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Unterschenkelmuskulatur

Um einigermassen vernünftig gehen zu können, müssten die muskulären Voraussetzungen stimmen. Müssten, tun sie aber nicht. Meine beiden Unterschenkel zeichnen sich durch stellenweise knallhart verspannte Muskulatur aus. Rein zufällig haben die Physiotherapeutin und ich diese schmerzliche Tatsache entdeckt und dürfen jetzt langsam mit Hingabe versuchen, diese Verspannungen zu lockern und dann kann ich vielleicht, hoffentlich besser gehen und klettern.

Nicht jede meiner Einschränkungen ist gleich neurologisch. Wer hätte dadrauf kommen sollen? Ich nicht, obwohl es voll logisch ist, dass meine Muskulatur nur noch verspannt ist: Erstens wurde sie vermutlich hoffnungslos überfordert, als ich vor gut zwei Jahren versuchte von allen Vieren auf nur zwei Beine zu kommen, um mich vorwärts zu bewegen.

All die massenhaften spastizitäterhöhenden Psychopharmakas, die in meinen Händen zu ständigem Tremor führten, gaben meinen Beinen den Rest. Das ist so einfach zu begreifen, dass niemand auf die Idee kam, zu ertasten, ob meine Muskulatur die Voraussetzungen für meine Gehfähigkeit liefert und wenn nein, wie sie auf die Gehfähigkeit vorbereitet werden kann.

Ich hasse es, wenn ich mich um neue Baustellen kümmern muss. Ich habe genügend Alte. Das ist von Null Interesse. Will ich vernünftig gehen können, tue ich gut daran, mich auf meine Gegebenheiten einzulassen und danach auszurichten.

Jetzt schwanke ich zwischen Hoffen und Bangen. Ich hoffe, dass unsere Aufmerksamkeit auf meine Muskulatur mir Erleichterung bringt und bange, dass ich mich darin täuschen könnte und meine Geh- und Stehfähigkeit weiterhin so bescheiden bleibt, wie sie immer noch ist.

Völlig unreif aber total süss

Vor einiger Zeit war ich in Hamburg auf Reisen mit meinem IV-Assistenten. Seismograph ging mit Parabolantenne für drei Tage ins Ausland, ich habe hier einen ersten Reisebericht eingestellt. Gestern war eine Art Nachlese.

Ich empfinde mich als Seismographen: Irgendwo liege ich wie ein hochpräzises Messgerät im Berg und spüre Erderschütterungen stundenlang zum Voraus. Jonathan empfinde ich wie eine dieser Parabolantennen mit vielen Metern Durchmessern, er empfängt das leiseste Geräusch aus dem Weltall. Seismograph und Antenne leisten je auf ihrem Gebiet Höchstes, bloss sie sind nicht aufeinander getuned.

Das hat zu der völlig unreifen Stresssituation in Hamburg geführt, die menschlich total süss war und wir beide unser absolut Bestes gegeben haben, um danach, Ziel bis ins kleinste Detail erreicht, sehr befriedigt, aber total erschöpft uns je in unser Schneckenhaus zurückzuziehen.

Ich war total gestresst. Was vorbereitet werden konnte, war vorbereitet und zwar gut, ja sogar perfekt. Da war der Riesenrest und der ist seit ich das letzte Mal geflogen bin, sehr viel aufwändiger und hektischer geworden und in einer Unterkunft ausserhalb eines meiner Gefährtes, bin ich wie ein Käfer, strampelnd auf dem Rücken. Jonathan war sich dessen mehr als bewusst und entschied vermutlich etwas zu heldenhaft, das schaffe ich für zwei.

Im gebuchten Hotel kam keiner von uns zur Ruhe. Ich nicht, weil ich mit der Situation grundsätzlich überfordert bin, terminlich aber so eingeschränkt war, dass wir verworfen hatten, per Auto oder gar WoWa zu fahren. Evtl. war das mein Kapitalfehler. Jonathan kam aus seinen Gründen nicht zur Ruhe, was ich instinktiv spürte, aber kein Gegenmittel dagegen wusste. Logisch, wir schaukelten uns in unserer Anspannung gegenseitig hoch, versuchten es je heldenhalft voreinander zu verbergen, was hüben wie drüben ein Ding der Unmöglichkeit ist. Der Seismograph spürt die Erschütterung viel zu früh und die Parabolantenne hört den Laut, bevor er nur richtig entstanden ist.

Klar hätten wir unser Leiden je ansprechen sollen und ebenso klar haben wir je versucht, unsere Baustellen alleine zu managen, was uns im Grossen und Ganzen gesehen, je genial gelungen ist, aber der Preis war hoch, ja er war zu hoch. Ich muss noch lange darüber nachdenken, wie ich die vorhandene Anspannung hätte in die Alster werfen können mit dem altbekannten Schildchen: Fischen verboten. – Oft hilft es, Schwierigkeiten zu benennen und wenn sie auf dem Tisch liegen, werden sie ganz ohne Medizin kleiner. Nur, wer keine Medizin kennt, hat Angst, Schwierigkeiten auf den Tisch zu legen. Begreiflich, total unreif, aber so lockig, kindlich pausbäckig süss, zwei Putenengelchen von vier Jahren, meins spielt Trompete und Jonathans steht mit gezückten Pinseln vor einer Staffelei, wie üblich ist alles bunt um ihn und an ihm.

Was sind wir süss. In meinem Alter wäre eine Schnellreifung dringend angezeigt. Jonathan hat hoffentlich noch manches Jahrzehnt Zeit, fast vier davon sollte ich ihm zuvor sein. Für unsere nächsten Ausflüge backen wir kleinere Brötchen und mich nähme natürlich des Pudels Kern wunder:

  • Bin ich zu gestresst durch die Doppelung Flug und fremde Unterkunft?
  • Wo liegt die ungreifbare Grenze, was Jonathan und ich zusammen können und wo beginnt die Überforderung? Typisch für einen Menschen mit Behinderungen akzeptiere ich die Grenzen, will aber alle meine Möglichkeiten ausschöpfen können.
  • Was geht ab und wo wird es zur unheilvollen Spirale?
  • Wie organisiere ich Pausen? Nach dem Rückflug erst haben wir Atemübungen gemacht. Hätten wir viel früher gekonnt, gezielt Entspannungstechniken einsetzen. Das ist kein Hexenwerk, sondern durchaus machbar.
  • Alles ist machbar, wenn wir je wissen wie.
  • Stressmanagement ist wichtiger denn je und wird laufend durch die zunehmende Hektik wichtiger, mehr für Jonathan als für mich. Er entfaltet sich und strebt dem Kulminationspunkt in seinem Leben zu und ich rolle mich genüsslich, von Woche zu Woche gesünder, ganz langsam ein. Vorläufig auf ganzer Breite mit einer Katze, zwei Autos, zwei WoWas, einer Wohnung und einer grossen Reiselust.
  • Evtl. brauche ich eine Art Reiselotsen, der mit all der modernen Technik nicht vor Ort sein muss. Jonathans sämtliche Apps sind in der CH abrufbar. So wäre es evtl. machbar, die Kreise, die ich in fernen Städten ziehe, per Skype täglich mit Hilfe des IV-Assistenten zu planen, 30 Min. bis eine Std. pro Tag, sechsmal die Woche.  Im Unterschied zu den Jungen habe ich alle Zeit der Welt, kann ganz langsam und gemütlich. Das wäre genial: Mein nächster Jonathan stellt mir seine Apptauglichkeit für meine Ferien zur Verfügung, wir lernen beide komoot, die Stadtapp für Blinde und dann laufe ich wie ein ferngesteuerter Roboter durch alle dt. Städte, die mich interessieren könnten. Wenn ich irgendwo verloren gehe, sammelt er mich spätestens um 18.00 Uhr ein, ich bekomme was zu essen und finde den Rückweg zu meinem Bettchen. Nie will ich auf was verzichten, was ich erleben kann, wenn ich weiss wie ich es organisieren könnte.

 

Nicht vereinnahmende Predigt

Was mich an ChristInnen ärgert ist, dass sie vereinnahmend sind und selbstgerecht.

Frau mag AT schreiben oder Erstes Testament, fast allen ChristInnen ist nicht im geringsten bewusst, dass dieses erste Heilige Buch nicht ihres ist. Dieses Heilige Buch müsste einen Namen tragen, der sämtliche ChristInnen stets daran erinnert, dass dieses Heilige Buch, das Heilige Buch für das Volk Israel ist und deshalb mitnichten christlich, einzig und allein jüdisch. ChristInnen lesen mit ihren chistlichen Augen und Gedanken das AT, allenfalls sogar antisemitisch und das ist mehr als vereinnahmend und völlig unangebracht. Texte werden ohne Hemmungen und Wissen individualisiert, die für ein Volksganzes geglaubt, erzählt und aufgeschrieben wurden.

Natürlich ist die Geschichte des Volkes Israel eingebettet in die Zeitgeschichte und z. B. die Schöpfungsgeschichte eine Antwort auf den babylonischen Schöpfungsmythos während der babylonischen Gefangenschaft.

Die Bibel und damit das AT ist ein Heiliges Buch, weil unendlich viel Wissen aus teilweise mehr als erstaunlicher Perspektive zusammengetragen wurde. Ich würde es in etwa so zusammenfassen: Wie funktionieren Menschen und gesellschaftliche Lebensformen gut bzw. was sind die Fallstricke. Mir scheint es immer, dass sich die menschliche Geschichte logisch weiterentwickelt hat, aber das Menschliche, Allzumenschliche ist konstant: Freude, Leid, Krankheit, Schmerz, Familie, Alleinsein, Freiheit, Gefangenschaft, Hunger, Überfluss, Lebensformen und Staatsformen, Nationenpolitik. Vom losen Kriegertum, nach und nach 12 Stämmebund, der sofort zerfiel und in einem Königtum aufging, das zur Hochblüte kam um wieder zu zerfallen, in Gefangenschaften zu enden und zu römischer Zeit in eine heikle Abhängigkeit mündete mit Statthaltern.

Aber auch der Einzelmensch, wie er ohne Eigenerziehung funktioniert und wie er durch Fremderziehung zu Höchstform oder Höchstschaden heranerzogen werden kann. Über allem die schützenden Hand Gottes für mich in dem Sinn, dass sich Urvertrauen lohnt, Gegenmenschen alles können in der CH bis zur staatlich installierten und gewollten Folter von Mitmenschen, diese Menschen in Elend und Leid stürzen, aber gottgewollt ist das nie und nimmer und Unrecht vor Gott ganz bestimmt. Die Anleitung, wie bleiben einzelne Menschen stehen, ohne umzufallen, wie die übrigen, auch davon singt das AT viele Lieder. Gottes Nähe ist überhaupt nicht calvinistisch gleichzusetzen mich irdischem Wohlleben. Für mich ist Gott eine Richtschnur und ich überlege mir, ob das, was mir in meinem Leben begegnet, seinen Segen hat oder auszuhalten ist, weil es in der Fehlerhaftigkeit des Einzelmenschen liegt oder meiner Gesellschaft, CH und je nach sozialem Wunsch leicht anders oder staatlich verordnet, in meinem Fall CH 2019. Von Gott trennen kann kein Einzelmensch, keine eingebildete Gesellschaftsschicht, noch Heuchlertum bzw. Staat.

Wann ist mein Verständnis gefordert, wann mein Bekenntnis, unendlich schwierig diese Unterscheidung und wann distanziere ich mich und sage: „Stuss bzw. Mumpitz.“ Hat in meinem Fall schon der Altersstarrsinn zugeschlagen oder ist es nur eine Phase der Ungeduld, ich finde vieles heute ärgerlich desorganisiert, z. B. Banken, KESB, Zwangspsychiatrie, Behörden, Ämter aber auch Geschäfte, Einkaufen, Reparaturen, alles, was ich in meinem Leben nicht mehr selbst kann. Viele jüngere Erwachsene sind nicht hilfsbereit, denken nicht nach und sagen völlig desinteressiert: „Das machen wir nicht!“, dabei müsste eine Bankangestellte zuerst und zuvorderst wissen, wie Geld von Bankkonto zu Bankkonto verschoben wird, so dass es zum Leben zur Verfügung steht. Es sind immer klar fachspezifische Fragen, die ich nicht löseen kann, weil ich evang.-ref. Pfarrerin bin und nicht noch sämtliche Berufsausbildungen habe, die für die Organisation meines Lebens bequem wären.

Ich vergesse nie die evang.-ref. Pfarrerin, die mich und einen Altpfarrer abgeurteilt hat, weil sie sich besonders heilig dünkte und wir beide rauchten. Ich hätte Nahrung gebraucht und sie behauptete für mich zu beten. Sie hätte mir nie, nicht einmal ein Stück Brot gebracht, soviel zu ihrer sicher vorhandenen Abendmahlsliturgie. Ihre Heiligkeit konnte sie mit meiner Bedürftigkeit nicht verbinden, einfach nicht. Für was oder wen solche ChristInnen gut sein sollen, ist mir schleierhaft, für mich sind sie nur abschreckendes Beispiel, im Volksmund PharisäerInnen, wobei anzumerken ist: Christliche, nicht jüdische!

Beim NT geht es ChristInnen nicht besser als beim AT: Jesus war Jude und ist als Jude gekreuzigt worden und wollte das Judentum reformieren. Christsein wollte er nicht, eine Abspaltung wurde nach seinem Tod, viel später erst Thema. Aber ChristInnen vereinnahmen auch das NT als ihr Heiliges Buch und ihre so oder anders geartete christlich-patriarchale Interpretation soll die alleine seligmachende sein.

Andere, sehr sorgfältige und wie ALLE Bibelinterpretationen, zeitgebundenen und darum vorläufige Bibelinterpretationen werden hemmungslos weggewischt. natürlich verstehe ich intellektuell, dass genau dieser Absolutheitsanspruch die grosse Schlagseite des Monotheismus ist. Trotzdem leide ich darunter, dass mit all der Weltgeschichte nicht die Erkenntnis gewachsen ist, dass unser Planet zu klein ist, um gegeneinander, sehr wohl aber weitläufig genug um miteinander darauf zu leben. Gottgewollt ist bestimmt nicht Leiden zu vergrösseern, Kriege anzuzetteln, der Norden, der den Süden materiell, personell und wie auch immer ausnützt und so misbraucht. Heutige Nationen werden untergehen, wie fast alle Kulturen irgendwann untergegangen sind. Ägypten, Rom, die Griechen sind ein Schatten ihrer selbst, selbst China hat sich enorm verändert und ist nicht wiederzuerkennen. Waum heutige Nationen so tun als gäbe es sie ewig, ist mir ein Rätsel. Noch immer ist irgendwann Schluss gewesen und nichts ist in der Hinsicht so konstant wie die Veränderung.

Welche Predigt?

Logisch meine Predigt ist eine feministische Predigt. Gestern war in der CH Frauenstreiktag. Frauen streiken in der CH sehr selten. Nach ungefähr 30 Jahren war es wieder soweit und hoffentlich nützt es was, um die Lebenssituation von Frauen in der CH zu verbessern.

Eine feministische Predigt muss sich fast zwangsläufig auf Jesus beziehen, muss mit präziser Exegese einen jesuanischen Text nehmen und nicht, was in Jesu Handlungen bzw. Mund von andern gelegt wurde. Immer günstig sperrige Bibeltexte. Wenn nichts rund abgeschliffen ist, dann könnte es original sein.

Jesustexte haben oft den Vorteil, dass sie sich mit der Lebenssituation und dem Schicksal einzelner Menschen befassen. Viele AT Texte beziehen sich auf ein Volk, nämlich das Volk Israel. David singt wunderschöne Psalmen, leider nicht für mich, sondern sein VOLK. Das macht einen Riesenunterschied.

Kann ich eine aetiologische Sage, z.B. die der Eroberung des „Gelobten Landes“ auf ein Einzelschicksal beziehen? Ist es löblich mit Krieg ein Land zu erobern, soll das noch heute, gerade Frauen, als vorbildliche Tat vor Augen gestellt werden? – Gut, das hat mann damals so verstanden und aufgeschrieben, ein Volk braucht Vergangenheit und eine Geschichte und bitte ruhmreich. Und das ist in dem Fall schwierig: Ein Volk in Ägypten soll an einem völlig anderen Ort weiterleben und sich entfalten. Wie es dazu gekommen ist, das bedarf der Erklärung und der Geschichte und klar findet und erfindet mann die.

Jesus war einzigartig, als dass er ganz klar gesagt und gelebt hat, dass Mann, Frau und Kind in seinen Augen gleichwertig sind. Von der Geschichte wurde diese Ungeheuerlichkeit postwendend wieder verschluckt. Jesus hat sie gepredigt und vorgelebt. Spätestens bei Paulus*, dem ehemaligen Pharisäer, war es vorbei, da sollen Frauen schweigen in der Kirche, ob späterer Zusatz oder nicht, die männliche Hierarchie mit den 12 Aposteln wird minutiös errichtet und geglaubt: Geht sicher nicht auf Jesus zurück.

Aber dieses kleine Hoffnungsfenster, dass Mensch Mensch ist und nicht hierarchisch zu unterteilen in Mann, Frau und Kind, das ist die Einstellung in Wort und Tat Jesu. Das macht mir Mut, dran zu bleiben, diese Hoffnung meinerseits nicht aufzugeben, dass jeder Mensch ein gleichwertiges Geschöpf Gottes ist. Diese Aussage nimmt zu an Brisanz, wenn sie Menschen mit Geburtsbehinderungen für sich beanspruchen und das tue ich logisch: Das in den Augen der Menschen unvollkommene, teilweise sogar lebensunwerte Leben, ist in den Augen Gottes vollkommen. Jedem Menschen wurde seine Existenzberechtigung in die Wiege gelegt.

Kurz Pause machen: Wie oft hören wir alle werdende Eltern sagen: “ Hauptsache es ist gesund.“ Überhaupt nicht! Hauptsache ihr habt es lieb, ganz egal, wie es ist und durch eure Liebe kann es glücklich werden.**

 

*Im Zeitalter von Google ist es banal, weil jedeR rasch nachgucken kann: Zeitlich ist Paulus einer der ältesten Schriftsteller des NT. Die vier Evangelien sind teilweise Jahrzehnte jünger. Paulus kennt keine Kindheitsgeschichte Jesu, die wurde von den synoptischen Evangelien erfunden. Das ist insofern wichtig, als von Jesus Worten und Taten nur aus zweiter, dritter oder noch späterer Hand schriftliche Texte vorliegen. Er selbst hat nichts aufgeschrieben.

Das ist eine Herausforderung, zu erforschen, wer was gesagt und getan hat. Was ist menschlicher Wille und was könnte Gottes Wille sein? Was ist die Tat und Verantwortung von Menschen und was ist Gottes Verantwortung, in einer Zeit, in der es nicht mehr zulässig ist, alles Unerklärliche oder Schreckliche schnell Gott in die Schuhe zu schieben. – Wie oft wurde ich gefragt, warum Gott dieses oder jenes von Menschen verursachte Unheil zulasse, z. B. Krieg. Ich habe Menschen sagen und predigen hören, Gott wolle diesen Krieg, v.a. Männer. Nie habe ich Gott selbst gehört sagen: „Zieht in diesen oder jenen Krieg.“ Verteidigungskrieg ist menschlicher, letzter Ausweg. Frieden stiften zu können, echten Frieden, das ist eine Gabe Gottes. Aber Jesus war nicht immer friedlich. Selbst hier greift eine einseitige Bibelauslegung, die oft von NichtchristInnen ChristInnen untergejubelt wird, zu kurz.

** Für traumatisierte Menschen unmöglich. Für mich an dem Punkt die Bibel einmal mehr tröstlich: Wenn was in einer Familie echt schiefläuft, dauert das drei bis vier Generationen und dann ist es geheilt. Zu finden im AT und interessanterweise gestützt durch diverse moderne Forschungen: Da soll nachgewiesen worden sein, dass Kriegserlebnisse der Eltern die Kinder noch stark prägen und dann nimmt es ab. Klar kommt es darauf an, wie wer mit was umgeht. Selbst, wenn ich es noch nicht kann, wird eine folgende Generation es möglicherweise können.

Heil sein

Meine Traumatherapie führt mich stets an den Punkt, dass alle meine Fähigkeiten in mir selbst vorhanden und im Überfluss vorrätig sind, die ich gern hätte, die mir gerade mangeln, verschüttet sind, gerade nicht zum Zug kommen. Alles ist in mir angelegt, kann ich in mir selbst holen und ans Licht bringen. Welch eine Entlastung gegenüber allen anderen psychiatrischen bzw. psychologischen Ansätzen, mit denen ich gesund werden sollte. Völlig egal, welche Diagnose mir angedichtet wurde, die Fachperson bildete sich ein zu wissen, was zu tun sei und ich war irgendwie defizitär, hatte versagt und die Fachperson war der Wunderguru, der nie das so sehnlichst erhoffte Wunder tun konnte.

Ich denke, dass es nie funktionieren kann, wenn ein Mensch weg von sich selbst geführt wird, so oder anders per Fremdbestimmung heil werden soll: Etwas mehr Bewegung, etwas Kreativität, Tagesstruktur, sinngebende Beschäftigung, Tageslicht hopp an die Sonne, weniger negativ denken… Immer tat ich als Patientin was falsch und deshalb war ich in letzter Konsequenz selbst schuld an meiner miserablen Gesundheit. Die Schuldfrage wird unter dem Tisch dem bzw. der PatientIn rübergereicht und Schuld, auch eingebildete Schuld, macht krank, ist kontraproduktiv.

Ganz anders meine Traumatherapie: Gestern haben wir begonnen, meine miserable medizinische Begleitung und Behandlung anzuschauen: Das begann als kleines Kind, als mir gelehrt wurde, wenn meine Bewegungen normal wären, wäre ich es auch und hurra, hurra nicht behindert. Nun lässt sich eine Hirnverletzung nicht wegtherapieren, im besten Fall kann vieles kompensiert werden, aber die Hirnverletzung bleibt.

Ich hatte kaum je ein medizinisches Leiden, das nicht am Ziel vorbei, falsch oft auch sehr gesundheitsschädigend therapiert wurde. Das löst bei mir eine elementare Angst vor sämtlichen MedizinerInnen aus, nach dem Motto: Mach das Gegenteil von dem, was einE MedizinerIn rät und du bist medizinisch besser versorgt, als wenn du tust, was sie behaupten. Vor der Angst liegt meine Riesenwut, weil mir meine Lebensjahre und meine Lebensqualität gestohlen wurden, weil ich unter Nebenwirkungen von Medikamenten leide, die ich nie benötigt habe, weil die Diagnose falsch war und die Behandlung gesundheitsschädigend. Also ich habe Verständnis für meine Wut, aber dann könnte sie von mir aus in die Aare baden gehen. Wut schadet letztlich mir selbst. Das ist leider nur ein intellektueller Ansatz.

Natürlich gibt es religiöse Ansätze, das 12-Schritteprogramm lehrt und überhaupt ist Wut ein Haufen Arbeit, den ich armes Schluckerl wiedermal abarbeiten müsste, weil ich letztlich nicht bis zum Ende meiner Tage wütend sein will.

Anders die Traumatherapie, PITT: In mir ist die Heilung, mit der ich mich per Imagination verbinden kann. Ich habe eine genaue Vorstellung, wie meine medizinische Behandlung in meinem jeweiligen Alter idealerweise ausgesehen hätte. Alles kann ich imaginieren und damit in meinem Unterbewusstsein meine Lebens- und Leidensgeschichte überschreiben. Zu meiner Verwunderung schwindet damit meine Angst vor meiner eigenen medizinischen Kompetenz, ich fühle mich nicht mehr einsam, wenn ich für mich meine medizinischen Entscheide fällen will und muss.

Imaginieren ist für mich keine Aufgabe, die ich an einem Tag auch noch erledigen muss, zusätzlicher Stress, sondern es ist für mich Rückzug in mein Paradies. Das ist ein Riesenunterschied in meinem Erleben, statt zusätzliche Belastung, Erholung und Heilung pur. Wie schön, zu wissen, zu erfahren und erleben zu können, dass ich in mir selbst heil bin und dieses mein Heilsein wie ein Geschenk peu a peu auspacken kann, nicht ein Leben leben muss, dass ich nicht wirklich so leben will.

Menschen, die mich die letzten Monate regelmässig gesehen und begleitet haben, bestätigen mir, dass ich mich gesundheitlich zu meinem Vorteil verändert habe. Das bedeutet in der Hauptsache, dass wir alle froh sind, dass ich keine Depressionen mehr habe.

Und alle, die mich mögen und ich selbst, geben mir Zeit für meine Genesung. 80% der Traumatas sind verarbeitbar und dieser Weg ist mein Ziel.

Gehirnwäsche nachhaltig

Kleinen Kindern wird Ordnung gelehrt, sie sollen mit den Jahren aufräumen können und ordentlich werden. Mein Köpfchen kriegt einen Heul- bzw. Lachkrampf je nach Gemütslage.

Heute ist es mir mehr ums Weinen, fünf Tage ohne Tabakkonsum zeigen ihre deutlichen Spuren. Ich habe versucht, die Bankgeschäfte für mich zu vereinfachen, was zu einer explosionsartigen Verkomplizierung geführt hat.

Ursprünglich wollte ich von meiner langjährigen Bank A zu einer Filiale der Bank A in Stadt B mit meinen Konten umziehen. Kriterien: Einfachere Anfahrtswege, wenn ich persönlich vorbeischauen muss, möglichst die gängigen Abläufe nicht verändern.

Letztens war eh vieles sehr ärgerlich geworden, die Bankomaten waren mehrmals neu programmiert, wenn ich Geld holen wollte, bekam ich nicht mehr die gewohnten 100 er Noten, sondern andere für mich mühsame oder unbrauchbare Notenscheine.

Mein Portemonnaie ist einfach organisiert: Münzfach, zwei Fächer für Scheine, vorne die kleinen und hinten die hunderter. Wenn ich nun 20er Scheine für 800.- SFr. habe, ist das für mich viel zu unübersichtlich und nicht wahrnehmbar, wieviel Geld ich im Portemonnaie habe. Ich orientiere mich einzig an den 100er Noten, die sehen anders als die 20er aus. Diese Änderung ist für mich NICHT machbar, einfach völlig unzumutbar. Ich mag mich nicht samt Portemonnaie in einer lächerlichen Situation wiederfinden.

Ich habe nicht gern zu viel noch zu wenig Geld. Es muss reichen und ich will nicht in Verlegenheit geraten, umgekehrt, wenn ich den Inhalt verliere, muss es verschmerzbar sein. Ich trage als Frau auch bei einem Autokauf oder sowas nie x-tausend SFr. bar rum. Das ist mir viel zu unheimlich.

Dieser Bankwechsel hat überhaupt nicht funktioniert, ich wurde nur frustriert: Zuerst musste ich mir einen langwierigen völlig uninteressanten Vortrag anhören, ich befand mich blitzartig in einem finanziellen Engpass, weil ich zu den neuen Konten kein Plastikgeld bekam. Statt diesen Fehler umgehend zu korrigieren, bzw. mir zu Liquidität zu helfen, motzten mich Bankangestelle nur an, jedesmal, wenn ich irgendso eine junge Frau vor mir sehe, kommen mir meine KonfirmandInnen in den Sinn: Jung und unbedarft, nur Unsinn im Sinn, unberührt von Sachkenntnis.

Selbst innerhalb dieser einen Bank klappte der Transfer von einer Filiale zur andern nicht. So habe ich zu meinem grossen Missvergnügen momentan Konten auf drei Banken: Mein Haushaltungsgeld beziehe ich noch immer bei der Bank, bei der ich wegziehen wollte und den Prozess Mitte April einleitete. Von Bank A in Stadt B hatte ich immer nur per E-Banking Zugriff auf meine laufenden Konten. Plastikgeld bekam ich nicht, was ich hätte bekommen sollen, weil diese gleiche Bank sehr eigenständige Filialen hat, die überall leicht anders organisiert und aufgestellt sind.

Von meiner Zielbank, Bank Beck oder so ähnlich, habe ich peu a peu alles bekommen, was ich brauche: Jonathan sitzt stundenlang am Läppi und organisiert meine Zahlungsflüsse: Wem ich per Dauerauftrag Geld schulde, wer mir regelmässig Geld einzahlt und alles natürlich auch fürs IV-Assistentenkonto, herrlich all die Arbeit, die Privatpersonen für die Banken erledigen wollen oder müssen?

Während mein Köpfchen mir predigt: Alles paletti, geh und zieh Geld über die Beckbank oder so ähnlich, predigt mir mein Gefühl: Ab unter die Bettdecke, mit Banken wollen wir nichts mehr zu tun haben. Die Beckbank hat sich schon zweimal höflich erkundigt, ob ich alles habe, was ich brauche und als ich was nicht bedienen konnte, bekam Jonathan die Instruktionen und richtete mir das Ding appweise ein.

Meine grosse Quizfrage: Ab unter die Bettdecke oder ab an den Bankomaten? Ich klebe ganz fest an meinem Stühlchen und atme kaum noch. Wegbewegen? Null Chance!

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Apptauglich

Apptauglichkeit will Jonathan mir ermöglichen. Ich weiss, dass er lockerflockig apptauglich ist. Ich bin es definitiv nicht und jedesmal, wenn irgendwo steht „Google play“ weiss ich aus manigfaltiger Erfahrung, dass nun alles schiefgeht.

Seit Wochen bin ich im Dauerclinch mit meinen diversen Bankkonten und meiner ehemaligen Hausbank.

Früher….falscher Satzanfang, früher ist Vergangenheit, ich lebe leider, wenn ich Jonathan anschaue freudig heute. Wieweit passe ich mich an und wieweit verweigere ich mich, eine Herausforderung von Fall zu Fall, zu oft täglich. Ich will zu mir und meinen 6 Jahrzehnten stehen, ich gebe nicht nach, wenn es um mir wichtige Einstellungen und Werte geht. Nicht jede Neuerung ist gleich eine Grundsatzfrage und obwohl mein Leben behinderungsmässig verkürzt ist, kann ich nicht heute entscheiden, dass ich mich aus den technischen Neuerungen schon grundsätzlich ausklinke.

Selbständigkeit, die will ich, verlangt Anpassung. Bevor mich Jonathan anfangs August verlässt, will ich bankkontenfit sein und das beinhaltet erstmalig apptauglich.

Jonathan lächelt von einem Ohr zum andern und klar traut er mir das zu. Ich verdünnisiere mich vorsichtshalber ins Wochenende. Nächste Woche ist Zeit für nächste Lernschritte und wenn es nicht klappen will, blase ich Jonathan mit meiner wiedergewonnenen Trompete den Marsch. Er wird leicht ernst und ich lächle breiter und breitestens.

Ich hoffe für ihn, dass er Blechmusik, insbesondere Blechkatzenmusik mag!

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Endlich so weit

Nächsten Freitagnachmittag kann ich mit einem Sozialarbeiter die Arbeit erledigen, die seit 9 resp. 15 Jahren ansteht. Ich gebe einen Teil der Verantwortung ab an meine beiden längst erwachsenen Kinder, die sich einen Deut für mich interessieren, deren Taufgeschenke ich bis zu nächstem Freitag in meinem Banktresorfach gehütet und aufbewahrt habe. Insbesondere ein voluminöses Vorlegebesteck macht, dass ich eine grössere Tresorfachgrösse anmieten muss. Goldvreneli, ein klassisches CH-Taufgeschenk sind sehr platzsparend. Es hat davon drei Sorten: Meine eigenen Taufgeschenke, die von Tochter Nummer eins und völlig systemwidrig, die höhere Anzahl für Tochter Nummer zwei, die in eine finanziell weniger rosige Lage geboren wurde.

Nun, die Taufe damals war für meinen Ehemann Nummer 2 ein aussergewöhnliches Ereignis, weil er bei der Geburt seines dritten Kindes über 50 Jahre alt war. Ich hatte nach meinem ersten Kind und dem Narkosefehler bei dessen Geburt ursprünglich ein absolutes Gebärverbot gefasst. Diese Diagnose stimmte nicht mit meinem Eigengefühl überein und so liess ich eine Zweitdiagnose erstellen, fand einen genialen Frauenarzt, der bereit war, eine zweite Schwangerschaft zu begleiten und das dann herrvorragend tat, als es soweit war.

Insofern war die Geburt meiner zweiten Tochter besonders und daher fielen ihre Taufgeschenke höher aus, als bei Kind Nummer eins, das eigentlich mit dem goldenen Löffelchen im Mündchen geboren wurde, aber weniger Taufgeschenke erhielt: Bei reichen Menschen lernt frau sparen. – Das ist nicht nur ein Bonmot, sondern genauso habe ich es realiter x-mal erlebt und erfahren.

20 Jahre Skilehrerin

Seit ca. 20 Jahren bis ca. 2017 begleitete mich die immer gleiche Skilehrerin am immer gleichen Skiort. Sie hat mir befohlen, auf welchem Campingplatz ich meinen WoWa zu stellen habe. Nun, irren ist menschlich und meine Exskilehrerin hat sich massiv getäuscht. Als Ortsansässige hat sie selbstredend die Ortsbevölkerung mit ihren jeweiligen Eigenschaften in- und auswendig gekannt und offensichtlich nicht zu ihrem eigenen Gewinn einsetzen können.

Der von ihr empfohlene Campingplatz war für mich die Vorhölle. Der andere Campingplatz vor Ort war etwas vergammelt, mit definitiven Nachteilen, aber weil spezielle Menschen sammelnd für mich durch und durch machbar.

Meine Skilehrerin war zu faul, um mich mit dem Auto dort abzuholen. Dieser Campingplatz liegt 5 km ortsfern, aber nahe an der Luftseilbahn fürs interessante Skigebiet.

Weil das AnfängerInnenskigebiet für meine Skilehrerin einfacher zu erreichen war, behauptete sie stets, ich müsse dort die Skisaison eröffnen. Höflich wie ich bin, dachte ich mir jeweils meine Sache und schwieg. Ehrlich, eine Skilehrerin ist nicht billig und tja, suche ich im Gesetz, dann kann ich als Gast wählen, wo ICH fahren will.

Klar konnte ich die angegebene Halbtageslehrzeit NICHT durchfahren. Klar brauchte ich Pausen. Darauf ging meine Skilehrerin ein, sie nahm sich länger für mich Zeit als gemäss Skischulstd.plan vorgesehen ist. Nun, Behindis verschwinden in den für sie vorgesehenen Skilagern und mich gibt es wohl als CH in meiner Ausprägung nur einmal.

Suche im Gesetz und ich garantiere dir, ich bin darin nicht vorgesehen.

Mit meinem CP-Schub 2017 habe ich mich skimässsig selbst erledigt. Meinen WoWa habe ich aus dem ungemütlichen Campingplatz abziehen lassen von einer entsprechenden Fachfirma. Meine Skischuhe rückt meine Skilehrerin bis heute nicht raus und klar, das CH Recht ist auf ihrer Seite, ich müsste laut Gesetz meine Ware bei ihr abholen gehen, 2 1/2 Std. reine Autofahrzeit, bei meinem miserablem Fitnessstand macht das drei volle Arbeitstage für mich. – Nach der Geschichte, die mich mit WoWa um die 100’000 SFr. gekostet hat, bin ich leider nicht motiviert. Zudem weiss ich, wie meine Skilehrerin denkt und auf ihre Denkart habe ich nach einigen Monaten Traumatherapie keine Lust. Meine Schmerzgrenzen sind um ein x-faches enger geworden. Ich schütze mich, was völlig normal ist. Was andere seit Geburt können, lerne ich mit jugendlichen 60 Jahren in Windeseile.

Sie ist zu faul(?, eine andere Verstehensart kommt mir nicht in den Sinn. – Vielleicht ist sie auch beleidigt, weil ich eine CP und ein kPTBS habe. Eine meiner Grunderfahrungen: Weil ich ein durch und durch schwieriges Leben habe, sind ZuschauerInnen beleidigt. Sie begegnen meinen Einschränkungen für kürzeste Zeit und sie finden das, was ich sieben Tage pro Woche 24 Std. lang habe für nur wenige Stunden auszuhalten, unzumutbar!), um mir die Skischuhe, die auf meine Behinderung korrigiert sind, zu senden. Sie hat genial bestens funktionierende Hände und kann Lasten schleppen mit 70 Jahren, wie ich es in meiner gesamten Lebenszeit nie konnte und nie können werde. Meine Skischuhe zur Post zu tragen, bietet ihr kein körperliches Problem. Meine entsprechende Bitte ist sei 8 Monaten formuliert.

Das verstehe ich auf Anhieb,  dass sie nur mehrere 10- tausend SFr. an mir verdient hat und diese Arbeit zu einem würdigen Abschluss zu bringen für sie eine unzumutbare Zumutung darstellt: Klar, meinen CP-Schub habe ich als bösartige Wichtin geplant, um sie und nur sie zu ärgern. – Gewisse Menschen überschätzen sich total!

Ein solcher CP-Schub, wie ich ihn vor zwei Jahren erlitten habe, grenzt meine Lebensmöglichkeien massiv ein. Dieser CP-Schub ist auf massives ärztliches Versagen zurückzuführen und leider für mich irreversibel, Nö, dafür habe ich noch keinen Humor. Den werde ich mir in nächster bzw. mittlerer Zukunft erarbeiten: Unglücklich sein, ist genau für MEINE Lebenszeit schädlich und das mute ich mir auf Dauer nicht zu. Ich werde das verarbeiten.  Allen andern ist es mehr oder weniger egal. Jonathan eher weniger, weil er mich echt mag. Er freut sich ehrlich, wenn es mir gut geht und er nimmt mir Widrigkeiten ab.

Auch hier ein klassischer Fall einer Skilehrerin, die gesundheitlich vom Schicksal verschont geblieben ist und sich allen Ernstes einbildet, das sei ihr eigenes Verdienst. Nur weil ihre Mutter nicht magersüchtig war und sie im Mutterleib keine Gehirnverletzung erlitt, ist sie kein besserer Mensch als ich. Welcher Irrtum, grässlich anzuschauen für mich und extrem weit verbreitet!

Warum ich meine Skischuhe brauche? 40 Min. von meinem Wohnort gibt es ein schnuckelig kleines Skigebiet. Da hätte ich diesen Winter mit meinem IV-Assistenten, Jonathan samt seinem Skiboard, hingekonnt, wenn ich meine Schuhe gehabt hätte und mir den Rest der Ausrüstung hätte mieten können. 1 Std. ist die kleinste Zeiteinheit fürs Liftbillette, gerade recht für mich, mit Beizenstopp maximal 2 Std. Mein IV-Assistent kostet um die 30.- SFr. pro Stunde und danke der Nachfrage, ich kann bestens skifahren, wenn ich umfalle, was kaum je geschieht, muss mann bzw. frau mir wieder auf die Beine helfen. Echt total schwierig diese Nichtarbeit! Bezahlte  Freizeit bei zügigem Skifahrtempo, nix von Schneckentempo und nix von Skirennen, mittleres, gut mutterländisches Tempo, darauf mann und frau sich leichtestens einigen kann. Was mir fehlt ist die Kraft, darum nur kurz skifahren. Meine Bewegungen kann ich selbst bestens einschätzen. Das übe ich alle zwei Wochen beim Klettern.

Übrigens Sonnencreme habe ich noch, die stelle ich gratis zur Verfügung!

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Erste Trompetenstunde

Seit Jahren, sind es zwei oder drei, habe ich die erste offizielle Trompetnstd.. Mein neuer Lehrer, den ich im Frühwinter probelektioniert(?) habe, ist von seiner ausgiebigen Reise zurückgekehrt, hat sehr zentral ein Proberaum angemietet, ich kann sogar mit meinem Tram ohne umzusteigen dahin fahren. Da die Stadt Bern breitestens unterkellert ist, muss er mich mit dem Lift abholen, weil nur er den Schlüssel zum Lift hat und ich als Privatperson null Zugang.

Ich habe nicht geübt, ich habe meine Trompete geölt und gefettet, nicht ganz einfach für meine Bewegungen. Natürlich habe ich nicht Null Anspruch an mein Tromptenspiel. Ich habe es zwischen mir und meinem Lehrer als reine Lebensfreude deklariert. Ich will Null Leistungdruck, ich will nur noch Spass haben. Mein vorläufiges Ziel ist, täglich üben zu können.

Pädagogisch wertvoll für meine CP:

  • Unter Druck vermindert sich unsere Leistungsfähigkeit
  • Ein Taktel (= siehe entsprechende Geschichten meines Buches) bzw. Metronom reicht, dass meine Finger auf Kommando steif werden. Da kann ich mir gefühlte zehntausendmal sagen, dass mir nichts Schlimmes passiert, wenn ich einen Taktschlag verpasse. Ich brauche höhere Eigenüberlistung, der Taktschlag, bzw. Notenschlag bringt mich massiv aus dem Takt. – Das ist Zukunftmusik, vorläufig begnüge ich mich übers Ohr zu lernen und mit einfachen Notenwerten: 8-tel, weder 16-tel noch Triolen. Punktierte Noten werde ich mir sukzessive wieder erarbeiten wollen.
  • Notenlesen geht noch verlangsamt, aber ich schaffe es. Da rechne ich mit schneller Erholung, weil ich immer nur die absoluten Notenwerte geübt habe: do, re, mi… veunsichern mich.
  • Einfachste, mir bekannte Stücke konnte ich auf Anhieb ab Blatt spielen.
  • Die Notenbreite wird bald einmal vom untersten Ton bis zum e“ reichen. Das entspricht einer mittelprächtigen Anfängerin, die Literatur muss sorgfältig zus.gesucht werden. Bei der Trompete ist die Höhe entscheidend und muss langsam und gründlich erblasen werden.

Alles in allem, ich bin entzückt, er könnte viel bescheidener sein, mein Wiederanfang.

Irgendwann, irgendann hole ich mir eine Taschentrompete für meine WoWas. Die ist ganz leicht zum Mitnehmen und Rumziehen. Meine grosse Trompete ist für mich schwer. Im WoWa kann ich dann nach Ohr spielen, das ist immer eine gute Übung zu erkennen und lernen, was ein halber Notenschritt ist, eine Triole, etc..

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