Beleidigt sein dürfen…..

…..soll ich zu meinem Problem machen. Dieser Tage eine Mailauseinandersetzung vermutlich mit einer Juristin, Mediatorin oder Germanistin.

NTs sind für mich total langweilig. Im Vorschulalter wurde mir insbesondere von meiner magersüchtigen Erzeugerin ständig um die Ohren gehauen, dass mein hirnverletztes Sprachverhalten NT-untauglich ist. Da ich zu dem Zeitpunkt bereits traumatisiert war, könnte es eine Mischung aus hirnverletzt und traumatisiert sein. Das wurde meinerseits nicht entschlüsselt und ist wohl schwierig auseinanderzudividieren.

Also der uralte Wein in neuen Schläuchen. Mein Gegenüber sollte einen Text von mir in eine sprachlich juristisch korrekte Passform umformulieren. Beim Erstenmal hat das prima geklappt. Per Mimikri, wie ich heute weiss, bekam ich das Gefühl verstanden worden zu sein und ein Individuum gefunden zu haben, das hirnverletztisch in NT-Sprache umgiessen kann. Das wäre eine absolute Rarität. Eine klassische Fehleinschätzung meinerseits. Zu meiner Verteidigung ist festzuhalten, dass es dafür keine formale Ausbildung gibt. Aus meiner Wahrnehmung ist es reiner Zufall, Geschenk Gottes, wenn ein Gegenüber diese ungewöhnliche Leistung erbringen kann, normal ist, dass nicht. Zu meiner Verteidigung ist des weitern festzuhalten, dass Menschen mit Behinderungen auch nur Menschen sind, nämlich ihrer Behinderung unterworfen. Normal wäre, wenn NTs auf mich zugehen würden, wir allenfalls uns in der Mitte des zu überwindenden Weges treffen könnten und ich nicht ausgerechnet wegen meiner durchaus vorhandenen Intelligenz in die Pfanne gehauen würde. Meistens wird von mir verlangt, dass ich den GANZEN Weg zurücklege und das Gegenüber verlangt, dass ich durch meine Intelligenz NT-konform funktioniere.

Auf den zweiten Text, den Endgültigen und für mich wichtigen musste ich monatelang warten. Ich riss mich am Riemen und wartete höflichst. Dann kam dieser für mich völlig unbrauchbare Text. Als ich mich darüber heftigst beklagte, die Aufforderung, die Arbeit SELBST zu erledigen. Natürlich schaff ich das nicht, ich kann meine Defizite nicht rasch mal ausschalten, weil ich gerade einen juristisch korrekten Text bräuchte.

Das Gegenüber fühlt sich total im Recht, wenn es beleidigt ist, weil ich so lächerlich doof und provokativ behindert sein muss. Mich überkommt ein Riesengähnen: Die NTs bieten immer dieselben uralten Gamellen, um faul sein zu können, Innovation ist ihre Sache nicht.

Immer frage ich mich, was diese Selbstgerechten tun würden, wenn jmd. mit einem Tourettesyndrom ihren Weg kreuzen würde. Da wären sie noch totaler überfordert und ihr Beledigtsein dürfen könnte in einem akuten Herzinfarkt enden.

Wir sind beleidigt, weil du behindert sein musst. Gibt es ein dümmeres Argument um beleidigt zu sein?

Weil das Texprodukt für mich unbrauchbar war, war ich logisch kritisch und nicht mehr kooperativ. Eine Ombudsstelle sollte unmotivierte Menschen motivieren, kooperativ zu werden. Solange die Ärmsten beleidigt sein müssen, schaffen sie das nicht.

Ins Geschichtsbuch sämtlicher so Beleidigter: WEDER MEINE HIRNVERLETZUNGEN NOCH MEINE TRAUMATAS GEHEN DURCH EUER BELEIDIGTSEIN WEG.

Im übrigen könnt ihr eure Probleme für euch behalten und selbst lösen. Danke der Nichtnachfrage, ich habe gerade genügend eigene Probleme und kann mich nicht um euren Stuss kümmern, denn das ist es, Stuss, Stuss, Stuss der Unterpraktikantin der Unterpraktikantin.

Für Interessierte hier  der Link von Fragile Suisse, Titel „Leben mit einer Hirnverletzung“. Angehörige werden in der Bröschüre u. a.  informiert, welchen Veränderungen Menschen mit einer Hirnverletzungen unterworfen sind. Logisch können sie diese Defizite nicht kompensieren. Ein kompensierbares Defizit ist kein Defizit mehr, weil es durch Umwege ausgeglichen werden kann. Mühsam zwar für die Betroffenen, aber in einem gewissen Ausmass durchaus machbar. – So gehe ich z.B. mühsam zwar und nur noch Kürzeststrecken, aber ich gehe und kann zum Voraus berechnen, wie weit ich gehen kann.