Ode an den ETH Prof. Ing. Agr.

Der Tag hat mit stundenlangem Lachen begonnen und soll damit auch enden, deshalb diese Ode an den Professoren des Milch Mälchertlis, der im Unterschied zu mir nie in den Schorgraben gefallen ist und zu seinem Vorteil nicht den langen Weg ins Schloss unter die Füsse nehmen musste, um ein simples Mittagessen einzunehmen und dann beim Abtrocknen in der Schlossküche mit nur kaltem Wasserhahn zu helfen.  Schliesslich ist er Professor und kein Schlossmädchen, also in der Schlossküche blieb vom Schlossfräulein nichts mehr übrig, da war nur LangweilerInnenarbeit angesagt.

Danach in Sturmeseile ein Hecht zur Schlossmauer, ein Satz darüber, um sanft auf dem Laubhaufen darunter zu landen, sich dann den Hang runterzukugeln und was gisch was hesch zum Schlossgut zu eilen.

Also mittags schnallte ich ds Milchmälchterli nicht um, da ging es je nach Wetter und Saison in den Heuet oder ids Gwächs mit de Gluuuri i de churze Hose, wo so schuuurig gstoche hei. He ja und nume d Büri het d Gwächspuppe mit der richtige Garbe dörfe decke und sie het gäng die Schönschti broche für obedruf… Däm het me puppne gseit. (Einen lieben Gruss an alle meine LeserInnen aus deutschsprachichen, fernen Landen, wenn ich die Mundartwörter vor lauter Alter kaum mehr finde, werdet ihr vermutlich nicht viel mehr als ich verstehen, also nahezu nichts. Daraus folgere ich, dass es nur noch besser werden kann.)

Warum ich mich beim Herrn Professoren und seiner Entourage so wohl fühle, eher ist es umgekehrt, dass er Entourage ist zur Reitlehrerin, weil wir wild zus.gewürfeltes Behindertengrüppchen auf deren Hof so gut aufgenommen werden. JedeR von uns wird genau an dem Punkt abgeholt, an dem er bzw. sie steht, alle werden liebevoll und respektvoll gefordert, alle sind wir gleich und ich muss meine Intelligenz nicht im Auto liegen lassen. Ein typisch Emmentalerspruch folgt dem andern. Mithalten kann ich locker, weil ich dort, in Langnau Jahre gewohnt habe als Frau von…

Megaschöne Gegend, ich liebe sie. So haben wir uns zwei Stunden lang die Bäuche gehalten vor Lachen, dabei die Turn- und Pferdearbeit zu unserer Zufriedenheit erledigt und auch Menschen, die nicht so gut sprechen können, scheinen entspannt und wohl zu sein.

Klar muss ich Grossmaul nachsitzen und mehr arbeiten, schlicht weil ich es kann und natürlich die alte Geschichte vom Hofkehren zum besten gegeben habe. Hoffentlich ist demnächst  Walpurgisnacht, wehe ich finde auf dem Hof einen Besen, der mir in die Hand gedrückt wird zum Kehren.

Reitlehrerin und Herr Professor, in ca. einem Jahr möchte ich selbständiger geworden sein im Westernreiten, das ich z.B. von der Ranch, die früher am Gurnigel platziert war, her kenne. Den Sattel kann ich nicht stemmen, der ist mir zu schwer. Den Rest kann ich oder kann ich bestimmt lernen. Ich will, dass sich eure Pferde wohl fühlen, das hat man mir schon als Kind eingeimpft, achte nicht aufs Euter der Kuh, sondern die Ohren der Pferde. Sie signalisieren, in welche Richtung ein Pferd lauscht. Gucke gut hin und du wirst an ihnen ablesen können, was als nächstens geschehen wird. Also mein hochdotierter Pferdeflüsterer der so gut flüstert, dass mein Pferd ganz brav neben ihm herläuft und den ich in einer Woche fragen werde, ob der Link was taugt oder Hokuspokus ist, schliesslich ist er Prof. Ing. Agronom und nicht ich. Ich kann nur andere Gurus ziemlich mühelos und blitzartig zuordnen. Nicht jeder ist ein neuer Jesus, der sich dafür hält, da gilt es hellwach zu sein.

Typisch kann ich mich nicht entscheiden, wie sich der Herr (= im Himmel) Prof. Ing. Agronom schreibt. Der Link führt zur ersten Erwähnung seiner Durchlaucht, erster Absatz, ca 2. unterste Zeile.

So, wenn ich brav und gut geschrieben habe, darf ich vielleicht trotz Systemkritik den Pferdestall verlinken. 🙂

Eine Ode ist in dem Post übrigens ein Loblied klar zu unterscheiden von Lobhudelei bitte. Eine solche kratzt sowieso noch in meinem Öhrchen ganz gluurihaft.