Endlich so weit

Nächsten Freitagnachmittag kann ich mit einem Sozialarbeiter die Arbeit erledigen, die seit 9 resp. 15 Jahren ansteht. Ich gebe einen Teil der Verantwortung ab an meine beiden längst erwachsenen Kinder, die sich einen Deut für mich interessieren, deren Taufgeschenke ich bis zu nächstem Freitag in meinem Banktresorfach gehütet und aufbewahrt habe. Insbesondere ein voluminöses Vorlegebesteck macht, dass ich eine grössere Tresorfachgrösse anmieten muss. Goldvreneli, ein klassisches CH-Taufgeschenk sind sehr platzsparend. Es hat davon drei Sorten: Meine eigenen Taufgeschenke, die von Tochter Nummer eins und völlig systemwidrig, die höhere Anzahl für Tochter Nummer zwei, die in eine finanziell weniger rosige Lage geboren wurde.

Nun, die Taufe damals war für meinen Ehemann Nummer 2 ein aussergewöhnliches Ereignis, weil er bei der Geburt seines dritten Kindes über 50 Jahre alt war. Ich hatte nach meinem ersten Kind und dem Narkosefehler bei dessen Geburt ursprünglich ein absolutes Gebärverbot gefasst. Diese Diagnose stimmte nicht mit meinem Eigengefühl überein und so liess ich eine Zweitdiagnose erstellen, fand einen genialen Frauenarzt, der bereit war, eine zweite Schwangerschaft zu begleiten und das dann herrvorragend tat, als es soweit war.

Insofern war die Geburt meiner zweiten Tochter besonders und daher fielen ihre Taufgeschenke höher aus, als bei Kind Nummer eins, das eigentlich mit dem goldenen Löffelchen im Mündchen geboren wurde, aber weniger Taufgeschenke erhielt: Bei reichen Menschen lernt frau sparen. – Das ist nicht nur ein Bonmot, sondern genauso habe ich es realiter x-mal erlebt und erfahren.

Kindsväter!

Mit zwei Kindern habe ich zwei Kindsväter, zwei Ehen, die beide gescheitert sind, nicht gleich gescheitert, überhaupt nicht gleich, aber das Ende war früher oder später erreicht.

Aus diesem oder jenem Grund habe ich beide in diesem Jahr gesprochen. Das hat in Bezug auf den ersten Seltenheitswert. Er und ich passen nicht zusammen, überhaupt nicht. Weil seine bzw. meine erste Tochter mich behandlt wie ein A…… (= CH Schimpfwort) habe ich mich an ihn gewandt, weil ich eine Arbeit, die in dem Fall seit fast 15 Jahren ansteht, x-mal von mir mit höflicher Bitte um Erledigung vorgebracht wurde, nun endlich erledigt haben will, weil eine Veränderung für mich ansteht. Nur ich für mich will diese Veränderung ohne die Verantwortung für beide erwachsenen Kinder, die noch immer drin hängen,  weiterzuschleppen, was mir lästig fällt.

Also, heute kurz vor 21 Uhr Tel. mit entsprechendem Auftrag an den Kindsvater.

Jetzt sitze ich da, schlottere und kann nicht einschlafen. Wie bringe ich mich ohne Chemie zur Ruhe? Kann ich es mir gesundheitlich erlauben, unregelmässig, evtl. zu kurz zu schlafen? Hätte ich eine Badewanne, nähme ich ein Entspannungsbad. So wie ich lebe, kann ich die Heizdecke einsetzen. Wärme schläfert mich oft ein. Hier ist es klimatisch warm geworden, aber nicht so warm, dass ich schlafen kann.

Kälte ist für meinereins ein Problem: Erhöhte Spastizität.

Kindsväter sind auch nur Menschen und da mir bekannt, weiss ich ihre Grenzen zum Voraus. Ich kann sie prophezeien. Kindsvater Nummer eins ist darüber heute Abend verblüfft. Ich frage mich, was Männer in einer Ehe lernen, offenbar nicht, wie ihre Frauen sind.

Traumatherapieerfolge

Wie verschüchtert und verängstigt bin ich in die Traumatherapie gegangen mit dem einen grossen Hintergedanken im Kopf, dass diese Therapie so wenig hilft wie alle andern. Natürlich habe ich mich angestrengt, natürlich bin ich in der einen Depression, die ich noch erleiden musste, spazieren gegangen mit Begleitung. Ansonsten erledige ich mit meiner Energie Hausarbeit. Letzthin habe ich meinen Balkon mit viel Wasser runtergewaschen. Ich entsorge Kehricht, Flaschen, Pet möglichst selbst. Einfache Einkäufe erledige ich zu Fuss im Quartier, muss genau darauf achten, dass die Tasche für mich nicht zu schwer wird. Als Jonathan noch mitkam, konnten wir das Drei- bis Vierfache schleppen. ich bewundere ihn dafür und lächle still in mich hinein, welch grossartigen Körper er hat und wie er ihn einsetzen kann!

Jetzt bin ich alleine weg gewesen, ich war im Joh, in der CH, ganz nahe dieser Omeganichtkanzelei, darüber habe ich mich ausgeschwiegen. Auffallend: Meine Kraft ist noch perduer als vor dem CP-Schub.

Plötzlich fühle ich mich viele Tage wohl mit mir selbst, ich habe keine Fluchtgedanken. Ich könnte doppelt so lange hier Ferien machen, ich kann mich beschäftigen auf dem Campingplatz, mit Joh, mit Fahrübungen mit dem Trottinett, mit dem See. Ich habe die Musse Kindern beim Spielen zuzuschauen und finde es schön, wenn sie ihren Eltern in die Arme hüpfen. Ich sehe die Kleinen mit Eis, das in ihren Händchen riesengross aussieht und frage mich, ob sie das Ganze vertilgen können, wie Kleinspix immer Unmengen frisst und nie schwerer als 3,5 kg wird.

Ich bin so viel freier geworden. Schlafen tu ich ohne Medikament. Dieses Medikament hat als kleine Nebenwirkung den Gewichtszuwachs. Da liegt mein Gewichtsteufel begraben. Meine Gewichtszunahme in den letzten Monaten war ungewollt, massiv und hat nichts zu tun mit Völlerei meinerseits. Runter von diesem Medikament, das zudem meine Bewegungen negativ beeinflusst und in 2-3 Jahren kann ich Gewichtscheck machen und mich hoffentlich freuen. Weil ich noch rauche, hätte ich nie soviel zunehmen sollen!

Auffallend ist des weitern, dass ich mich mit Fremden unterhalten kann und irgendwie anders als früher auf sie wirke. Traumatisiert und unbehandelt wurde ich oft abgelehnt. Ich habe den Clown gespielt, weil mich das so sehr verletzt hat, dann wurde der Clown abgelehnt und nicht ich.

Zufälligerweise wohnt neben mir mein kleines Spiegelbild: 4 1/2 Jahre alt, Hemiparese rechts. Beide Eltern sind froh, mich so selbständig zu sehen, sie haben Fragen zur möglichen Entwicklung ihres Grossen, der glücklicherweise einen kleinen Bruder hat und im Geschwisterwettkampf mit ihm noch ganz viele Bewegungen freiwillig lernen wird. Die üblichen Therapien, Physio und Reiten sind im Gang. Ich empfehle Hallenklettern auch für die schmerzhaften Dehnübungen. Ich empfehle keine OPs an den Extremitäten, die sind nämlich gesund, die Zentrale, das Gehirn muss möglichst sanft und effizient gelehrt werden zu kompensieren. Der Papa ist Kletterer, wenn der Kleine etwas älter ist, sich weniger fürchtet, hat er das ganze Kletterparadies zur Verfügung. Er ist intelligent, denkt gerne, die Berufswelt wird ihm hoffentlich so offen stehen, dass er eines Tages sein eigenes Geld verdienen kann.

Plötzlich scheine ich umgeben von Kleinen und ihren Eltern, die von meiner Kraft, Erfahrung, Hoffnung profitieren können. Unsereins ist grossartig und anders. Ein Weltuntergang sind fehlende Bewegungen nicht. Sie können so kompensiert werden, dass ein Alltag bewältigbar ist. Velofahren, Zweirad, klar. Wie wäre es mit Stützrädchen? Der Junge ist noch so klein. Ich war sieben Jahre alt, als ich mit Stützrädern gelernt habe, Zweirad zu fahren. Der Junge hat viele Jahre Zeit, seine Bewegungen weiter zu verfeinern.

Was ich mir von der Traumaverarbeitung erhoffe, ist, dass ich den Schlüssel zu meiner Schreckhaftigkeit finde und wieder Töpfen kann. Aber schon mit dem Erfolg von heute habe ich ein total neues Leben.

Herzlichen Dank dafür, es ist KEINE Selbstverständlichkeit.

Gehirn hirnverletzt

In den 60er Jahren wurde ich mit meinem Geburtsgebrechen genau 1960, in ihrem Gründungsjahr von der IV erfasst. Bekanntlich sollte ich als Mädchen hübsch und adrett werden, total NT-konform und einen zukünftigen Multimillionären heiraten. So machte frau das, damals in meinen Geburtskreisen, von denen ich mich ideell und politisch unterscheide. Es hat auch in den Kreisen solche und solche und ausgerechnet jmd. aus ihnen hat mir letzthin unvoreingenommen aus dem Nichts lange und empatisch, ohne übliche Verurteilungen, zugehört und ich war total überrascht und natürlich unendlich getröstet. Diese Person hat eine akademische Ausbildung, die Zuhören-können beinhaltet. Logischerweise ist sie NICHT medizinisch geschult NOCH Psychologin.

Aus heutiger Sicht ist die Medizin der 60er Jahre passe, vieles hat sich verändert und verfeinert, insbesondere in der Neurologie. Würde ich heute mit dem gleichen Geburtsgebrechen geboren, würde ich nach heutiger Sicht völlig anders, heutig modern behandelt. Immer hoffe ich für meine zwei andere Drillinge (= Hemiparese links), sieben und zehn Jahre alt, dass ihre Seelen dabei ganz bleiben dürfen, wissen tue ich es nicht, sie haben beide grossartige Mamis, was zu 100% extrem hilfreich ist.

Immer hatte ich gedacht, das moderne Untersuchungsmehoden, z.B. ein MRI, das Ausmass eines Gehirnschadens anzeigen können und sich daraus die fehlenden Gehirnfunktionen ableiten. Das ist in meinem Fall eine Fehlanzeige. Meine Befunde sind gespickt voll mit Fremdwörtern, die ich als medizinischie Laiin selbst mit Übersetzungen nicht begreife, weil ich die Zusammenhänge und ihre Funktionen nicht kenne.

Um Funktionsausfälle feiner zu erfassen, ist ein neuropsychologischer Test notwendig. Genau einmal wurde das in meinem Leben mit mir gemacht, da war ich 51 Jahre alt. Nicht berücksichtig wurde meine kPTBS, also waren meine sämtlichen Symptome vermeintlich neurologisch. Ein Umstand, der nicht in mein Kopf will, warum Fachpersonen immer denken, Symptome hätten allein etwas mit IHREM Fachgebiet zu tun. KeineR denkt über seinen bzw. ihren Tellerrand hinaus. Ich als Betroffene erwarte medizinischen Rat und kann nicht piepsen, wenn ich es noch nicht weis, genau 60 Jahre lang: Herr Facharzt, DAS ist ein kPTBS Symptom.

Nehmen wir die vermeintliche Aggressivität von Menschen mit Hirnverletzungen. Was davon ist neurologisch und was ist kPTBS? Diese Frage stellen nur ich und mein Traumatologe. Sämtliches medizinisches Fachpersonal von den Professoren (in der Neurologie) über die gesamte Psychiatrie und Psychologie bis zu meiner Hausärztin haben diese Fragen  nie gestellt. – Das werde ich erst wissen, wenn ich die Traumaverarbeitung abgeschlossen habe: Sowohl hirnverletzte Menschen, wie auch taumatisierte Menschen leiden an Reizen, die für NTs nicht relevant sind. Während die beiden erstgenannten mit äusserster Disziplin und noch mehr Willen irgendein einigermassen schlecht gesellschaftskonformes Verhalten an den Tag legen, pfeifen NTs ein Liedchen, weil sie gerade angenehm überrascht und entspannt wurden. Sie leben nicht in einem Dauerkriegszustand, weil sie z.B. schreckhaft sind.

Erschrecken ist extrem energieraubend und meistens nehmen die ErschreckerInnen es persönlich, dass sie mich erschreckt haben und schreien mit ich totaler NT-Logik noch an: Der Schaden des Erschreckt-worden-seins muss um alles in der Welt durch Gehässigkeit vergrössert werden.

Das ist sowieso NT-Logik: Weil ich behindert sein muss, sind sie xyz und dann soll ich mich subito um SIE kümmern. Was ich erlebe, was ich wegen meinem So-sein-müssen aushalten muss, ist völlig wurscht. SIE sind der Nabel der Welt.

Ist es ein Wunder, dass ich am liebsten unter Meinesgleichen bin, mit Fachpersonen, die ICH als fachlich kompetent anschaue, insbesondere junge Physios und ansonsten denke: Lasst mich genau eins, in Ruhe, ihr habt Null Ahnung und davon viel.

Früher habe ich Naivling versucht zu erklären, immer wenn ich nicht verstanden wurde, dachte ich, ich hätte zu wenig genau erklärt. Ein ewiger Kreislauf meiner Überforderung.

Heute schliesse ich meine Türen: Die von Joh und Pius (= meine Wohnwagen), meine Wohnungstür oder meine Autotüren, die vom Cabriolet oder Skoda. Virtuell schliesse ich auch meine Türen. Meinesgleichen mag hier eines Tages kommentieren. Sachdienliche Fragen, die mir wichtig scheinen, beantworte ich noch heute gern. Wer aber die Basisbroschürenseiten von Fragile Suisse, bzw. Vereinigung Cerebral Schweiz und kPTBS (=Google) NICHT gelesen hat, wer sich nicht einmal zwei Std. Zeit nehmen will, um solch ein komplexes medizinisches Problem zu verstehen wie meins, der kann mich mal. Er bzw. sie beweist durch sein bzw. ihr Verhalten wie unwichtig ich ihm bzw. ihr wirklich bin.

BETROFFENE kennen die Probleme von innen, sie müssen nichts lesen, um sich und mich zu verstehen.

Ich verstehe mich nicht mehr als Erklärbärin. Tempi passati.

Sozial total inkompetent…

….so werde ich neurologisch und von der Gesellschaft, den meisten Menschen, tituliert. Da ist irgendwas dumm gelaufen oder warum arbeitet Jonathan gern für mich? Warum fühlt er sich vermutlich sehr gefordert, unsere Arbeit ist Akkordarbeit, aber in meiner Gesellschaft eigentlich wohl? Er ist mit mir freiwillig nach Hamburg ins Musical gereist.

Warum haben hier, in dem Blog, zwei studierte Fachkommentatorinnen laut aufgeheult, zu dem Zeitpunkt als ich mich weigerte, weiterhin ihr Spielzimmerchen zu sein? Ihre psychologisch wertvollen Kommentare habe ich zu 90% bereits gelöscht, weil sie die Kontraindikation zu einem kPTBS darstellen. Im Vorbeigang musste ich Respekt und Anstand mir gegenüber massiv durchsetzen.

Sobald dieser Blog auf den Niveau ist, auf dem ich ihn haben will, kann ich daran gehen, weitere LeserInnen zu motivieren, ihn zu lesen. Die gesamte Durchsicht meiner Posts steht dazu an und ich wette, dass ich mindestens 30% löschen kann, weil thematisch völlig irrelevant, weil nur eine psychologische Antwort auf die psychologischen Kommentare.

Traumatas spielen in einer völlig anderen Liga und Traumatas, auch chronifizierte, wie die meinen, können im Idealfall zu 80% verarbeitet und damit geheilt werden. Idealfall ich komme!

Klar, bin ich sozial inkompetent, sowas von. Wenn die Mitmenschen mit dieser Einsicht glücklich sind, dann sollen sie. Wie immer werden sie dann fröhlich sein, wenn ich will und dann schreien, wenn ich will. Sozial total inkompetent, wie ich bin, habe ich so meine fiesen Tricks:

1. evang.-ref. Pfarrerin der CH

2. 12-Schritteprogramm, 10 Jahre Intensivstudium und -anwendung

Mein Glaube hat mich gelehrt was ich glaube und das 12-Schritteprogramm wie. Mein IQ ist ca. 140, kaum je begegnet mir jemand, der bzw. die mir intellektuell überlegen ist. Ohne diese, meine Rückzugsmöglichkeit in meine Intelligenz wäre ich längst gestorben worden.

Monster

Ich bin ein Monster, so wie ich bin, sollte es mich nicht geben. Noch bin ich Fussgängerin mit Betonung auf noch. Das neue Schlafmittel fördert meine Ataxie, eine kleine, nicht ganz unwichtige, unerwünschte Nebenwirkung. Das Alte hat vermutlich mein Gedächtnis verschluckt. Ohne Hilfe meines IV-Assistenten bin ich nicht fähig Termine wahrzunehmen, sie einzuhalten.

Dumme Frage: Klar führe ich eine Agenda und ebenso klar schlucke ich seit Monaten Ginkosan. Mit 60 Jahren ist ein normals Gedächtnis gealtert, aber durchaus noch fit. Nicht so meins. Ich kann heulen, ich kann schreien, wen interessiert es? Nur mich.

Irgendwann und der Tag rückt immer näher, muss und will ich mich medizinisch neu aufstellen. Mein Traumatherapeut bewirkt Wunder und der Rest ist katastrophal. X Fehldiagnosen, erzählt von Neurologen, meiner Hausärztin, PsychiaterInnen, PsychologInnen, KESB, nennt sie und ich sage eins, ja, die auch.

Meine Physiotherapeutinnen sind immer auffallend kritisch und erzählen mir, was alles meiner Symptome NICHT zu einer klassischen CP gehört: z.B. Schreckhaftigkeit und miserables Gedächtnis. Kein Wunder bei dem Wust von Chemie, die mir die Psychiatrie zwangsweise verabreicht hat, ist meine Neurologie zusätzlich geschädigt, mein Magen auch, meine Bewegungen sowieso. Diesen ÄrztInnen ist das sowas von egal und meine suizidalen Depressionen, Chemie hin oder her, musste ich aushalten und oh Wunder, durch die Traumatherapie werden sie weniger häufig und weniger schwer.

In meinem Leben, weiss zuerst ich und dann mein von mir angefragter Traumatherapeut, dass es sowas wie eine kPTBS gibt. Ansonsten ist das in der CH völlig unbekannt: Weder war ich im Krieg, noch bin ich sexuell missbraucht worden, ich wurde nur gefoltert, nicht im Gefängnis sondern ab 1960 in der täglichen Physio neun Jahre lang und im PZM 2017 und 2018, Gesamtdauer sieben bis acht Monate: Stichwort Zwangspsychiatrie, Filme auf youtube zu finden.

Alte Posts

Weil mein Blog in juristischer und hoffentlich journalistischer Prüfung steht, lese ich gelegentlich in meinen ersten Posts von 2012.

Es lohnt sich für jedeN darin zu lesen. Die Posts sind zeitlos, engagiert und haben in all den Jahren ihre Aktualität nicht verloren, so alte Links prüfe ich nicht mehr auf ihre Gültigkeit, einEn SekretärIn habe ich bekanntlich nicht.

Irgendwann, wenn ich in den psychedelisch-psychologischen Jahren angelangt sein werde, werde ich Posts massivstens löschen: Ich war mindestens 18 Monate lang Spielball von zwei Psychologinnen. Vierbuchstabenwörter noch und nöcher. Ich könnte mich an meinen Haaren post festum reissen, dass ich sowas so lange zugelassen habe. Meine Gesundheit war in dieser Zeit unterirdisch. Trotz falschen Belehrungen, im Selbstverständnis fachlich kompetent, objektiv genau das Gegenteil, weil falsche Ausbildung, habe ich diesen Blogmist und den ganzen medizinischen Bocksmist überlebt. Soll mich niemand fragen, wie. Tatsache ist, dass es mich noch gibt.

Also, wer schmöckern und stöbern will, sei herzlich eingeladen, es lohnt sich. Hoffentlich viel Spass dabei.

Optisch und akustisch verschmutzt

Gerade komme ich von einer dreitägigen Flugreise zurück. Fazit: Flughafen Zürich ist ein gefühlter elendlanger Irrgarten, logisch optisch und akustisch total verschmutzt. – Um Ihnen besser zu dienen, machen sie alles selbst,  Personal haben wir kaum, dafür einen Schilderwall, der Sie interessieren sollte, denn schliesslich wollen Sie nicht irgendwohin, sondern nach Hamburg ins Musical.

Jonathan hatte alles gebucht, was per Internet gebucht werden konnte, weil ich mit den eintrudelnden Emails nicht zurande kam, leitete er sie auf sein I-phone um und ich hatte Ruhe, keinen Stress, was zu verpassen. Gepäck hatte er für mich vorsortiert, damit wir das Gepäckband meiden konnten.

Logo suchte er die Wege, die Zeiten von Tram über Zug zum Flug. Er war für die Orientierung zuständig, meine Aufgabe war nur, nachzulaufen, mitzulaufen, vorzulaufen je nach Sachlage.

Da sind die menschlichen Notwendigkeiten: 1. Rauchen, 2. Trinken, 3. Essen, 4. WC, sämtliche Ds haben null Ahnung, was ich damit meine. – Englisch halt….ggg!

Der Spiessrutenlauf beginnt im Bahnhof Bern, das Cafe, in dem wir eigentlich abgemacht haben, ist zur Stehkrüpfe mutiert, vorher habe ich schnell einen Goldfingerring an der Tramstation versenkt, könnte unglücklich machen, kann ich mir nicht leisten. Ich bin früh dran und warte wie ein Hündchen, schön brav sitz auf der runden Sitzbank des Treffpunkts gleich neben der Stehkrüpfe. Ich äuge nach Jonathan, total in die falsche Richtung und verpasse ihn prompt, warte brav, schön sitz. Zum Glück schaltet Jonathan und sammelt mich ein. Der Bahnhof Bern ist eng, viele Menschen laufen durcheinander, zwei warme Getränke, Perron 7. Im Zug irgendeinen Sitzplatz ergattern, später haben wir sogar zwei, Jonathan hat alles im Griff, mich und das Gepäck.

Flughafen raus, Rolltreppen, für mich Mittagessen, laufen, Band fahren, laufen, viele Einkaufsläden, flimmernde Bildschirme, Anzeigetafeln, Abfluggate, lange Schlange. Ich setze mich auf ein Rohr, wo Jonathan in der Schlange steht. Eine Airlinefrau zeigt uns, wo wir vortreten können, ich sitzen kann, mit anderen und Kindern kommen wir in den Genuss von Firstboarding. Krücke verstauen im Flugzeug, bei Rütteln soll die mir nicht um die Ohren fliegen, meine Technik ist noch nicht ausgereift. Flug, trockenes Sandwich, Getränk, Landung, Hamburg, nichts wie raus. Gemütliches Schmauchen an der Sonne, Freude, dass wir den ersten Schritt geschafft haben.

Schnelltransport S-Bahn, Bahnhof Altona wird zu unserer Drehscheibe. Ich schlage Taxi vor für den Rest der Strecke. Ärgerlicherweise bin ich ziemlich geschafft. Taxi klappt, das Hotel ist noch dröger als erwartet, was ich gezielt wollte, dort essen können, bietet es nicht, das Restaurant/Bistro ist geschlossen. Frühstück ab 6 Uhr morgens, ich atme auf, ich weiss, wieviel Kaffee ich zum Ankurbeln brauche.

Bierlaune, der Nachmittag neigt sich dem Ende zu. Jonathan weiss blitzschnell, in welche Richtung es sich zu laufen lohnt. Ab und zu kommt sein I-phone zum Einsatz, Kräfte schonen, Schmerzen im linken Bein, 1. Bier in den letzten Sonnenstrahlen, bequem sitzend auf der Aussenstuhlung einer Hipsterbeiz, wie wir lachend beschliessen. Abendessen, wie wärs Mexikanisch? Beide einverstanden, der Fussweg nicht weit. Kleines, gemütliches Restaurant, weil wir früh dran sind, bekommen wir den letzten Zweiertisch. Schwelgen, Apero mit Naschereien, später Gemüsefleischpfännchen mit mexikanischen Beilagen. Jonathan bleibt beim Bier, ich wechsle zum Margaritha.

Nächster Tag, als Höhepunkt ist der Musicalbesuch geplant. Was vorschieben und wenn ja, wieviele, Ruhezeiten? Jonathan kennt sich aus, er empfiehlt mit einem Touristenbus eine Stadtrundfahrt. Die ist gut und lustig kommentiert. Ich kriege einen Eindruck von einem Teil von Hamburg. Nach gut einer Stunde werde ich von all den Eindrücken müde, ich brauche eine Pause. Die machen wir beim Ratshaus an der Alster, Terasse, Wetter reicht um im Mantel draussen zu essen.

Wir schätzen und bequatschen Fussdistanzen. 1. Priorität ein Buchladen. Wir! diskutieren, welche Bücher zum Feminismus spannend sein könnten. Ein Leichtgewicht kaufen wir gleich ein. Schuhgeschäfte hätte es, aber mich hält nix. Wo Salamander angeschrieben steht, ist ein unübersichtliches Durcheinander und kaum Salamander drin. Welche Deppin hat zudem die Schuhgrösse 41, das gibt es gar nicht!

Dann Pause, Pause, Pause, ich muss mich ausruhen, ob ich will oder nicht. Brav schlafe ich ein und erwache irgendwann von meinem Schnarchen, hurrah, ich bin bereit für den Höhepunkt. Umsichtige Zeit- und Transportplanung von Jonathan, alles klappt bestens, Musical Paramour vom Cirque du Soleil. Ich throne auf meinem Stühlchen und denke, 15 Jahre oder mehr habe ich darauf gewartet und gehofft, dass ich einmal in Hamburg ins Musical kann. Innerlich zapple ich nur noch. Was ich gesehen habe, hat meine Erwartungen weit übertroffen: Innovative Darbietung von Zirkuskünsten, technisch höchstversierte Film- und Projektionstechnik von einerseits Geschehen auf der Bühne und andererseits bekannten Plakaten. Eine Darstellung hat mich fasziniert: Kleine Zimmerchen, die aneinandergereiht einen Minifilmausschnitt darstellen und Figuren darin, die die einzelnen Filmbilder spielen, eins nach dem anderen, synchoron und doch anders, ein Miniausschnitt einer Filmrolle, live dargeboten.

Das Ende klatschen wir beide zweimal ab. Give me ten, lächelt Jonathan. Relativ früher Abend, Absacker natürlich am Bahnhof Altona. Total relaxed, den Höhepunkt geschafft zu haben, vergeht die Zeit im Fluge. Uff, spät, Taxi, Bett, schlafen. Wir haben für den nächsten Morgen einen Zeitplan besprochen, leider ist der in meinem Kopf verloren gegangen. Frohen Mutes greife ich zum Zimmertel., schliesslich hat mir Jonathan gründlich gezeigt wie und dass das geht. Ich rufe mein eigenes Zimmer an, besetzt. Mit wem quatscht Jonathan frühmorgens? Ungläubiges Kopfschütteln meinerseits. Nach dem dritten Versuch wechsle ich die Zimmernummer und warte. Jonathan antwortet nicht. Mein Kopf ist blitzschnell in gesundheitlichen Schreckensvisionen: Vom Blinddarm über Schlechtes gegessen bis zum Beinbruch auf dem Weg zur Raucherlounge taucht alles abwechselnd auf. Meine Panik kriege ich nicht in den Griff. Realitätscheck ist dringend. Ich falle ihm fast in die Arme, als er leicht verwuschelt seine Zimmertür öffnet: Duschzeit. Mit weitem Abstand der hübscheste und fröhlichste frisch geduschte Mensch. Runterfahren, er übernimmt das Zeitmanagement für uns beide, wird mich abholen. Ich geniesse meine Schminkzeit, irgendwann klopft es, er packt meinen Koffer, wir wollen in die Kunsthalle in eine Ausstellung, die ihm gefällt, die er ausgesucht hat, ich bin sehr neugierig einen kleinen Blick in seine Welt zu erhaschen.

Viele optische Eindrücke. Neugier meinerseits, wie er die Ausstellung anschaut, was er beobachtet, sein Zugang ist ein anderer als meiner. Ich bin erstaunt, wie „alt“ die KünstlerInnen sind. Mich beeindruckt die Umsetzung der Ideen in die passenden Objekte. Unterschiedlichste Techniken, 2- und 3-dimensional. Bei Jonathan läuft die innere Uhr mit, wir fliegen am Nachmittag zurück. Er gibt vor, wann wir wo sein müssen. Ich kann ihm vertrauen, was meinerseits nicht selbstverständlich ist. Nicht jedeR, der mir eine Aufgabe abnehmen will, ist im entferntesten fähig, manche machen ein grösseres und umständlicheres Chaos als ich, fühlen sich aber als nicht behindert haushoch überlegen. Jonathan kann es wirklich, was er mir als Dienstleistung anbietet. Höchstmögliche Ruhe meinerseits in ultimativen Stresssituationen ist meine Antwort. Der Flughafenfilm wird zurückgespult, der Flieger hat auch diesmal Verspätung. Meine Leistungsfähigkeit sackt ab. Ich könnte nur noch quengeln und schreien, völlig unzumutbar sozial. Selbstbeherrschungsprogramm anklicken, Jonathan sorgt für alles. Ich sehe nur noch hübsch aus und quassle zu viel.

Mir wird klar, dass mein Nachtessen im Zug von Zürich Flughafen nach Bern stattfinden wird, Quizfrage, Taxi oder ÖV bis nach hause. Wir landen in Bern vor dem Lift der Welle und ich kann von dort alleine aufs Tram. Aufschwellender Stolz meinerseits, ich kann ALLEINE auf ÖV. Nichts wie los, gehen, solange die Energie noch reicht, ich traue mir nicht über den Weg, nur keine Szene, keinen Skandal, keine Waldau.

Billettautomat will mein Münz nicht, keinen Fünfliber, keinen Zweifränkler, einfach nichts. Die Kreditkarte zücken, ist keine Option mehr. Meldung beim Tramführer Apparat kaputt. Was ich nicht erwarte, ich sollte Geld zücken und der Tramführer wird mir das Ticket an der nächsten Station holen. Verblüffung meinerseits, Tramchauffeur unfreundlich, ich in den Bewegungen knapp rasch genug. Wohnungstüre zu, grosses Aufatmen, so gross, dass ich einen gemütlichen und ruhigen Abend bis nach 23 Uhr verbringe. Ich hatte mich im Bett liegend erwartet. Jonathan hat mir so grossartig geholfen, dass ich meine Reise ruhig, still vergnügt ausklingen lassen kann. Mein Leben ist berechenbar und völlig anders. Klammheimlich schleiche ich den Anweisungen meines Körpers hinterher. Wenn ich ihm höflich diene, lässt er erstaunliche Aktionen zu. Die machen die Vergnüglichkeit meines Lebens aus.

DANKE JONATHAN, danke, danke, danke!

Falsches Sprachverhalten!

Mit meinen Sprachkenntnissen in Bärndütsch, CH-Hochdeutsch, Französisch, Latein, Englisch, Griechisch, Hebräisch, Spanisch, bin ich sprachlich unterdotiert, um mich im CH-Amtsdeutsch auszukennen. Ombudsxyz ist ein Punktus knacktus: Nordisch, wie auch immer, Bedeutung bitte selbst googeln. Da ich diesen Ombudsbegriff sprachlich nicht be-greife, benutze ich den Begriff Kanzelei. Die vermeintlich gerechtfertigte Korrektur folgt sogleich: Eine Kanzelei ist ein Begriff für ein Büro, in dem Juspersonen, bzw. Anwälte arbeiten, die 8-tung!, vor Gericht gehen.

Die Omegakanzelei stellt die Uhr immer auf 12 Uhr mittags: Verschiedene Gesichtspunkte, in dem speziellen Fall PatientInnen und Spital bzw. Ärzteschaft sollen sich finden an dem Punkt 12 Uhr mittags, wörtlich in der Mitte.

Warum die CH in diesem Fall einen nordischen Fachbegriff verwendet, spottet jeder Logik und jeder vernüftigen Sprachableitung: Allein mit Latein entspreche ich mit meiner Ausbildung keinem gesellschaftlichen Durchschnitt, sondern einer Elite. Mit Griechisch und Hebräisch kann ich sogar Sarkasmus auf seine Ursprünge zurückführen: Sarx = Fleisch, sarkare = zerfleischen.

Sämtliche hebräische, alttestamentliche Namen wie Ruth, Jonathan, Daniel, Eva, Adam entfalten sich mir logisch. Bei der blondhaarigen Melanie, die so gar nicht schwarzhaarig ist, schwitzen PfarrerInnen im Taufgottesdienst regelmässig. Nie habe ich eine schwarzhaarige Melanie getauft. Eltern sind erbarmungslos punkto Namenwahl für ihre Kinder. Lautmalerisch soll der gewählte Namen stimmen.

Nur der königliche Archie soll so tapfer werden wie sein unbescheiden gewählter Name. Harrison als Erstname wäre wesentlich fairer gewesen. Neugebackene Eltern und fair? Ein Gruss von den elterlichen Projektionen auf die zu leistende Zukunft ihrer Neugeborenen.

PZM und Grippewelle

Im Winter 2018 wurde unsere Station, vermutlich das ganze Haus, nämlich zwei Stationen von einer Grippewelle erfasst: Hohes Fieber, Erkältung, Husten, sterbenselend, eine drogenkranke Person bekam eine Lungenentzündung und benötigte Antibiotika.

Entsprechend meinem damaligen ausgezeichneten Immunsystem blieb ich lange stehen und dachte schon, dass ich nicht fallen würde. Spät fiel ich und wie! Ich erinnere mich an den Einsatz von ätherischen Ölen und Niedrigdosierung von Dafalgan, 500mg. In meiner Akkutphase war ich auf Dafalgan angewiesen, welches rein theoretisch alle vier Stunden zu holen war. Frau schleppe sich auf die Station fiebergeschüttelt, elend und gefühlsmässig sterbenskrank und bettle um Medikamentation!

Eine sadistische Nachtwache hatte Dienst. Sadistisch schreibe ich, weil ich sadistisch meine: Stinkfaul, am PC spielend, Webseiten anguckend, MitpatientInnen sahen sexuelle Seiten auf dem Bildschirm, von der Person her pseudooriginell, kommend aus D, vermutlich alte Bundesländer, Nationalität europäisch aber nicht D ursprünglich, mit dem Vieraugenprinzip liess er seine klassischen Projektionen vom Stapel, so bezichtigte er mich morgens um zwei, drei Uhr eine schlechte Berufsperson gewesen zu sein, da sprach er eindeutig von sich und nicht von mir.

Ich schleppte mich also zum Nachtwachezimmerchen, weiter weg als das Stationszimmerchen. Höfliche Bitte um Dafalgan, abgeschlagen und ich schleppte mich zurück in mein Bett. Wie konnte ich so dreist sein, zu hoffen, dass mein Leben, mein Wohlbefinden einen Deut wert seien?

Sämtliche PatientInnen durchschauen diese Nachtwache. Die KollegInnen und Vorgesetzten angeblich nicht. Ein solcher Sadist gehört aufs Arbeitsamt in einen anderen Beruf ohne menschlichen Bezug. Als Pflegeperson sind solche Meinschen genau eins, untragbar und unerträglich.