3 mal Ritterschlag, einmal ungenügend, (viel später) einmal Patt mit Fortsetzung folgt…

…das ist meine bisherige heutige Bilanz, der Tag ist noch nicht zu Ende, fürs morgige Fest habe ich Bier kalt gestellt.

Während ich mich in rasantestem Tempo verändere, bleiben andere stehen. Das ist ihr Recht, ich aber gehe vorwärts, lasse sie, wo immer ihnen beliebt stehen und nein, ich muss danach mit ihnen nicht mehr Kaffee trinken gehen, ich habe mich so verändert, dass andere Menschen in mein Leben kommen. Ende der endlosen TherapeutInnenreihen und deren fragwürdigen Beurteilungsbogen, Normalität ist gefragt, Reiselust, rauschende Nachbars- und WoWafeste.

Was andere ein Leben lang getan haben, beginne ich seit wenigen Monaten zu tun.

Was denken sich eigentlich viel jüngere Menschen als ich, wenn sie mir nicht zuhören wollen? Ich müsse xy und z? Muss ich nicht nur nicht, sondern überhaupt nicht. Vielleicht muss ich mal sterben, vielleicht bringt nicht einmal der  Tod meine grosse Klappe zum Schweigen, vielleicht überlebt die meinen irdischen Untergang.

Dreimal wurde ich in höchsten Tönen heute gelobt, dreimal wurde ich zur Ritterin geschlagen allein in diesen wenigen Stunden. Wenn meine noch verbliebenen KritikerInnen wüssten, wie vereinzelt und rar sie geworden sind? Schon bald muss ich sie sorgsam sammeln, diese vom akuten Aussterben bedrohte Spezies.

Ich errichte ihnen dann sorgsam ein kleines, freundliches, behindertengerechtes Biotop. Wer meine zahlreichen Begabungen übersehen muss, der hat echt ein Wahrnehmungsproblem und verdient besonders sorgsamen Schutz, behindertengerecht halt, durchaus freundlich gemeint, aber todlangweilig, mit bunten Medaillen um den Hals und wunderschönen total fehlplatzierten Reden.

Wenn Menschen wie ich auftauchen werden, geleite ich sie in weitem Bogen um dieses Biotop herum. Artengerechtigkeit und -vielfalt sind gewollt, aber diese Krokodile werden nur mit Biomais gefüttert und nicht mehr mit meinesgleichen.

Ich danke Gott auf den Knien für meine Traumatherapie, täglich, stündlich, vielleicht mit jedem meiner Gedanken.


Nachtrag: Ein Ritterschlag kommt ausgerechnet vom verkürzten oder verlängerten Arm der KESB. Wer nur eine schwache Ahnung der Bedeutung dieser Institution in der CH hat, kann ermessen, wie sich das für mich anfühlt: Morgen gibt es ein rauschendes Bierfest, immer so rauschend und bierig wie WieOrt eben feiern will.

 

Ich sag es doch, der Tag ist noch lange nicht zu Ende: Ein Seilziehen wird bestätigt und stolz erwähnt, die Gegenseite habe eine andere Meinung. Hoffentlich auch, sonst würde ich beginnen an meiner Intelligenz zu zweifeln.

Es ist wie andernorts: Zuerst muss ich die CH-typische Ochsentour absolviert haben und mich Seigelchen für Seigelchen emporarbeiten, bis ich irgendwann, irgendwie ernst genommen werden muss.

Im Internet gibt es einen Blog, der seit zwei Jahren ruht, der ist auf meine Stichwortsuche hochgekommen. Der hat einen solch wahnwitzig präzisen Blogtitel, dass allein der mir oft Trost spendet.

Wie will irgendwer ensthaft behaupten, dass die Zwangspsychiatrie anders funktioniert als in den offziellen Medien der CH vor Jahren erwähnt und beschrieben. Da muss ich nur feststellen: Hashtag: ich auch, wobei das Thema klar KESB und Zwangspsychiatrie ist und nicht das andere, was NTs damit verbinden.

Wer sich über die rückständige CH wundert, der darf sich getrost an ledige Mütter in Frauengefängnissen erinnern, Zwangssterilisationen, die oft entwendeten Babies, an die Verdingkinder gerade im Kanton Bern und an Altbundesrätin Widmer-Schlumpf die damals den Mut hatte, die betroffenen Opfer als Opfer anzuerkennen. In meinem Beruf haben mir gerade ehemalige Verdingkinder erzählt, was alles sie erlebt haben und wie sich Ungerechtigkeit auf Ungerechtigkeit gehäuft hat. Nie habe ich verstanden, dass männliche Pfarrer sich in dieser Unrechtsgeschichte die Hände auch schmutzig gemacht haben. Sie müssen in einer anderen Bibel gelesen haben als ich.

Gehen wir zurück in den zweiten WK: Da gab es Barth, Bonhoeffer etc. und die Deutschen Christen. Nicht immer war klar, wer später als Helden gefeiert würde.  Oder nochmals anders: Unrecht ist Unrecht, weil es Unrecht ist, ganz egal, ob es mit menschlichen, staatlich zur Verfügung gestellten Mitteln an den Tag gebracht werden kann. Wem der Mord mit den Rechtsmittel nicht nachgewiesen werden kann, darf nicht Mörder genannt werden, es gilt die Unschuldsvermutung. Die Zeugen, die ihn morden gesehen haben, wissen vor sich und vor Gott, dass er gemordet hat, nach Rechtsstaat dürfen sie das nie laut sagen, wenn sie nicht die Beweise haben, dass es so ist. Verleumdung droht, wenn was behauptet wird, was nicht bewiesen werden kann.

Ich z.B. kann nicht nach rechtsstaatlichen Massstäben beweisen. Der Rechtsweg ist mir verschlossen, ich bin viel zu schwach. Trotzdem weiss ich, was ich weiss, weil ich es erlitten habe. Vor Gott und mir weiss ich es mit Sicherheit. Der Rechtsstaat lacht mich ganz laut aus. Diese Ochentour habe ich nach bestem Wissen und Gewissen, möglichst effizient und rssourcenschonend abgearbeitet.

Pech für meine Gegeseite war, dass ich bei der ersten PZM- Einweisung 2017 total verärgert war, aber ohne psychiatrische Diagnose. Tja, da wird es schwierig, irgendeinen angebliches Heilungsgeschehn zu behaupten. Ich war monatelang so unsäglich wütend, dass ich in der Zeit in keine schwere Depression verfiel, was krankheitsatypisch ist und war.

Gesundheitsfördernd und das massiv, wirkt die Traumatherapie. Das schreibe ich sehr gerne.

Weil ich politisch bewusst und Feministin bin, eine x-mal gekreuzigte und auferstandene Christin im übertragenen Sinn, beschreibe ich diese, meine Lebenskatastrophe und es ist mir erstaunlich egal, was meine GegnerInnen von mir denken. Wer 61 Jahre lang gekämpft hat in wenigen Tagen , der kann kämpfen und wie! Das Schilf beugt sich dem Stum und bricht gerade deshalb nicht!