Falsch gedacht

Ich denke einfach falsch, weiss es und verstehe trotzdem nicht, warum mein Denken nicht normal sein soll. Das gibt ein ziemliches Durcheinander und geht folgendermassen:

Aus meiner Sicht ist gute Gesundheit keine Selbstverständlichkeit. Also versuche ich, soweit ich gesundheitlich kann, gute Erlebnisse zu sammeln, damit ich mich an schöne Zeiten erinnern kann, wenn ich nicht mehr so gut kann. Ein Bsp. ist die Wanderung in die Gspaltenhornhütte. Diese schöne Erinnerung gehört mir und niemand kann sie mir wegnehmen. Oder jetzt die Zeit mit Jonathan. Seine Arbeitsweise ist excellent und überhaupt nicht alltäglich. Da gilt es jeden Augenblick möglichst zu geniessen.

Andere Menschen scheinen es selbstverständlich zu nehmen, dass gesundheitlich alles gut läuft. Wenn diese Zeit irgendwann vorbei ist, scheinen sie keinen Notvorrat zu haben. Je nachdem staune ich Bauklötze, weil sie soviel konnten und sich dessen überhaupt nicht bewusst sind. Guter Rat ist dann teuer. Solidarität hilft am meisten und Klappe zu, wenn ich staune. Ich kriege regelmässig Saures, wenn ich meine vorlaute Denke nicht halten kann und sage: Du konntest so lange dieses, jenes und überhaupt sehr vieles.

So denke ich falsch und kriege regelmässig auf die Ohren.

Generalstabsmässig

Es gibt Leute, die sagen, dass ihnen die Decke auf den Kopf fällt. Ich hörte jahre- und jahrzehntelang höflich zu, konnte mit der Ausage nichts verbinden.

Vermutlich Therapie sei Dank hat sich das gründlich geändert. Mir fällt die Decke täglich auf den Kopf. So habe ich mit Jonathan gestern das wöchentliche Klettern vorgezogen. Ich brauche definitiv neue Schuhe, ich habe viel mehr Wasser in meinen Füssen. Kletterfinken sollen eng sein, aber nicht so schmerzen.

Am Freitag gehen wir zusammen über den Weihnachtsmarkt, um mein Negativereignis zu überschreiben.

Heute halte ich es nicht aus in meinen vier Wänden. Soll ich meinen ganzen Mut zusammennehmen und ins Museum für Kommunikation? Das wäre eine generalstabsmässige Übung. Ich kann immer daran denken, sofort zu fliehen, wenn es mir zuviel wird. Praktischerweise kann ich mit meiner Bankkarte gratis in einige Museen in der CH. Also immer daran denken, dass ich Null Stress habe. Exponate, die mich nicht interessieren, locker überspringen, eine Ausstellung ist immer zu gross, um auf einmal gesehen zu werden. Wenn es hat, könnte ich mir einen Audioguide leisten, dann werden die Eindrücke gebündelt.

Wenn es mir zuviel wird, raus, weg, die Welt geht davon nicht unter und ich bin kein kleines Kind mehr, das irgndeiner Instanz gehorchen muss.

So, ich denke, ich  bin vorbereitet. Alle Monsterchens bitte Daumen drücken und Lippenstift nachziehen. – Ich habe Angst.

Rauchstopp-Foren

Ich habe etwas rumgeklickt. Auf den ersten Blick der Rauchstoppforen scheint mir zu sein, dass es zu wenig RaucherInnen gibt und die Teilmenge derer, die aussteigen will, ist verschwindend klein. Auf meinem Exforum gab es heute 4!!!!!! Einträge. Für einsame Seelen wie mich ist das nicht nur keine Option, sondern gar keine. Ein anderes Forum hat technische Probleme. Dementsprechend geht nichts.

Mir scheint, ich habe zwei Optionen: Rauchfrei zu bleiben ohne Hilfe, Krücken oder zu entscheiden, dass ich eh früh sterbe und zu rauchen. All diese Heilsengelchen haben keine Ahnung, wie es ist, dement zu sterben. Das, was sie sich vorstellen, einen „gesunden“ Tod gibt es kaum je.

Ein Rauchforum, das diesen Namen verdient, dürfte wenigstens die Intelligenz eines Hochschulstudierten nicht beleidigen.

Es sind wohl nur Menschen interessiert an Rücksichtnahme, die selbst in irgendeiner Art exponiert sind. Wenn ich meine Medis vergessen habe und deshalb mein Festtag ins Wasser fallen könnte, bin ich gestresst und ja damit meine ich gestresst. Wenn ich mir jetzt überlege, wie schön es war und wie beglückend und wie mich mein Assistent beschützt hat: Herrlich.

Zur Kenntnis nehmen

Es gibt unendlich  viele Menschen, die haben Null und ich meine echt Null Ahnung, wie bescheiden das Leben sein kann. Mein Wohnungsnachbar hätte gern eine Freundin und so hat er mich zum Apero eingeladen. Heute war er nicht so fit: MS Schub. Ich biete ihm an, ihn zu bekochen, schliesslich ist es Heiligabend. Später klinglt er, um abzusagen. Es ist ihm so schlecht, er weiss sich nicht zu helfen. Er rechnet ständig damit, dass er sich übergeben muss.

Wenn doch Menschen zur Kenntnis nehmen würden, dass das echte Probleme sind, die kaum zu lösen sind und nicht die Nichtigkeiten, die sie zu Grossproblemen aufbauschen. Aber eben, jedeR ist sich selbst die NächsteR und ihr Problemchen ist das GRÖSSTE. Manchmal muss ich deshalb nicht kotzen, aber es kotzt mich an. Meine Geduld ist seit mindestens 40 Jahren zu Ende.

Zigarettenfund in Handtasche

Vorbemerkung: Meine Anonymität zwischen Raucherforum und diesem, meinem Blog wurde geknackt. Wie das geht und warum das geht, keine Ahnung. Ich muss noch besser auf die Anonymität achten.

 

Gestern war mein ultimatier Ausgang im 2018. Rote Lederjacke und passende rote Handtasche waren gefragt. Und genau bei der roten Handtasche, die ich kaum je benutze, ist es passiert, dass ich zufällig 1 1/2 Päckchen Zigaretten fand. Ich wurde blitzartig unausstehlich hibbelig. Ich rauche meine Zigis zu Boden, bevor ich mit dem Rauchen aufhöre. Nö, ich entsorge nicht stangenweise Zigaretten im Müll.

Also hatte ich gestern ein Problem und ich beschloss, eine zu rauchen, weil ich es mir durchaus zutraue, 1 1/2 Päckchen zu rauchen und dann zu stoppen. Aaaaaaaaaaaaaber gemäss dem erwähnten Forum ist das ultimativ pfui. Da mir die erste nicht schmeckte, fragte ich Jonathan, ob er Verwendung habe. Hat er, ja klar. Er hat auch diskret meinen  Aschenbecher gereinigt und nö, er hatte es nicht nötig, mich zur Schnecke zu machen. Den ganzen Abend sind wir ca. 2 mal rausgegangen, um eine, genau eine zu rauchen, die er geraucht hat. Immer ist er so hingestanden, dass ich nicht vom Rauch eingehüllt wurde.

Ich bin so froh, um vernünftige Menschen, soooooooo unendlich froh. Warum andere mich piesacken wollen, keine Ahnung. Danke der Nachfrage, mein Leben ist schwierig genug, ich brauche NULL zusätzliche Belastungen.

Unerträglich

Um mit dem Rauchen aufzuhören, war ich online in einem Forum. Wie soll  ich das höflich und bescheiden schreiben? Meine Toleranzgrenze wurde masslos überrollt. Okay irgendwelche Laien schreiben irgendwelche Tipps zu irgendwelchen Krankheiten von denen sie nicht die geringste Ahnung haben. Bsp. Schlafstörungen: Ich und eine andere Person schrieben wir hätten ärztlich verschriebene Schlafmedis. Das hindert niemanden, sein bzw. ihr Laienweisheiten  an frau zu klatschen und natürlich zu erwarten, dass wir begeistert und stets höflich reagieren. Echt, ich bin nicht deren Unterhaltungsclown, habe mein Profil gelöscht und darf lesen, dass ich nicht „dankbar“ genug gewesen sei.

Zum Glück habe ich hier meinen Blog und bestimme die Regeln des Umgangs. Monsterchens sind mir lieber als Ex-RaucherInnen. Die sind bescheurt selbstgrecht. Ich lasse mich nicht runterputzen von Menschen die maximal 6 Jahre nicht geraucht haben. Ich habe 18 Jahre lang nicht geraucht. Da müssen solche NichtraucherInnen noch etwas Gas geben, bis sie soweit sind.


Nachtrag:

Unerträglich war mir auch die chemischen Erklärungen, warum Rauchentzug unangenehm ist nach jeweils anders langer Zeit. Es gibt immer eine Art Nikotinentgiftung und diese Nikotine haben unterschiedliche Namen. Also es gibt stets und immer eine Erklärung und Ausrede. Ich finde es ist völlig wurscht, was chemisch abgeht, wer nicht rauen will, der kann, darf, muss dran bleiben.

Unterstützung ist für mich Ermutigung, dass jmd. es schafft. Wenn ich gestern eine geraucht habe, dann brauche ich keine Verurteilungen und ob und wie ich mit dem „Feuer“ spiele, ist meine Privatangelegenheit, das kann ich noch gerade knapp selbst beurteilen.


Monsterchens sind so liebevoll und einfühlsam und scheinen die Texte über Hirnverletzung und Cerebrale Parese im Internet gelesen zu haben. Sie konfrotieren mich nicht, sondern nehmen mich an der Hand. Wenn ich diffus schreibe, stellen sie Fragen.  Ein Hoch auf die Monsterchens: Hoch, hoch, hoch! 🙂 🙂

Peter A. Levine

Ein Buch von ihm steht seit Jahren in meinem Büchergestell. Thema Trauma. Nun ist es eine unbefriedigende Sache über ein Thema nur zu lesen oder eine Sache tun zu können. Wenn ich über etwas lese, kann ich es noch lange nicht tun. Als Schweizerin kommt mir das Skifahren in den Sinn. Da kann ich beliebig viele Bücher darüber lesen und ich kann keinen Meter weit fahren. So ist es mit einem Traumabuch, das mich nie enttraumatisiert. Peter A. Levine vertritt eine Methode, die interessant, originell ist, aber nicht die, nach der ich arbeite.

Gemeinhin wird die Meinung vertreten, dass Haustiere, Hunde und Katzen sehr empfindlich sind auf ungerechte Behandlung. Mit Levine im Kopf beobachte ich meine Katze. Jedesmal, wenn es ihr zuviel wird, schüttelt sie sich, dann weiss ich, das war zuviel. Übrigens will Spix noch immer nicht ins Treppenhaus, auch wenn die Wohnungstür offen ist. Ich warte und dränge sie nicht. Aber verstehen tu ich ihre Scheu nicht. Ich denke immer das arme Wohnungskätzchen hätte etwas mehr Auslauf.

Ja, ja Traumatas,es gibt sie aber kaum einer will was darüber wissen und noch weniger wollen Traumatas heilen. Das ist sehr grausam, wenn man bedenkt, dass sich hinter jeder Depression ein Trauma verbergen kann. Und was macht die Ärzteschaft? Sie behandelt falsch und chronifiziert die Depressionen und andere Traumasymptome.

Vor der eigenen Türe wischen

Für die lieben MitleserInnen aus dem grosssen Kanton und jenseits der östlichen oder westlichen Grenze – Geographie ist meine Stärke nicht – wischen heisst auf Althochdeutsch kehren.

Heute war ich zu Fuss einkaufen. Das ist geographisch ideal, praktisch leider nicht, weil ich keine Ahnung habe, wieviel Gewicht ich zu Fuss schleppen kann. Also fasste ich einen genauen Plan, wie wenig ich einkaufen wolle. Im ersten Geschäft traf ich den Hauswart meines Blocks, einen älteren Herrn, und bot ihm das Duzis an. Ich ging weiter in ein zweites Geschäft. Als ich zurück bei meinem Block war, versperrten drei Rollstühle den Weg zum Eingang, einer davon der Hausmeister. Scheinbar waren die drei in ein längeres Gespräch verwickelt. Sofort machten sie mir höfllich Platz, ein kleiner Scherz und ich konnte die Eingangsschiebetür mit dem Schlüssel öffnen. Das ist was vom Bequemsten an meinem Behindertenblock, die selbstöffnenden Türen.

Nach dieser angenehmen Begegnung habe ich an meine frühere Wohnsituation gedacht. NachbarInnen, die darauf aus waren, dass es mir schlecht ging, die neidisch und schadenfreudig waren. Warum bloss habe ich mir das 10 Jahre lang angetan. Das war unaushaltbar. Hier kehrt jedeR vor seiner Türe und für alle ist es angenehm.

Sich schnell entfernen

Ich war seit Menschengedenken in Psychotherapie und ein Thema war immer, dass mich böse Menschen plagen und ich wie die Maus vor der Schlange erstarre und mich schlecht behandeln lasse. Verbal bin ich total unfähig einen Schlussstrich zu ziehen. Also war die Idee damals, mich z.B. zurück aufs Klo zu ziehen. Das habe ich mir damals in meinem Kopf eingeprägt: Vorwand und körperlich verschwinden.

In den letzten beiden Tagen hatte ich je einmal diese Situation, spontan, völlig aus dem nichts in die Katastrophe katapultiert zu werden. Ich sehe mich vis a vis von dummdreisten Menschen, die mich anpöbeln. Und beide Male habe ich nur eine sehr begrenzte Zeit zugesehen und dann war ich weg. Am Samstag war ich weg, bevor irgendeine Polizei auf den Aufruhr aufmerksam geworden ist. Gestern war ich weg, nachdem ich meine kleine, süsse Rache genossen habe. Die Bemerkung, dass ein Mensch zu tun habe, suggeriert immer Wichtigkeit. Dieses Getue habe ich bei meinen ehemaligen Berufskollegen abgeschaut. Die sind oft verspätet zu Sitzungen erschienen und haben damit ihre unendliche Wichtigkeit demonstriert. Das ich nicht lache, wer seine Arbeit schlecht organisiert, produziert Überschneidungen.

Rache ist süss

Die Einkäufe haben geklappt, vor Schreck war ich 2-3 Std. zu früh in der Stadt mit entsprechend geringem Publikumsaufkommen. Im Altersheim hat es eine kleine Cafeteria. Dort habe ich mir einen Kaffee und ein Gipfeli bestellt und eine Heimbewohnerin anfragen lassen, ob sie mit mir Kaffee trinken möchte. Das wollte sie und so verbrachten wir eine vergnügte gute Stunde.

Irgendwann fand ich, ich könne nun bei meiner Mittagessendame klingeln, was klappte und wir unterhielten uns vergnügt, gingen dann in den Esssaal, wo ich mich bemühte all die BewohnerInnen freundlich zu grüssen, die mich während meines Aufenthalts gegrüsst hatten. Das was plötzlich eine riesengrosse Menge Menschen.

Als wir den Esssaal verliessen, sah ich ihn schon von weitem, meinen ersten Exehemann, diesen Menschen, der so gar nichts Menschliches an sich hat. Bekanntlich ist seine Mutter in diesem Heim und ebenso bekanntlich behandelt er mich wie den letzten Dreck. Die Situation war genial günstig: Eine Menschenmenge in der der Herr Professsor garantiert Haltung bewahren muss und nichts anderes tun kann, als Höflichkeit zu heucheln. Also sprach ich ihn an und fragte, was mit seiner Mutter sei, sie esse nicht im Esssaal und ich sei um Informationen gebeten worden. Und dann geschah genau das, was ich erwartet hatte, der Herr Professor konnte nicht anders als Haltung bewahren. Ich schaute dem kurz zu und erklärte dann, ich hätte zu tun und weg war ich. Vorher heuchelte ich rasch mein herzliches Beileid, weil die Dame im Sterben liegt und laut ärztlichen Prognosen die Feiertage nicht mehr erleben wird. Minus ein böser Mensch auf dieser Welt.

Diese Rache war zuckersüss und ich werde mich noch lange innerlich grinsend an sie erinnern.