Konfliktbereinigung Kletterhalle

Neugierig, wie ich bin, will ich immer wissen, wo der Hase im Pfeffer liegt. Warum klappt was unversehens nicht mehr, was früher genial war und mich beglückt hat, warum dieser Frust auch noch, zum Frust über verlorene Fähigkeiten durch den CP-Schub?

Was ich mir in meiner Kindheit gewünscht hätte, nämlich sinnvolle Förderung mit einem gesunden Menschenverstand, setze ich nun mit fast 61 Jahre durch:

Ich überlege mir, wie wichtig für mich Bewegungen sind, welche ich nicht maximalstens sondern minimalstens lernen muss, um beim Klettern Spass zu haben. Das ist ein gewaltiger Unterschied!

Wann hatte ich Spass, in dem für mich sinnlosen Kurs? Rein zufällig, eigentlich als ich innerlich schon längst gegangen war, hat mich ein Kursleiter an einer Route 5b gesichert und der Diskretion des Internets sei es anvertraut, teilweise hochgezogen. Das war x-fach vergnüglich: Natürlich weiss ich, dass der Schweregrad 5b völlig ausserhalb meiner Reichweite liegt. Das entspricht dem Reiz des Verbotenen, weil die Ochsentour schlicht übersprungen wurde, nix Technik lernen, einfach Spass haben. Optisch könnte ich eine solche für mich vergnügliche Route nicht auswählen, da brauche ich Hilfe.

Natürlich sind durch die griffweisen Erfolgserlebnisse, meine Sinne blitzartig geweckt worden und dadurch bin ich erstaunlich hoch hinaufgekommen und blieb nicht an einem Klimmzug stecken, sondern war danach ausgepowert. Ein cooles Gefühl, das ich beim Klettern schon immer geliebt habe.

Als ich zu Beginn die Routinearbeiten erledigen sollte, knickte ich die rasch, ich wollte meine Energie nicht für Nichtigkeiten verschwenden, die Kursleitung muss die Verantwortung tragen können, diese Dienstleistung habe ich mit dem Kurs eingekauft.

Was ich sah, war dass die Griffe für meine Hände vielleicht, vielleicht machbar wären und genau das juckte mich, weil Routengriffe eigentlich immer schwieriger zu greifen sind, also muss diese Route ein Geheimnis bergen, das sich mir verschliesst, mir völlig egal ist, weil ich einzig und allein Spass haben will.

Und los gings und überraschend weit und dann kam GsD ein Armgriff, der zu weit oben war und ich üben wollte meine Körperspannung so aufzubauen, dass ich ihn möglichst selbständig ergreifen konnte. Meine Beine sind so ziemlich perdu, aber meine Arme sind mir wichtig, da hätte ich Potential. Alles machbar, alles realistisch und ich wette, dass ich in dem Kurs nie so gut geklettert bin, wie genau dann und damit durchaus vorhandene Ängste vergessen habe, weil ich mich voll auf meine Griffe konzentrieren konnte und die übrige Welt vergessen. Auch das war unsd soll Klettern für mich sein.

Tja und wenn die Meinungen, was abgehen soll, so verschieden sind, dann sind sie es halt und dann kann ich es stehen lassen und mir meinen Spass anders organisieren.

Wie in meinem Kinderbuch beschrieben, ist für mich beim Klettern der Himmel die Grenze. Was andere tun und wollen, ist mir wurscht, Klettern ist für mich die Verschmelzung mit mir selbst, mit meiner körperlichen Tätigkeit, die ich gerade mache.

Und bei Gott, ich werde per Technik sichern und mich nicht auf gleichschwere PartnerInnen wie mich beim Sichern spezialisieren. Die nicht Behinderten können uns Übergewichtige sichern und ich übe zumindest vorerst mit Leichtgewichten: Früher konnte ich in die Wand springen und mich abstützen beim Sturz meiner Kletterpartnerin. Heute ist das für mich keine Option mehr. Genau und das bestimme ich, wie ich beim Klettern sicher sein will, weil ich im Leben immer Eigenverantwortung gezeigt habe und zeige.

Der Konflikt darf das Seil loslassen und genügend weit in die Tiefe stürzen, dass er verstummt. Ich werde ihn nicht retten, er ist mir nur lästig und für solchen Kram hat mein Gehirn keine Kapazitäten. Und wenige Sätze hätten genügt, um die Differenz der je in sich berechtigten Standpunkte zu klären.

Wie immer in meinem Leben, soll ich die Arbeit alleine machen.       ?!?!?!

Es gibt Menschen, die fühlen können, wie ich mich fühle: 61 Jahre ist nicht 16! Die Menschen sind für meine Zukunft wichtig.

Jetzt ziehe ich den Schlussstrich:






 

Der Nächste kann die Noten einsetzen und dann gibt es Musik!