Katzentauglicher Balkon

Spix und ich wohnen im 5. Stock. Ich kriege die Herzbaracke, wenn Spix sich zu weit hoch auf die Brüstung wagt und für mein empfinden lugt, wohin sie springen könnte.

Bis gestern dachte, das sei nur der Boden und ab un zu lehre ich ihr, dass ein Sprung auf den Boden „Auaaa“ ist. Gester spazieren Spix und ich. Eine Frau am Rollator nähert sich von weitem und scheint in die Luft zu sprechen. Spix katzenstarre, irgendwann lockert sich die Leine etwas. Die Frau ist auf meiner Höhe, hat die ganze Zeit mit mir gesprochen. Wir näheren uns, Spix willig und leicht neugierig.

Die Dame hat auch eine Katze, wohnt einen hauseingang neben mir, im zweiten oder dritten Stock. Ihre Katze scheint regelmässig den Balkon nach draussen zu verlassen und auf einem Bauelement zu landen und dort sspazieren zu gehen. Nur diese eine Mal ist sie runtergefallen, hat sich Knochen gebrochen. – Sollche Drahtseilnerven habe ich nicht und Tierarztkosten sind in der CH hoch.

Zu meiner grosseen Verblüffung möchte diese Dame gelegentlich mit Spix spazieren gehen. Wir habeen Duzis gemacht und jede ging ihres Weges, Spix ist für mich eine geniale Möglichkeit meine Nachbarschaft kennen zu lernen.

Zu Schrott gefahren

Gestern fuhr ich in die Massage. Ich war so übermüdet, dass ich auf der Liege einschlief. Als ich vom Parkplatz wegwollte, habe ich eine niedrig Mauer nicht sehen können und bin reingerammt. Das Auto nicht mehr fahrbar. Ich musste das ganze Karusell anwerfen, Versicherung, Abshleppdienst, Nummer hinterlassen beim Lagerhausbesitzer, der die nun beschädigt Mauer besitzt  und die Zeit lief.

Um halb fünf hatte ich mit meinem besten Assistenten der Welt abgemacht und ich nehme NIE mein Smartphone mit. Das dooofe Ding ist so ätzend zu bedienen, ich denke mein Assistent und ich brauchen eine Chefleitung mit einem behinderungsgerechten guten alten Handy. Schliesslich ist er mein royaler Prinz.

Also Stress, Zeit drängt, viele freundliche Hilfe am Unfallort, ich zu Tränen gerührt alleine deshalb weil ich nicht zur Sau gemacht werde, trotzdem schlüpfe ich so rasch wie möglich auf meinen Autoitz. Da fühle ich mich in Sicherheit.

Lastwagen kommt mit jungem freundlichen Fahrer, Skoda rasch draufgehoben, ich schaffe es knapp  in die Führerkabine, mein Autohaus liegt am Weg.

Meine Bezugsperson dort beäugt die Kombination, die vorfährt, guckt ganz streng, welcher Kunde hat…… Dann setzt das grosse Gelächter ein, easy, ich: He Jungs so komm ich doch alle 14 Tage bei euch vorbei.

In Windeseile bekomme ich einen Ersatzwagen und spurte zu meinem leidenden Asistenten.

Er will mir ganz aufgeregt erzählen, wie er gelitten hat und ich armer Teufel muss streng sein: Wir legen jetzt den Notfallschalter ein und machen ganz langsam unser Programm.

Jonathan wird stumm, wir ziehen uns an und laufen los Richtung Tram. Wir kommen ins Kino, der Hauptfilm hat noch nicht begonnen. Super. Thema „Luther“ ein CH Film mit viel Resonanz in der CH Presse, Jonathan hat in zu meiner Verwunderung vorgeschlagnen. Ich erschrecke beim geringsten Lärm auf der Leinwand. Wir haben Null Ahnung, wie lange der Film dauern wird und wollen noch Nachtessen. Ich weiss natürlich, dass Zwingli im Krieg umkommt und mir ist klar, dass der Film für mich vorher zu Ende ist.

Auf der Lienwand wir die Auseinandersetzung ref. kath.  immer heftiger. Ich stehe auf und gehe an die Kasse um mich über die Dauer zu informiern. Es ist 19.00 Uhr. Ich informiere Jonathan, dass wir jetzt den Film der ernster und trauriger werden wird, verlassen.

Der Rest ist easy, Nachtessen, geniessen und Jonathan begleitet mich nach Hause.

DANKESCHÖN JONATHAN DASS ES DICH GIBT DASS ICH EINE SOLCH BGLÜCKENDE ERFAHRUNG IN MEINEM LEBEN MACHEN DARF.

Für alle die LeserInnen unter uns, die Jonathan noch nicht begegnet sind, er ist 22 Jahre jung, will im Herbst studieren und ist ein Menscch, der an seine Bedürfnisse deenkt und die seiner Mitmenschen. Easy? Nein, eine Riesenausnahme.

 

Filippas Idee…..

………finde ich so gut, dass ich sie hier von den Kommentaren ans Licht hole.

Die Sachlage: Spix will ich im Frühjahr auswildern. Sie wird entscheiden, ob sie wie im Altersheim über Nacht draussen bleiben will oder stundenweise über Tag.

Als Vorbereitung auf dieses Ziel, machen Spix und ich Vorübungen: Die Wohnung verlassen (pfuipfuioberpfui), den Lift betreten (unzumutbar), Lift fahren (wenn es den sein muss), den Lift verlassen (jeaaaahhh), die „falsche“ Wohnng rechts liegen lassen (dumme Katzenmama marschiert stramm und stur) eeendlich die beiden Schiebetüren passieren und hurraahhhhh wir sind draussen.

Für diese Vorübungen habe ich ein Katzengstältli und eine federleichte Katzenleine. Das Gstältli hat  zwei Schnappverschlüsse, die ich nicht immer sicher öffnen  kann. Das ist extrem nervenaufreibend, weil selbst ein wohlerzogenes Kätzchen wartet nicht 30 Minuten, bis ich meine Bewegungen geschafft habe.

Filippa nun hat die geniale Idee, dass ich den Verschluss des Gstältlis an meine Bewegungsmöglichkeiten anpassen lassen könnte. DANKE filippa.

Unerwarteter Lärm

Spix ist eine Katze, Katzen sind extrem lärmempfindlich und in dem Fall ganz klar Fluchttiere, obwohl sie eigentlich Raubtiere sind.

Heute Morgen stehen wir mitten auf der Wiese und weit weg fährt der Trottoirsalzstreuwagen vorbei. Spix ist angeleint und hat gelernt, wie weit sie angeleint weglaufen kann. Ich ganz Hundemama habe diese Exzesse ignoriert, habe gewartet bis mir schien, dass Spix nun wieder laufen kann und befahl: „Lauf Spix lauf.“ Das hat erstaunlich gut geklappt.

Weil vieles auf uns zukommt, habe ich mir ein Buch bestellt über Katzenflüsterei, das hilft mir bestimmt. Ich will kein Klickertraining machen, bewegungsmässig für mich total ungeeignet.

Als wir in meine Wohnung kamen, brachte ich das Gstältli nicht auf. Der Bauchriemen war gelöst und der Halsriemen ging nicht auf. Ich verlor die Contenance, Spix fauchte mich an und versuchte zu beissen, ich fauchte zurück und schloss sofort den Bauchriemen. Das ist mir zu gefährlich sonst, auch wenn ich nicht sagen könnte, wie sich Spix mit einem halb offenen Gstältli in meiner Wohnung erhängen könnte. – Nach dem Einkaufen gelangen mir die Bewegungen. Glück gehabt und tief ausatmen.

Katzenerziehung

Zu dem heiklen Thema gibt es mehr Meinungen als es lebende Katzen gibt auf der Welt.

Für mich war von Anfang an klar, dass ich Spix analog zu einer Hundeerziehung erziehen werde, immer mit dem vollen Bewusstsein, dass eine Kaze total anders denkt, als ein Hund.

Spix habe ich bisher nicht zuverlässige Abrufbarkeit beigebracht. Da liegt einiges im Argen. Natürlich erkunden wir momentan zusammen die Blockumgebung. Wenn die Temperaturen wärmer werden, wird Spix leinenlos spazieren wollen. Soweit so gut, aber ich wohne in einem Block mit zwei Liften und im 5. Stock. Also muss Spix zwingend auf meinen Ruf zu mir kommen müssen. Vorher gibt es keinen Freigang.

Arbeit ich komme!

Ich vermute, dass ich Spix zu wenig berührt habe. Ich kann sie fast nicht tragen, ohne dass sie mich anfaucht. Eine körperliche Ursache ist auszuschliessen, sie ist jung, kerngesund und hat ihre ärztlichen Termine.

Seit heute wird sie „rücksichtslos“ gestreichelt, wenn sie eine Katzenbelohnung frisst.

Gerade draussen ist es wichtig, dass ich sie auf den Arm nehmen kann, wenn Gefahr droht oder wenn ich kalt habe und an die Wärme will. Ich toleriere nicht, dass ich schlotternd neben meiner Katze stehe, die sich geruhsam die Welt anschaut.

Arbeit ich komme.

Spix lernt Ausgang

Ich wohne im 5. Stock eines 7 stöckigen Gebäudes mit ca. 32 Wohnungn. Kleinspix hat Null Überblick. Aus mir unbekannten Gründen findet sie unseren Wohnungsvorplatz völlig angsteinflössend. Okay, der ist riesig und es stehen Rollstühle rum und mein Trottinett, die beiden Lifte machen Geräusche und Spix einen imposanten Katzenbuckel.

Umgekehrt äugt Spix auf dem Balkon, so wie es aussieht nach einem Fluchtweg. Ich schwitze regelmässig Blut. Gestern war das für mich zuviel verlangt. Also lockte ich Spix halb streng und halb mit den grössten Leckereien in den Lift. Wir fuhren runter, gleicher Vorplatz und Spix schreit nach der Wohnungstür, die unter unserer liegt. Ich: „Spix nein:“ und klare Signale, dass uns der Weg nach draussen interessiert.

Zurück in meine Wohnung, Katzengestältli angemurkst mit viel Geduld, weil meine verdammten Bewegungen……..Ich selbst habe mich nicht einml umgezogen, ich war im Balkonwintermantel und den Balkonschlarpen. Nochmals den ganzen Weg und jetzt zur Belohnung wirklich raus und eine klitzekleine Runde gedreht.

Heute morgen war die Runde schon etwas grösser und ich in Winterstiefeln. Aber das doofe Gstältli habe ich nicht ausziehen können. Hat mich auf die Idee gebracht, es gar nicht zu entfernen. Wir beiden Streuner könnten heute Nachmittag nochmals auf die Piste. 😀

Verzogen

Spix und ich, wir sind verzogen. Ihr kann ich es nachsehen, sie erzieht ihre erste Katzenmama, mir auch, Spix ist mein erstes Katzenbaby. Also bitte nicht nachmachen.

Wir vergnügen uns zusammen im Bett. Das Bett ist mindestens 60 cm höher als der Boden, ich erreiche es ganz easy und es ist kuschelig weich. Unter der Bettdecke mache ich auffällige Bewegungen und Spix geht auf Jagd. Manchmal  fasse ich eines ihrer Füsschen und das will sie natürlich zurück. Echt wild geworden zischt sie mich an und wenn ich keine Haue will, dann kusche ich lieber. Zum Dank dafür nimmt Spix Anlauf und hüpft mit allen vieren in meine Magengrube. Wenn ich Zeit habe, ziehe ich meine Magenmuskeln an, um den Fall abzufedern. Dann wird es langsam Zeit meine Zehen anzuknappern durch die Bettdecke und wenn Spix müde ist, hüpft sie weg, um nach kurzer Zeit von Vorne beginnen zu wollen.

In meiner Wohnung ist mein Bett unser Hüpfschloss.

Was sich liebt…

…. das neckt sich. Spix, meinem geliebten Kätzchen, kann ich gewisse Unarten nicht abgewöhnen. Sitze ich auf einem Stuhl und will sie sich dazusetzen, benötige ich eine Decke, damit Kätzchen meine Jeans nicht ruinieren kann. Natürlich hat sie eine Krallenkratzgelegenheit. Jedesmal, wenn sie sie zufällig braucht, lobe ich sie innigstens. Also ehrlich, meine Teppiche und meine Kleider sind viel geeigneter um ein Krallenkratzkonzert zu eröffnen.

Manchmal necke ich Spix. Sie guckt meiner Hand nach und die kreist ganz schnell. Irgendwann, irgendwie, irgendwo kommt der Punkt, wer in den Neckereien das letzte Wort haben wird. Sie mit ihren Pfötchen oder ich alte Schachtel mit meiner Hand. Immer hat Spix das letzte Wort und ich kann froh sein, wenn das für mich nicht blutig ausgeht.

Peter A. Levine

Ein Buch von ihm steht seit Jahren in meinem Büchergestell. Thema Trauma. Nun ist es eine unbefriedigende Sache über ein Thema nur zu lesen oder eine Sache tun zu können. Wenn ich über etwas lese, kann ich es noch lange nicht tun. Als Schweizerin kommt mir das Skifahren in den Sinn. Da kann ich beliebig viele Bücher darüber lesen und ich kann keinen Meter weit fahren. So ist es mit einem Traumabuch, das mich nie enttraumatisiert. Peter A. Levine vertritt eine Methode, die interessant, originell ist, aber nicht die, nach der ich arbeite.

Gemeinhin wird die Meinung vertreten, dass Haustiere, Hunde und Katzen sehr empfindlich sind auf ungerechte Behandlung. Mit Levine im Kopf beobachte ich meine Katze. Jedesmal, wenn es ihr zuviel wird, schüttelt sie sich, dann weiss ich, das war zuviel. Übrigens will Spix noch immer nicht ins Treppenhaus, auch wenn die Wohnungstür offen ist. Ich warte und dränge sie nicht. Aber verstehen tu ich ihre Scheu nicht. Ich denke immer das arme Wohnungskätzchen hätte etwas mehr Auslauf.

Ja, ja Traumatas,es gibt sie aber kaum einer will was darüber wissen und noch weniger wollen Traumatas heilen. Das ist sehr grausam, wenn man bedenkt, dass sich hinter jeder Depression ein Trauma verbergen kann. Und was macht die Ärzteschaft? Sie behandelt falsch und chronifiziert die Depressionen und andere Traumasymptome.

Katzenrauferei

Spix hatte im Altersheim eine Katzenrauferei, die sich anhörte wie das Ende meines kleinen Dreikilokätzchens. Ich lief in die dunkle Nacht, war vezweifelt, rief nach Spix, aber sie war wohl stinksauer und weg.

Jetzt sind wir nur zu zweit in meiner Wohnung. Sehr oft geht das sehr lange gut, aber manchmal haben wir Streit. So gestern: Ich plage Spix nicht mit übermässigem Bürsten. Eine Kurzhaarkatze schafft die Fellpflege selbst. Aber gestern war ein Tag, an dem ich meine Katze berührte und ein Sprühregen von Katzenhaaren entfaltete sich. Das ging mir auf den Wecker. Also bürsten ist nicht unbedingt Spix Lieblingsbeschäftigung. Sie bekommt nach dem Bürsten Thonparfait, ihr Lieblingsleckerli. Gestern faucht mich diese kleine, freche Katze während des Bürstens an. Ich nicht faul, fauche zurück. So verständigen sich Katzen, wenn sie unzufrieden sind und imponieren wollen und hier im Haus bin ich die Ober- oder Leitkatze. Sofort liess ich Spix los, weil Spix absolut keine Hemmungen hat meine Hände blutig zu kratzen oder blutig zu beissen.

Jetzt auf Distanz fauchte ich ihr nochmals meine Meinung. Dann legte ich die gehasste Bürste und die Parfaittube auf den Boden nach dem Motto: Liebes Kätzchen wir sind noch nicht fertig, aber das schaffen wir umgehend. Es ging nicht lange kam Spix und wir konnten die Arbeit beenden und dann wollte sie wieder auf meinen Schoss und die Nacht hat sie in meinem Bett verbracht. Das ist in der Zwischenzeit ganz easy: Ich habe einen gewissen Singsang, dass ich im Bett liege, gute Nacht wünsche und schlafen wolle. Ich lade Spix dazu ein. Es dauert nicht lange, dann höre ich sie hüpfen, spüre ihre Pfötchen und ihr Gewicht auf meinem Körper, allerliebst.