Sie schauen alle weg, einfach alle!

Mir ist voll klar, welches meiner früheren Traumatas durch die gegenwärtige Situation voll Kanne, noch unverarbeitet aktiv wurde, ich sah mich im gegenwärtigen und früheren Albtraum:

Mein zweiter Ex und ich waren in dieses Dorf gekommen, beide als PfarrerIn, ich 10%, er 90%. Den Kehricht hatten wir am alten Ort weggeworfen und nach drei kurzen Monaten am neuen Ort, waren im Keller einfach zu viele leere Wein- und andere Flaschen. Ich hatte ein Riesenproblem. Alles, wirklich alles hatte ich getan, was mein tendenziell unzufriedener Ehemann gewollt hatte. Wenn dies bzw. jenes erfüllt wäre, wäre er zufrieden. Am letzten Samstag habe ich ihn mir angeguckt, zufrieden sieht in meinem Vokabular anders aus.

Damals wischte ich vor meiner eigenen Tür, ich ging zur Selbsthilfegruppe Al-Anon und erst nach 23 Monaten bin ich mit meinen beiden Kindern geflohen und diese Flucht war erfolgreich, während alles, was ich vorher versucht hatte, erfolglos blieb, ich lächerlich gemacht wurde, weil ich jünger war als der KGR, insbesondere der Präsident hat mich damals vorgeführt.

Kaputt ging damit zuerst einmal ein ganzes Menschenleben, kaputt ging unsere Ehe, die zweite Tochter, Kind dieser Ehe ist voll IV. Eine wirklich reife Leistung unseres damaligen Arbeitsgebers, der von mir offen informiert wurde, an Zivilcourage hat es mir nie gefehlt.

Genau diese, für mich ausweglose Situation, ist wieder hochgekommen, ich war wieder eingeklemmt, ausgeliefert und nie, nie, wäre der geringste Klagelaut über meine Lippen gekommen. Um in den Augen der sog. Profis ein gesundheitliches Problem zu haben, muss zuerst schon alles verloren sein. Das nennt sich Prävention, das Problem nicht angehen, wer eine Frühintervention wagt, könnte sich täuschen, weil er nur aus Verhaltensweisen auf ein evtl. vorhandenes Problem schliessen kann, eine genaue Diagnostik ist das wahrlich nicht. Täuscht man sich, dann wird man ausgelacht und das Problem besteht voll logisch weiter.

Diese menschliche Einstellung hat mich vor über zwei Jahrzehnten nicht überzeugt und tut es noch heute nicht.

Ja, ich habe eine Meinung und ja, ich habe sehr viel beobachtet und auch wenn es mich nichts mehr angeht, nähme es mich wunder, was nun wirklich dahinter steckt. Früher, damals hatte ich zu 100% Recht und heute?

Noch eine Frage: Was ist der Gewinn, wenn ich hinschaue und zum Dank dafür zur Schnecke gemacht werde, mein Leben ist wahrlich kein Schleck? Es kommt nicht von ungefähr, dass ich Gott vertraue, ihn liebe und anbete und auf fast alle Menschen verlasse ich mich nicht mehr, echt nicht. Kein Wunder bei meiner Lebensgeschichte, finde ich.