Hitzeferien?

Jonathan II kommt heute Probearbeiten. Als Arbeitgeberin, als gute Arbeitgeberin, muss ich mich noch rasch kundig machen, wie heiss es in der CH sein darf und ArbeitnehmerInnen müssen arbeiten und ab wann ich entweder in die Badi einladen muss oder Hitzeferien spendieren.

Ab in die Badi liest sich gar nicht schlecht: Ich in der Mitte und links und rechts von mir je ein junger Mann für Jonathan zu bestialisch früher Morgenstunde um 06 Uhr durch die Badi streifend auf der Suche nach dem besten Schattenplatz für genau 2 Std.. Länger wird Jonathan II nicht probearbeiten können. Jonathan und ich stehen massiv unter Leistungsdruck, den aktuellen Zustand von Pius müssen wir bemurmeln und beratschlagen, ich bin auf dem Stand, dass Pius in Tränen aufgelöst ist, weil er einer Radikalkur unterworfen wird. Bloss was gemacht werden muss, muss getan werden.

Obwohl Pius angeblich im Dez. 18 abgewaschen worden sein soll, steht er vor Dreck, insbesondere das Überdach. Wer kann mir bei der Reinigung helfen? Statt wie Madame de Meuron* eine Springkonkurenz anzubieten, bieten Jonathan und ich eine Grillparty auf der Parzelle von Pius und ausgewählte junge Frauen und Männer in Offiziersuniform dürfen Arbeiten nach IV-Assistenzentlöhnung erledigen, die ich dringend erledigt haben muss. Entweder nehmen wir es mir Humor oder wir ärgen uns grün und blau, was gesundheitlich nicht bekömmlich ist, naheliegend zwar, aber einfach nicht zielführend. Solche Dummheiten lasse ich lieber, wenn ich nur irgendwie kann. Manchmal gelingt es mir und manchmal finde ich trotz Hitzejuni eine Schlammpfütze und lande platsch wie ein gefällter Baum mittendrin. – Habe ich nicht gerade von anstehenden Reinigungsarbeiten etwas gefaselt. Genau: Sauber soll die Welt zu Grunde gehen, wenigstens sauber.

* JedeR kann diesen berühmten Namen googeln und wird platsch in einer Schlammpfütze landen durch all die Missinformationen, die es logisch bis ins Internet geschafft haben.

Jonathan und ich, wir sehen hinter die Fassade, kennen die Spielregeln in- und auswendig und werden den Standesregeln der BE ziemlich gerecht, jedenfalls solange wir es  bewusst wollen und nicht links oder rechts abbiegen. Diese Spassrunden werde ich vermissen, wenn er in Basel ist. Eine solche liebevolle Systemkritik muss man sich erarbeiten, bevor man sie hat.