausgeteilt. Wer echt denkt, dass mich das interessiern könnte, irrt sich gewaltig.

WORDPRESS kennt beliebig viele Blogs, die an gleichen, ähnlichen oder verwandten Themen arbeiten wie ich. Da liegt mein Interesse, zu finden auf jeder Seite ganz unten rechts, Blogs denen ich folgen möchte, wenn ich denn die Kraft und Zeit dazu hätte. Habe ich sie nicht, ist es ganz einfach, ich MUSS das, was mich davon abhält als Blubbertätigkeit beenden.

Da prallt frontal Selbstverständnis auf Selbstverständnis, Selbstwahrnehmung auf Selbstwahrnehmung: Wie einem Dreikäsehoch wurde mir schriftlich mitgeteilt, ich sei respektvoll behandelt worden auf Augenhöhe. Wie jetzt? Über meinen Kopf hinweg wird entschieden, was ich fühlen soll? NIE wurde gefragt bzw. diskutiert, was ich als respektvoll empfinde. Das und nichts anderes ist mein Massstab.

Meine Katze Spix kam auch ins Visier, angeblich sollen Katzen so oder so erzogen werden. Massstab, NT-Gehirn, voll funktionsfähig, nö, wer diese Leistung nicht erbringen kann, darf kein Tier haben. In meinen Augen kreuz- und grundfalsch. Ich erinnere mich lebhaft an eine ältere Frau, die mit ihrem Hund so Gassi ging: Sie schwer gehbehindert im angepasst umgebauten Auto, der Tierheimhund daneben, er wusste genau, in welchem Auto sein Frauchen sass. – 2. Bsp. Pferd: Vor 54 Jahren lernte ich meinem Pferd den Hals zu tätscheln, wenn uns etwas besonders gut gelungen ist. Tätscheln ist tätscheln und nicht hauen! Korrektur neulich: Ich solle streicheln und nicht hauen. Na dann viel Spass bei freudiger, akuter Spastizität: Murkse dein zapplender Bewegungsimpuls in eine Streichbewegung ab. Mit allem Respekt, diese Bewegung lerne ich nicht mehr um und jedes Pferd spürt, was ich ihm mitteilen will sofort und völlig spontan. – So machen unsereins NTs das Leben schwer, völlig unntötig, in ihren Selbstverständnis stets zu Recht.

Tiere können klug oder dumm erzogen werden, sie sind anpassungsfähig und Spix hat mir noch NIE vorgeworfen, dass ich behindert bin. Gucke ich ab und zu ins Inhaltsverzeichnis eines Katzenerziehungsbuch, dann wundere ich mich, was Menschen alles falsch machen können: Eine Katze ist kein Hund und keine Handtasche. Finde ich logisch und klar und alles andere ist Beobachtung, Respekt und Zwiegespräch zw. mir und Spix.

Mit 50 Jahren habe ich beschlossen zuerst und zuvorderst auf mich Rücksicht zu nehmen und mir nicht mehr von Dummköpfen einreden zu lassen, sie wüssten alles besser. Hoffnung habe ich für die Jugend, sie ist so anders erzogen als wir damals, dass was wirklich anderes nachwächst.

Zuhören tu ich selbstredend in meinem Block, andere haben die Bewegungen schon gemeistert, die mir täglich noch zu schaffen machen. Ein fachspezifischer Austausch findet statt, verblüfft bin ich, wie Mauern, die normalerweise hochgezogen sind, runtergeschraubt werden a la: Hilfst du mir rasch, ein andermal kann ich dir helfen. – Wie war das nochmals in meinem alten Block, wenn ich mit der linken Hand das Knöpfchen am Ende des rechten Arms einer Bluse nicht schliessen konnte? Ich erinnere mich noch ganz genau! Tshirts hangen mir sowas von zum Hals raus!