Gehirnwäsche nachhaltig

Kleinen Kindern wird Ordnung gelehrt, sie sollen mit den Jahren aufräumen können und ordentlich werden. Mein Köpfchen kriegt einen Heul- bzw. Lachkrampf je nach Gemütslage.

Heute ist es mir mehr ums Weinen, fünf Tage ohne Tabakkonsum zeigen ihre deutlichen Spuren. Ich habe versucht, die Bankgeschäfte für mich zu vereinfachen, was zu einer explosionsartigen Verkomplizierung geführt hat.

Ursprünglich wollte ich von meiner langjährigen Bank A zu einer Filiale der Bank A in Stadt B mit meinen Konten umziehen. Kriterien: Einfachere Anfahrtswege, wenn ich persönlich vorbeischauen muss, möglichst die gängigen Abläufe nicht verändern.

Letztens war eh vieles sehr ärgerlich geworden, die Bankomaten waren mehrmals neu programmiert, wenn ich Geld holen wollte, bekam ich nicht mehr die gewohnten 100 er Noten, sondern andere für mich mühsame oder unbrauchbare Notenscheine.

Mein Portemonnaie ist einfach organisiert: Münzfach, zwei Fächer für Scheine, vorne die kleinen und hinten die hunderter. Wenn ich nun 20er Scheine für 800.- SFr. habe, ist das für mich viel zu unübersichtlich und nicht wahrnehmbar, wieviel Geld ich im Portemonnaie habe. Ich orientiere mich einzig an den 100er Noten, die sehen anders als die 20er aus. Diese Änderung ist für mich NICHT machbar, einfach völlig unzumutbar. Ich mag mich nicht samt Portemonnaie in einer lächerlichen Situation wiederfinden.

Ich habe nicht gern zu viel noch zu wenig Geld. Es muss reichen und ich will nicht in Verlegenheit geraten, umgekehrt, wenn ich den Inhalt verliere, muss es verschmerzbar sein. Ich trage als Frau auch bei einem Autokauf oder sowas nie x-tausend SFr. bar rum. Das ist mir viel zu unheimlich.

Dieser Bankwechsel hat überhaupt nicht funktioniert, ich wurde nur frustriert: Zuerst musste ich mir einen langwierigen völlig uninteressanten Vortrag anhören, ich befand mich blitzartig in einem finanziellen Engpass, weil ich zu den neuen Konten kein Plastikgeld bekam. Statt diesen Fehler umgehend zu korrigieren, bzw. mir zu Liquidität zu helfen, motzten mich Bankangestelle nur an, jedesmal, wenn ich irgendso eine junge Frau vor mir sehe, kommen mir meine KonfirmandInnen in den Sinn: Jung und unbedarft, nur Unsinn im Sinn, unberührt von Sachkenntnis.

Selbst innerhalb dieser einen Bank klappte der Transfer von einer Filiale zur andern nicht. So habe ich zu meinem grossen Missvergnügen momentan Konten auf drei Banken: Mein Haushaltungsgeld beziehe ich noch immer bei der Bank, bei der ich wegziehen wollte und den Prozess Mitte April einleitete. Von Bank A in Stadt B hatte ich immer nur per E-Banking Zugriff auf meine laufenden Konten. Plastikgeld bekam ich nicht, was ich hätte bekommen sollen, weil diese gleiche Bank sehr eigenständige Filialen hat, die überall leicht anders organisiert und aufgestellt sind.

Von meiner Zielbank, Bank Beck oder so ähnlich, habe ich peu a peu alles bekommen, was ich brauche: Jonathan sitzt stundenlang am Läppi und organisiert meine Zahlungsflüsse: Wem ich per Dauerauftrag Geld schulde, wer mir regelmässig Geld einzahlt und alles natürlich auch fürs IV-Assistentenkonto, herrlich all die Arbeit, die Privatpersonen für die Banken erledigen wollen oder müssen?

Während mein Köpfchen mir predigt: Alles paletti, geh und zieh Geld über die Beckbank oder so ähnlich, predigt mir mein Gefühl: Ab unter die Bettdecke, mit Banken wollen wir nichts mehr zu tun haben. Die Beckbank hat sich schon zweimal höflich erkundigt, ob ich alles habe, was ich brauche und als ich was nicht bedienen konnte, bekam Jonathan die Instruktionen und richtete mir das Ding appweise ein.

Meine grosse Quizfrage: Ab unter die Bettdecke oder ab an den Bankomaten? Ich klebe ganz fest an meinem Stühlchen und atme kaum noch. Wegbewegen? Null Chance!