Jungbrunnen

Ich bin wohl in einen Jungbrunnen geplumpst. Wie sonst lässt sich erklären, dass ich in den letzten Wochen Fähigkeiten zurückerlangt habe? Zuerst kam die Fähigkeit ab und zu meine Zähne zu putzen. Wie habe ich jahrelang darunter gelitten, meine Zähne kaum mehr putzen zu können! Dann habe ich vor einigen Tagen wieder begonnen mich ein wenig zu schminken. Ich geniesse all die Komplimente, die ich dafür einheimse. Heute habe ich mir ein vernünftiges Bügeleisen gekauft, weil ich solange stehen kann am Bügelbrett, um zu bügeln. Natürlich muss ich Pause machen, aber Aufwand und Ertrag stimmen. Meine selbstzustrickenden Socken wachsen wieder, noch zögerlich, aber sie wachsen. Dann der grosse Hammer:

Heute in der Traumatherapie haben wir das Thema „Spazieren können“ verarbeitet. Sofort kam an den Tag, dass mich meine Mutter von kleinster Kindheit an zur Eile gedrängt hat, ich war zu Fuss zu langsam, auf den Dreirädern zu langsam, auf meinem Zweirad, das ich mit 7 Jahren bekam, damals eine aufsehenerregende Einzigartigkeit noch immer ein Bremsklotz. Also traue ich mich noch mit 60 Jahren auf keinen Spaziergang alleine, bis heute. Nach der Therapie, als es langsam dunkel wurde, bin ich zu den Schrebergärten spaziert und habe mir in aller Ruhe die Frühlingsblumen angeschaut. Tulpen sind erst wenige am Blühen. In der Anlage habe ich einen Mann getroffen und mit dem geschwatzt. Die Unebenheit der Weglein war anspruchsvoll aber machbar, auf einem kurzen Stück musste ich mich mit dem Rücken gegen einen in den Weg ragenden Tujahag stemmen, auch das schaffte ich ohne umkehren zu müssen. In vollständiger Dunkelheit lief ich zurück, rief Spix, quatschte mit einer Frau, die Spix Miauen hörte und kehrte beglückt in meine Wohnung zurück.

Spazierwelt ich komme. Ich habe sogar einen Plan wie ich eine Bergwiese alleine anschauen gehen kann, ohne jemanden anbetteln zu müssen, mitzukommen! Freiheit willkommen in meinem Leben.

Spix Ferienheim

Spix März 2019. ausgewachsen, 3 bis 3,5 kg schwer:

20190228_160128

Spix Ferienheim bestätigt, dass sie keine Zweitkatze braucht. Ein Ferienheim ist für mich ein wichtiger Ansprechpartner, weil dort arbeiten die Tierprofis. So ist es in der CH. Alles hübsch ordentlich reglementiert. Spix war extensiv in zwei Tierheimen, während ich in einer Klinik inhaftiert war. Schadenssumme um die 5.000.- SFr. Ich muss ziemlich gut aufgestellt sein, finanziell, dass ich solche Rechnungen bezahlen kann.

Meinen Hund habe ich damals verloren, weil ich finanzschwach war. Aisha lebt in meinem Herzen weiter, das Trauma ist noch nicht verarbeitet.

Um Spix habe ich gekämpft wie eine Löwin. Spix und ich sind ein Dreamteam. Wir rechnen uns gegenseitig unsere Schwächen nicht an. Wir geniessen unsere Stärken. Ich hoffe und wünsche mir, dass sie glücklich bei mir ist. Mit Nachtfreigang und durch den Tag excellente Pflege, sollte das der Fall sein,  auch ohne Katzengesellschaft in meinen 4 Wänden.

 

Hier Babyspix: 11. 2016

20161117_131028 (1)

Flüsterkatze

Mein Katzenflüsterbuch kommt aus den USA. Die dringende Empfehlung, eine Katze nur in der Wohnung zu halten. Ein Katzenrevier ist wesentlich grösser als eine Wohnung, trotzdem soll Katze drin bleiben. Die Zimmer sind für Kätzchen dreidimensional zu gestalten, so dass es nach Lust und Laune klettern kann. Das muss echt putzig aussehen, Stilmöbel und dazwischen Katzenbaum und der Wand entlang Katzentreppchen. Wie kann ich es wagen, meine Töpferteller und ein Bild an die Wand zu hängen? Völlig daneben, total falsch. Dafür soll ich mit einer Katzenangel mit Spix die Zeit vertreiben. Einfacher ist ein Scubidouschläuchlein und das Katzenspielzeug ist weg von meiner Hand und die blutigen Anfängerinnenfehler überwunden.

Spix kommt nach ihren Nachtausflügen zufrieden und müde nach Hause.  Klar ist die Gefahr durch den Verkehr und andere Tiere. Das finde ich, ist mein Problem und berechtigt mich nicht dazu, Spix einzusperren. Es geht mir darum, dass Spix ein erfülltes Katzenleben hat und nicht ich meine Bedürfnisse auf sie proijziere.

Ich denke, dass das Buch die eine oder andere Idee bringt, aber in seiner Gesamthaltung extrem ist. Eine Katze hat noch nie mit einem Menschen gesprochen. Also ist das Wissen Beobachtung und Mutmassungen. Das erinnert mich stark ans Töpfern. Wie frau eine nasse Töpferei von der Töpferscheibe nimmt, ist sehr unterschiedlich. Teilweise funktioniert für TöpferInnen, was der Schwerkraft spottet. So ist wohl Katze und Halterin im Idealfall ein Team ud die Katze grinst: Die hab ich gut erzogen!

Gesellschaft für Spix

Als Katzenmama überlege ich mir, ob Spix Katzengesellschaft in meiner Wohnung haben sollte. Durch extensive Katzenheimaufenthale ist sie Gesellschaft gewöhnt. Bei mir ist sie allein.

In meinem Katzenflüsterinnenbuch lese ich, wie gut ich als Katzenmama bin. Spix ist völlig problemlos, ist selbständig, ist lieb, ist verschmust, zeigt mir die Grenzen auf. Nur für sie würde ich die Mehrarbeit einer Zweitkatze auf mich nehmen. Nicht jedes Katzenkind ist so problemlos wie Spix. Ich verwöhne sie und sie verwöhnt mich.

Eine Zweitkatze müsste ich wochenlang hier in einem Separee halten, um sie kunstgerecht und laaaaaaangsam an Spix zu gewöhnen. Spix ist nachts Freigängerin. Sie kann Kontakt zu ArtgenossInnen aufnehmen. Wenn ich wieder lange krank wäre, ist eine Katze halb so teuer wie zwei. Katzen sind Territorialwesen. Spix ist vermutlich nicht unglücklich ihr eigenes Reich zu haben.

Vorläufig lass ich es mit der Zweitkatze. Ich gucke und beobachte weiterhin Spix. Meine menschlichen Gefühle muss ich nicht auf sie projizieren. Das ist nicht artgerecht.

Spix leicht nass

Gestern gegen Abend habe ich Spix rausgelassen. Stunden später habe ich sie eingeladen, zurück zu kommen. Spix war in ihrem Versteck und kam sofort, lief mit mir zum Eingang hinter der kleinen Hecke, blieb dort, spielte mit mir Katz und Maus. Ich versuchte ihr, immer zwitschernd beizubringen, dass sie wirklich nach Hause kommen darf. Spix drehte langsam ab. Ich auch.

Stunden später vorm Schlafen, dasselbe Spiel, diesmal spurtet Spix förmlich den halben Weg. Jetzt wird es hart für Katzenmama. Mit dem Wissen, dass nun die ganze Nacht kommt und ich schlicht Haltung bewahren muss,  kehre ich unverrichteter Dinge in mein Haus zurück.

Heute Morgen ist Spix noch schneller als gestern Nacht. Um sie zu motivieren, zapple ich so schnell ich kann neben ihr her. Von Rennen würde ich nicht schreiben wollen. Nun Spix ist meine Gangart egal. Spix kommt sofort hinter der Hecke hervor, hockt sich hin, damit ich sie geruhsam auf den Arm nehmen kann. Schiebetüren. Als beide geschlossen sind, will Spix noch immer in die Parterrewohnung, die fünf Stockwerke unter der unseren liegt.

Nochmals Kätzchen hochheben, Lift drücken, Lift betreten, sofort Lifttüre schliessen. Spix kann zu Boden.

Spix ist leicht feucht, besonders hinter ihren Öhrchen. Ich war es nicht. 🙂

Spix findet….

… ich solle ihr gefälligst Futter und Wasser vor meinen Block tragen. Da hat sie ein kleines, kuschliges Versteck entdeckt. Darin liegt sie, jedesmal, wenn ich sie hole. Spix, alt und gebrechlich wie sie ist – 8-tung Ironie, Spix ist eine Jungkatze – mag sie nicht in den Block laufen, Lift fahren und dann ab in unsere Wohnung düsen, um zu gucken, ob alles schön ordentlich ist und dann erst zu fressen.

Nein, so hat sie sich ihr Leben nicht vorgestellt. Sie wollte lange Frischluft nicht schnuppern, aber jetzt, jetzt hat sie ihre Freiheit erprobt und will sie nicht mehr hergeben.

Irgendwann später, werde ich einen dritten Versuch starten, meine Rotzkatze einzufangen. Immer in den höchsten Tönen zwitschernd und guten Mut zusprechend. Den Hals dreh ich ihr dann in meiner Wohnung um, da sieht es keineR. – 8-tung Übertreibung, ich liebe meine Spix innig.

Spix und Schiebetüren

Spix und Schiebetüren das ist nicht wirklich eine Liebesgeschichte. Natürlich haben wir zusammen den Weg raus aus meinem Block x-mal geübt. Irgendwann kommt für die kleinste Katze der grosse Tag: Nur bekleidet mit Chip geht es auf Entdeckungstour.

Wir haben uns schon darüber unterhalten, dass Spix Stockwerke nicht unterscheiden kann. Immer im Parterre will sie in „unsere“ Wohnung. Spix, beste aller Katzen, du mein Schmusibusi, wir wohnen im 5. Stock, genau, wir müssen Lift fahren.

Den neuen Freilauf feiere ich gezielt zu FussgängerInnens Randzeiten. Gestern um 16.00 Uhr war das Wetter mässig, nicht einladend zum Spazieren. Spix auf den Arm und im Parterre freigelassen. Soweit so gut. Spix geniesst es und ich leide. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit ist sie bereit zurückzukommen, nur diese beiden Schiebetüren, echt nun? Spix hineinzuscheuchen bringt nichts. Also geht die Eselin zuerst. Wer sagts denn, Kätzchen hat eine Schwäche für seinen eselshaften Futternapf.

Heute morgen früh, dasselbe Siel. Spix freut sich schon von weitem auf ihren Freigang und haut mir eine Kralle in meinen Finger. Ich lecke meine Wunde, danke Spix. Gegen 9.00 Uhr rufe ich nach Spix. Sie wartet schon auf mich, wenn da nicht diese….. genau, diese. Ich sehe meine Katze eingeklemmt und kann vor lauter Aufregung den Öffnungs- und Schliessvorgang nicht bedienen. Spix leidet mit.

In der Wohnung interessieren Spix die Leckereien überhaupt nicht. Kätzchen und ich sind total im Stressmodus.

Grosser Klamauk um nichts

Bei rauchfrei-info haben sich einige Nicks vorübergehend mit Riesengetöse abgemeldet frei nach dem bescheidenen Motto: Ohne uns, die Stützen dieses Forums, geht es ein……

Nun ja, das Leben ist gemein, ich mein sowas von gemein: Sämtliche Posts dieser Nicks gehen mit ihnen. Eine Flut von Bildern und weitgehend unlesbaren Gedichten verschwand. In den letzten Tagen war die Lesbarkeit des Forums einfach viel, viel besser. Die Admins könnten schreiben, dass die Bilder sorgfältig eingesetzt werden sollen. Könnten sie, wenn sie wöllten.

Und heute sind zwei Nicks zurück,  der ewige Bildchennick, ein Riesenvorbild, COPD, vermutliche Bewegungsfreiheit seine Wohnung. Der andere noch etwas zögerlich: Er muss seine Verse schmieden, das dauert etwas länger…..

Was wetten wir, auch die andern kommen zurück. Weil dieses Forum in sich selbst eine Sucht ist, lebt da keineR lange abstinent…..

Ich selbst kämpfe mit meinem Rauchstopp: Ich habe zu wenig acht gegeben, mich heute tierisch aufgeregt und geraucht. Mist aber auch!

Chefin?

Spix und ich diskutieren täglich darüber, wer von uns die Oberkatze und wer die Unterkatze ist. Das geht z.B. so: Ich hole mir Leckerlis, verstecke mich in der Wohnung an verschiedenen Orten. Das Spiel beginnt, wenn Spix mir gerade nicht nachläuft. Mit hoher Stimme rufe ich: „Spiiix komm zu miiiiir.“ Wenn Spix kommt, dann gibt es eine kleine Belohnung. Sofort läuft Spix mir nach. Ich erhöhe den Einsatz und sie muss etwas hochhüpfen WC-Deckel z.B.

Je nach Laune will Spix oder sie will nicht. Kommt sie nicht ……..zu miiiiiiiiiiiiiiiiiiiiir, wechsle ich subito das Kommando. Ich will, dass sie lernt, dass komm zu mir, nicht irgendwas heisst, sondern sie solle zu meiner Person kommen. Sie kann nur Freigängerin werden, wenn ich ihr rufen kann und sie zu mir kommt. Ich wohne im 5. Stock, pro Etage 5 Wohnungen. Eigenartigerweise kennt Spix die Lage unserer Wohnung, sie unterscheidet aber nicht unsere Wohnung von den Wohnungen auf den anderen Stockwerken, die die gleiche Eingangstür haben.

Mehrfach ist mir aufgefallen, dass ich Spix auch Gudeli direkt unter ihr Näschen halten muss, damit sie durch ihr Näschen motiviert wird. Riecht Spix schlecht oder riechen alle Katzen schlecht? Noch habe ich Null Ahnung. Es fällt mir auf und ich bin verwirrt. Vielleicht funktionieren Katzen nur übers Auge und über die Ohren. Vielleicht müssen sie eine Maus auf dem Feld nicht riechen können.

Königin von und zu Spix

Immer habe ich gedacht, Katzen mögen mich nicht. Spix mag mich. Sie bringt mich zum Lachen oder ich lache auf den Stockzähnen. So heute Abend. Müde wie ich bin, will ich nur noch schlafen. Spix kommt nach gebührender, königlicher Einladung zu mir auf mein Bett und später räumt sie mit Akribie das Wohnzimmer auf. Heute steht sie vor meinem Bett, ich hebe sie hoch, was unüblich ist. Sie stolziert gemächlich zum Bettrand und springt runter.

Während ich mir überlege, was  ich falsch gemacht habe, weiss sie, dass ich die Tür zum Puzzlezimmer nicht richtig verschlossen habe und für sie jetzt der Zeitpunkt gekommen ist zu puzzlen, ihre Chefin ist für Stunden versorgt. Hoch erhobenen Schwanzes stolziert mein 3 kg Kätzchen davon und ist zu ungeschickt, um seine Dummheit zu verbergen. Als ich nochmals aufstehe und sie rufe, sehe ich, wo sie war. Selbstredend stolziert sie ganz Katzenkönigin aus dem Raum und ich kämpfe um nicht offensichtliches Griiiiiiiiiiiinsen. Wäre ich das Kätzchen Spix würde ich alles das, was sich mir das Leben so bietet in vollen Zügen auskosten……..

Am Morgen ist die beklagte Tür wieder offen. Ich versperre sie mit dem Schlüssel.  – Spix holt bestimmt den Schlüsseldienst. 🙂