Verteidigte Unschuld

Die vermutlich kantonale Stelle, Ombudsstelle Spitalwesen, weigert sich, mir meine Stellungnahme in juristisch korrekte Sprache zu übersetzen. Zu brisant ist wohl der Inhalt meiner Stellungnahme in der dritten Person. In der Stellungnahme musste ich mich von mir etwas distanzieren, weil erlebte Folter, körperliche, Isolationshaft und Zwangschemie sehr schwer auszuhalten ist.

Was ich als Papier bekam, war ein Wischiwaschi nach meinem Verständnis, das damit begann, dass ich im Jahr xy als traumatisiert von einer Fachperson diagnostiziert worden sei.

Das ist eine unfromme Lüge. KeineR niemand, weder Fachperson noch Laie hat mir empfohlen mich gegen Traumatas behandeln zu lassen. Ich habe viel zu lange allen andern geglaubt und vertraut, dass sie besser als ich, die betroffene Person, wissen würden, was mir fehle.

Tja, dann wurde meine Gesamtsituation unerträglich, ich und meine Wohnung waren zum Schluss verwahrlost. Noch heute, zwei Jahre später ermüde ich extrem rasch, mein Gedächtnis ist unanständig lückenhaft und ich kämpfe, um die einfachsten Alltäglichkeiten: Ernährung und Körperpflege. Für mich der ganz normale Irrsinn meines Lebens.

Die Ombudsstelle verwickelt mich nun in einen Mailaustausch, in dem sie nicht zugeben will, dass meine Stellungnahme verwässert wurde, dafür werden mir hirnverletzte Eigenschaften als neurotypisch korrigierbar untergejubelt. Diesen Irrwitz haben sämtliche von mir betroffenen Psychiatrien, PsychologInnen und PsychiaterInnen gemacht, dazu gibt es neurlogische Stellungnahmen, die sich genau mit dem Phänomen befassen: Meine Hirnverletzung wird nicht akzeptiert, dafür werden von meinem Kopf neurotypische Verhaltensweisen, also 100% der normalen Leistung verlangt. Fehlanzeige, einfach nur Fehlanzeige, dafür davon viel.

 

Nicht DIS

Ohne Medizin studiert zu haben, muss ich bekanntlich meine eigene Ärztin sein. Wegen einem an sich läppischen Flashback habe ich mich in Traumabehandlung begeben. Offensichtlich wusste ich unterbewusst genau, dass Traumatas mein eigentliches Problem sind und waren.

In der Privatpsychiatrie Wyss, Münchenbuchsee, CH, sprach ich vor über einem Jahrzehnt erstmalig von meinen Foltererfahrungen als Kleinkind, ab zwei Jahren alt, in der täglichen Physiotherapie, aktive Person meine Erzeugerin. – Sorry, dieses andere, übliche Wort kann ich schon längst nicht mehr denken noch schreiben.

Eine Mutter, eine Mama, ist nach meinem Verständnis dem Wohl ihres Kindes verpflichtet und nicht ihrem eigenen Ehrgeiz verhaftet, dieses Mädchen sozial gewinnbringend und millionenschwer zu verheiraten.

Okay, die Physiotherapeutin damals in der Klinik Wyss tat, was alle Menschen bisher in meinem Leben getan hatten, sie stopfte mir den Mund für über ein Jahrzehnt. Ich tat etwas für mich Ungewöhnliches, ich behielt meine Meinung über mich klammheimlich bei und distanzierte mich innerlich von ihrem Problem, dass Physio IMMER gut ist. Physio ist meine Folter, ich wurde auf meine beiden Füsse gepeitscht, Rollstuhl war keine Option und hinter all meinen wunderhübschen Bewegungen fehlt die Kraft, die Kraft und nochmals die Kraft.

Als Fussgängerin werde ich voll logisch nicht als behindert wahrgenommen, was sogar RollstuhlfahrerInnen ebenso geschehen kann: Intelligenz und die Möglichkeit sich zu formulieren und weg ist jede körperliche Behinderung oder war da noch was?

Ich spalte mich, wenn es mir zuviel wird oder wurde, ich bin dann dieser Stein im Flussbett und das Wasser zieht über mich hinweg. Diese Möglichkeit habe ich zu passender und unpassender Gelegenheit. Aber ich bin nie „WIR“.

Dafür habe ich weitläufige Gedächtnislücken, so riesig, dass ich inzwischen Termine regelmässig verpasse. Das kostet mich ein Schweinegeld und natürlich fehlen mir dann die schmerzlindernden Therapien oder ich war nicht beim Coiffeur. Nutzlose Termine, wie bei Banken, weigere ich mich einzugehen. Wenn ich ein Konto eröffnen will, dann will ich keinen Vortrag über die Funktionsweise der betroffenen Bank, ich will ein Konto und eine Karte oder mehrere, um Geld, mein Geld abheben zu können, meine Haushaltung finanzieren zu können.

In der CH gibt es einen irren Bankentrend: Die Bankschalter werden aufgehoben, die KundInnen müssen alles selbst am Bankomaten erledigen, der gefühlt alle paar Monate seine Geldspuckgepflogenheiten ändert. Neulich stand ich mit 20er Noten für 800.-SFr. da, ich konnte das Notenbündel kaum aus dem Ausgabeschlitz entfernen, ein andermal mit einer 1000er Note, die ist gut, um gerahmt zu werden, ein Zahlungsmittel für den Alltag stellt sie schon lange nicht mehr dar. Ich schätze etwa seit 20-30 Jahren. Früher konnte frau damit einen Kaugummi kaufen. Tempi passati.

Ich gehe davon aus, dass sich die betroffenen Banken damit über kurz oder lang an die Wand fahren: In der CH gibt es eine zu grosse unmittelbar bevorstehende zu alte Genaration, die Babyboomer der 50er Jahren und etwas früher. Da macht sich das Alter bemerkbar und bald einmal auch Alterdemenz und je aussschliessender sich Banken gebärden, desto weniger Kundschaft werden sie haben und die ist in dem Fall nicht nur Arm. Die CH hat eine grosse Bankentradition, die Banker haben kaum noch weisse Westen und Banke werden mit einer zuverlässigen Regelmässigkeit aus reiner Tollerei an die Wand gefahren. Gut beraten ist, wer da im falschen Moment nicht auf der falschen Bank seine Konten hat. Weil das Geld, das ist dann futsch. Die Reglementierung schreitet voran, die Banker bleiben sich selbst treu, also zu oft verantwortungslos.

Also, viele bin ich nicht, aber zu DIS gehören am Rande auch Gedächtnisfehlleistungen und die kenne ich aus dem ff. DIS ist komplizierter, aber an irgendeinem Punkt der Heilung kann es um Traumatas gehen und die Heilmethode kann EMDR sein. EMDR habe ich seit Ende Oktober 2018 als Behandlung für meine Traumatas. EMDR und PITT helfen mir sehr, mein lebenswertes Leben wiederzufinden.

Rituelle Gewalt……

Ich habe mir vier Blogs, WORDPRESS, zum Thema Trauma abonniert. Heute lese ich diesen Post des einen. Für mich genial formuliert. Okay, ich wäre nicht von der Gewalt Kapuzenmänner ausgegangen, ich gehöre einer anderen Generation an. Die Scheinheiligkeit hat in meinem Leben andere Namen, bei Splittern, Ungereimtheiten, habe ich oft gedacht bürgerliche Doppelmoral: Diese hübsche grosse oder kleine Fassade, die der Öffentlichkeit präsentiert wird und dahinter herrscht das absolute Chaos, die Verwahrlosung. In meinem Fall war meine Mutter magersüchtig, deshalb bin ich von Geburt an behindert, als ich 10 Jahre alt war bekam mein Vater Leukämie, das bestgehütete Geheimnis auf Gottes Erdboden. Diese beiden Tatsachen waren die Spitze des Eisberges, den zu tragen ich zu stark oder zu schwach war je nach Blickwinkel.

Ich empfehle den verlinkten Artikel dringend zur Lektüre und allen PsychiaterInnen und PsychologInnen zu Sparablanc über den Mund oder die Finger, je nachdem wo es gerade juckt. TraumatologInnen werden verstehen, uns trösten und unsere Selbstheilung anleiten. DANKE.

Brille bitte kommen!

Da habe ich mir ein Nestei gelegt, meine Brille ist heute Morgen unauffindbar seit Stunden. Gestern Abend war ich so müde und erschöpft, dass ich meine Brille vor mir selbst versteckt habe. Sie muss irgendwo in den 6 Quadratmetern sein, in denen ich gegenwärtig wohne. Einzige Aussenmöglichkeit, dass sie aus unerfindlichen Gründen in meinem Auto liegt. Gestern bin ich damit gefahren. Gestern hatte ich wie üblich meine Brille den ganzen Tag auf meinem Näschen.

Seit Stunden suche ich nun und ärgere mich, wie bedeppert kann frau mit 60 Jahren eigentlich sein? Alterdemenz wurde bei mir bisher nicht diagnostiziert. Da es regnet, kann ich in aller Ruhe den ganzen Tag suchen, ich habe ein Dach über dem Kopf, ich habe zu essen, alle irdischen Bedürfnisse für mich kann ich brillenlos erledigen. Autofahren fällt nun weg, was gerade noch wurscht ist. Meine Gehfähigkeit schätze ich heute auf maximal 15 bis 30 Min., mit dem Trottinett komme ich nicht weiter, das war früher anders.

Wer etwas suchen will, muss zuerst seinen Ärger wegstecken können, sonst wird das nix. Da ich die Runde meiner üblichen Fehlleistungen schon abgearbeitet habe, bin ich genervt. Die Spiegeleier gestern hatten keinen Plastikgeschmack…wo zum Kuckuck ist das Ding? Ich habe weder eine Ahnung noch ein Suchkonzept. Vielleicht sollte ich die Brille für einen Tag „vergessen“ und dann flutscht sie mir in meine Hände. Wichtig: Sicherstellen, dass der Boden und die Sitzflächen brillenfrei sind. Wenn es gründlich knirschen würde, wäre es definitiv zu spät!


Die Brille war in ein Buch gerutscht, das ich seitenaufwärts neben meinem Bett lagere. Gestern habe ich also meine Brille auf die Seitenkanten des Buches gelegt und in der Nacht ist sie ins Buch gerutscht. Logisch und einfach, wenn frau weiss, was passiert ist!

Sozial total inkompetent…

….so werde ich neurologisch und von der Gesellschaft, den meisten Menschen, tituliert. Da ist irgendwas dumm gelaufen oder warum arbeitet Jonathan gern für mich? Warum fühlt er sich vermutlich sehr gefordert, unsere Arbeit ist Akkordarbeit, aber in meiner Gesellschaft eigentlich wohl? Er ist mit mir freiwillig nach Hamburg ins Musical gereist.

Warum haben hier, in dem Blog, zwei studierte Fachkommentatorinnen laut aufgeheult, zu dem Zeitpunkt als ich mich weigerte, weiterhin ihr Spielzimmerchen zu sein? Ihre psychologisch wertvollen Kommentare habe ich zu 90% bereits gelöscht, weil sie die Kontraindikation zu einem kPTBS darstellen. Im Vorbeigang musste ich Respekt und Anstand mir gegenüber massiv durchsetzen.

Sobald dieser Blog auf den Niveau ist, auf dem ich ihn haben will, kann ich daran gehen, weitere LeserInnen zu motivieren, ihn zu lesen. Die gesamte Durchsicht meiner Posts steht dazu an und ich wette, dass ich mindestens 30% löschen kann, weil thematisch völlig irrelevant, weil nur eine psychologische Antwort auf die psychologischen Kommentare.

Traumatas spielen in einer völlig anderen Liga und Traumatas, auch chronifizierte, wie die meinen, können im Idealfall zu 80% verarbeitet und damit geheilt werden. Idealfall ich komme!

Klar, bin ich sozial inkompetent, sowas von. Wenn die Mitmenschen mit dieser Einsicht glücklich sind, dann sollen sie. Wie immer werden sie dann fröhlich sein, wenn ich will und dann schreien, wenn ich will. Sozial total inkompetent, wie ich bin, habe ich so meine fiesen Tricks:

1. evang.-ref. Pfarrerin der CH

2. 12-Schritteprogramm, 10 Jahre Intensivstudium und -anwendung

Mein Glaube hat mich gelehrt was ich glaube und das 12-Schritteprogramm wie. Mein IQ ist ca. 140, kaum je begegnet mir jemand, der bzw. die mir intellektuell überlegen ist. Ohne diese, meine Rückzugsmöglichkeit in meine Intelligenz wäre ich längst gestorben worden.

Monster

Ich bin ein Monster, so wie ich bin, sollte es mich nicht geben. Noch bin ich Fussgängerin mit Betonung auf noch. Das neue Schlafmittel fördert meine Ataxie, eine kleine, nicht ganz unwichtige, unerwünschte Nebenwirkung. Das Alte hat vermutlich mein Gedächtnis verschluckt. Ohne Hilfe meines IV-Assistenten bin ich nicht fähig Termine wahrzunehmen, sie einzuhalten.

Dumme Frage: Klar führe ich eine Agenda und ebenso klar schlucke ich seit Monaten Ginkosan. Mit 60 Jahren ist ein normals Gedächtnis gealtert, aber durchaus noch fit. Nicht so meins. Ich kann heulen, ich kann schreien, wen interessiert es? Nur mich.

Irgendwann und der Tag rückt immer näher, muss und will ich mich medizinisch neu aufstellen. Mein Traumatherapeut bewirkt Wunder und der Rest ist katastrophal. X Fehldiagnosen, erzählt von Neurologen, meiner Hausärztin, PsychiaterInnen, PsychologInnen, KESB, nennt sie und ich sage eins, ja, die auch.

Meine Physiotherapeutinnen sind immer auffallend kritisch und erzählen mir, was alles meiner Symptome NICHT zu einer klassischen CP gehört: z.B. Schreckhaftigkeit und miserables Gedächtnis. Kein Wunder bei dem Wust von Chemie, die mir die Psychiatrie zwangsweise verabreicht hat, ist meine Neurologie zusätzlich geschädigt, mein Magen auch, meine Bewegungen sowieso. Diesen ÄrztInnen ist das sowas von egal und meine suizidalen Depressionen, Chemie hin oder her, musste ich aushalten und oh Wunder, durch die Traumatherapie werden sie weniger häufig und weniger schwer.

In meinem Leben, weiss zuerst ich und dann mein von mir angefragter Traumatherapeut, dass es sowas wie eine kPTBS gibt. Ansonsten ist das in der CH völlig unbekannt: Weder war ich im Krieg, noch bin ich sexuell missbraucht worden, ich wurde nur gefoltert, nicht im Gefängnis sondern ab 1960 in der täglichen Physio neun Jahre lang und im PZM 2017 und 2018, Gesamtdauer sieben bis acht Monate: Stichwort Zwangspsychiatrie, Filme auf youtube zu finden.

Alte Posts

Weil mein Blog in juristischer und hoffentlich journalistischer Prüfung steht, lese ich gelegentlich in meinen ersten Posts von 2012.

Es lohnt sich für jedeN darin zu lesen. Die Posts sind zeitlos, engagiert und haben in all den Jahren ihre Aktualität nicht verloren, so alte Links prüfe ich nicht mehr auf ihre Gültigkeit, einEn SekretärIn habe ich bekanntlich nicht.

Irgendwann, wenn ich in den psychedelisch-psychologischen Jahren angelangt sein werde, werde ich Posts massivstens löschen: Ich war mindestens 18 Monate lang Spielball von zwei Psychologinnen. Vierbuchstabenwörter noch und nöcher. Ich könnte mich an meinen Haaren post festum reissen, dass ich sowas so lange zugelassen habe. Meine Gesundheit war in dieser Zeit unterirdisch. Trotz falschen Belehrungen, im Selbstverständnis fachlich kompetent, objektiv genau das Gegenteil, weil falsche Ausbildung, habe ich diesen Blogmist und den ganzen medizinischen Bocksmist überlebt. Soll mich niemand fragen, wie. Tatsache ist, dass es mich noch gibt.

Also, wer schmöckern und stöbern will, sei herzlich eingeladen, es lohnt sich. Hoffentlich viel Spass dabei.

Optisch und akustisch verschmutzt

Gerade komme ich von einer dreitägigen Flugreise zurück. Fazit: Flughafen Zürich ist ein gefühlter elendlanger Irrgarten, logisch optisch und akustisch total verschmutzt. – Um Ihnen besser zu dienen, machen sie alles selbst,  Personal haben wir kaum, dafür einen Schilderwall, der Sie interessieren sollte, denn schliesslich wollen Sie nicht irgendwohin, sondern nach Hamburg ins Musical.

Jonathan hatte alles gebucht, was per Internet gebucht werden konnte, weil ich mit den eintrudelnden Emails nicht zurande kam, leitete er sie auf sein I-phone um und ich hatte Ruhe, keinen Stress, was zu verpassen. Gepäck hatte er für mich vorsortiert, damit wir das Gepäckband meiden konnten.

Logo suchte er die Wege, die Zeiten von Tram über Zug zum Flug. Er war für die Orientierung zuständig, meine Aufgabe war nur, nachzulaufen, mitzulaufen, vorzulaufen je nach Sachlage.

Da sind die menschlichen Notwendigkeiten: 1. Rauchen, 2. Trinken, 3. Essen, 4. WC, sämtliche Ds haben null Ahnung, was ich damit meine. – Englisch halt….ggg!

Der Spiessrutenlauf beginnt im Bahnhof Bern, das Cafe, in dem wir eigentlich abgemacht haben, ist zur Stehkrüpfe mutiert, vorher habe ich schnell einen Goldfingerring an der Tramstation versenkt, könnte unglücklich machen, kann ich mir nicht leisten. Ich bin früh dran und warte wie ein Hündchen, schön brav sitz auf der runden Sitzbank des Treffpunkts gleich neben der Stehkrüpfe. Ich äuge nach Jonathan, total in die falsche Richtung und verpasse ihn prompt, warte brav, schön sitz. Zum Glück schaltet Jonathan und sammelt mich ein. Der Bahnhof Bern ist eng, viele Menschen laufen durcheinander, zwei warme Getränke, Perron 7. Im Zug irgendeinen Sitzplatz ergattern, später haben wir sogar zwei, Jonathan hat alles im Griff, mich und das Gepäck.

Flughafen raus, Rolltreppen, für mich Mittagessen, laufen, Band fahren, laufen, viele Einkaufsläden, flimmernde Bildschirme, Anzeigetafeln, Abfluggate, lange Schlange. Ich setze mich auf ein Rohr, wo Jonathan in der Schlange steht. Eine Airlinefrau zeigt uns, wo wir vortreten können, ich sitzen kann, mit anderen und Kindern kommen wir in den Genuss von Firstboarding. Krücke verstauen im Flugzeug, bei Rütteln soll die mir nicht um die Ohren fliegen, meine Technik ist noch nicht ausgereift. Flug, trockenes Sandwich, Getränk, Landung, Hamburg, nichts wie raus. Gemütliches Schmauchen an der Sonne, Freude, dass wir den ersten Schritt geschafft haben.

Schnelltransport S-Bahn, Bahnhof Altona wird zu unserer Drehscheibe. Ich schlage Taxi vor für den Rest der Strecke. Ärgerlicherweise bin ich ziemlich geschafft. Taxi klappt, das Hotel ist noch dröger als erwartet, was ich gezielt wollte, dort essen können, bietet es nicht, das Restaurant/Bistro ist geschlossen. Frühstück ab 6 Uhr morgens, ich atme auf, ich weiss, wieviel Kaffee ich zum Ankurbeln brauche.

Bierlaune, der Nachmittag neigt sich dem Ende zu. Jonathan weiss blitzschnell, in welche Richtung es sich zu laufen lohnt. Ab und zu kommt sein I-phone zum Einsatz, Kräfte schonen, Schmerzen im linken Bein, 1. Bier in den letzten Sonnenstrahlen, bequem sitzend auf der Aussenstuhlung einer Hipsterbeiz, wie wir lachend beschliessen. Abendessen, wie wärs Mexikanisch? Beide einverstanden, der Fussweg nicht weit. Kleines, gemütliches Restaurant, weil wir früh dran sind, bekommen wir den letzten Zweiertisch. Schwelgen, Apero mit Naschereien, später Gemüsefleischpfännchen mit mexikanischen Beilagen. Jonathan bleibt beim Bier, ich wechsle zum Margaritha.

Nächster Tag, als Höhepunkt ist der Musicalbesuch geplant. Was vorschieben und wenn ja, wieviele, Ruhezeiten? Jonathan kennt sich aus, er empfiehlt mit einem Touristenbus eine Stadtrundfahrt. Die ist gut und lustig kommentiert. Ich kriege einen Eindruck von einem Teil von Hamburg. Nach gut einer Stunde werde ich von all den Eindrücken müde, ich brauche eine Pause. Die machen wir beim Ratshaus an der Alster, Terasse, Wetter reicht um im Mantel draussen zu essen.

Wir schätzen und bequatschen Fussdistanzen. 1. Priorität ein Buchladen. Wir! diskutieren, welche Bücher zum Feminismus spannend sein könnten. Ein Leichtgewicht kaufen wir gleich ein. Schuhgeschäfte hätte es, aber mich hält nix. Wo Salamander angeschrieben steht, ist ein unübersichtliches Durcheinander und kaum Salamander drin. Welche Deppin hat zudem die Schuhgrösse 41, das gibt es gar nicht!

Dann Pause, Pause, Pause, ich muss mich ausruhen, ob ich will oder nicht. Brav schlafe ich ein und erwache irgendwann von meinem Schnarchen, hurrah, ich bin bereit für den Höhepunkt. Umsichtige Zeit- und Transportplanung von Jonathan, alles klappt bestens, Musical Paramour vom Cirque du Soleil. Ich throne auf meinem Stühlchen und denke, 15 Jahre oder mehr habe ich darauf gewartet und gehofft, dass ich einmal in Hamburg ins Musical kann. Innerlich zapple ich nur noch. Was ich gesehen habe, hat meine Erwartungen weit übertroffen: Innovative Darbietung von Zirkuskünsten, technisch höchstversierte Film- und Projektionstechnik von einerseits Geschehen auf der Bühne und andererseits bekannten Plakaten. Eine Darstellung hat mich fasziniert: Kleine Zimmerchen, die aneinandergereiht einen Minifilmausschnitt darstellen und Figuren darin, die die einzelnen Filmbilder spielen, eins nach dem anderen, synchoron und doch anders, ein Miniausschnitt einer Filmrolle, live dargeboten.

Das Ende klatschen wir beide zweimal ab. Give me ten, lächelt Jonathan. Relativ früher Abend, Absacker natürlich am Bahnhof Altona. Total relaxed, den Höhepunkt geschafft zu haben, vergeht die Zeit im Fluge. Uff, spät, Taxi, Bett, schlafen. Wir haben für den nächsten Morgen einen Zeitplan besprochen, leider ist der in meinem Kopf verloren gegangen. Frohen Mutes greife ich zum Zimmertel., schliesslich hat mir Jonathan gründlich gezeigt wie und dass das geht. Ich rufe mein eigenes Zimmer an, besetzt. Mit wem quatscht Jonathan frühmorgens? Ungläubiges Kopfschütteln meinerseits. Nach dem dritten Versuch wechsle ich die Zimmernummer und warte. Jonathan antwortet nicht. Mein Kopf ist blitzschnell in gesundheitlichen Schreckensvisionen: Vom Blinddarm über Schlechtes gegessen bis zum Beinbruch auf dem Weg zur Raucherlounge taucht alles abwechselnd auf. Meine Panik kriege ich nicht in den Griff. Realitätscheck ist dringend. Ich falle ihm fast in die Arme, als er leicht verwuschelt seine Zimmertür öffnet: Duschzeit. Mit weitem Abstand der hübscheste und fröhlichste frisch geduschte Mensch. Runterfahren, er übernimmt das Zeitmanagement für uns beide, wird mich abholen. Ich geniesse meine Schminkzeit, irgendwann klopft es, er packt meinen Koffer, wir wollen in die Kunsthalle in eine Ausstellung, die ihm gefällt, die er ausgesucht hat, ich bin sehr neugierig einen kleinen Blick in seine Welt zu erhaschen.

Viele optische Eindrücke. Neugier meinerseits, wie er die Ausstellung anschaut, was er beobachtet, sein Zugang ist ein anderer als meiner. Ich bin erstaunt, wie „alt“ die KünstlerInnen sind. Mich beeindruckt die Umsetzung der Ideen in die passenden Objekte. Unterschiedlichste Techniken, 2- und 3-dimensional. Bei Jonathan läuft die innere Uhr mit, wir fliegen am Nachmittag zurück. Er gibt vor, wann wir wo sein müssen. Ich kann ihm vertrauen, was meinerseits nicht selbstverständlich ist. Nicht jedeR, der mir eine Aufgabe abnehmen will, ist im entferntesten fähig, manche machen ein grösseres und umständlicheres Chaos als ich, fühlen sich aber als nicht behindert haushoch überlegen. Jonathan kann es wirklich, was er mir als Dienstleistung anbietet. Höchstmögliche Ruhe meinerseits in ultimativen Stresssituationen ist meine Antwort. Der Flughafenfilm wird zurückgespult, der Flieger hat auch diesmal Verspätung. Meine Leistungsfähigkeit sackt ab. Ich könnte nur noch quengeln und schreien, völlig unzumutbar sozial. Selbstbeherrschungsprogramm anklicken, Jonathan sorgt für alles. Ich sehe nur noch hübsch aus und quassle zu viel.

Mir wird klar, dass mein Nachtessen im Zug von Zürich Flughafen nach Bern stattfinden wird, Quizfrage, Taxi oder ÖV bis nach hause. Wir landen in Bern vor dem Lift der Welle und ich kann von dort alleine aufs Tram. Aufschwellender Stolz meinerseits, ich kann ALLEINE auf ÖV. Nichts wie los, gehen, solange die Energie noch reicht, ich traue mir nicht über den Weg, nur keine Szene, keinen Skandal, keine Waldau.

Billettautomat will mein Münz nicht, keinen Fünfliber, keinen Zweifränkler, einfach nichts. Die Kreditkarte zücken, ist keine Option mehr. Meldung beim Tramführer Apparat kaputt. Was ich nicht erwarte, ich sollte Geld zücken und der Tramführer wird mir das Ticket an der nächsten Station holen. Verblüffung meinerseits, Tramchauffeur unfreundlich, ich in den Bewegungen knapp rasch genug. Wohnungstüre zu, grosses Aufatmen, so gross, dass ich einen gemütlichen und ruhigen Abend bis nach 23 Uhr verbringe. Ich hatte mich im Bett liegend erwartet. Jonathan hat mir so grossartig geholfen, dass ich meine Reise ruhig, still vergnügt ausklingen lassen kann. Mein Leben ist berechenbar und völlig anders. Klammheimlich schleiche ich den Anweisungen meines Körpers hinterher. Wenn ich ihm höflich diene, lässt er erstaunliche Aktionen zu. Die machen die Vergnüglichkeit meines Lebens aus.

DANKE JONATHAN, danke, danke, danke!

Drilling

Okay, das Gebäralter habe ich längst hinter mir. Neulich begegnete mir ein Schulkind mit Mami und meiner Behinderung, Hemiparese links. Gestern begegnete ich ein Mami, das sich die Zeit im Restaurant vertat, während mein Drilling, Hemiparese links, kletterte. Klar gebe ich gern eine Kopie meines Kinderbuches in die Hände von Mami und Drilling. Meine kleine Hoffnung, vielleicht zeichnet Drilling gern, bebildert mir die eine oder andere Geschichte meines Kinderbuches. Perfekte Bilder kann ich mir beliebig viele organisieren. Viel kostbarer wären mir Bilder eines oder mehrerer Kinder, die meine Haupthirnverletzung teilen.

Ich erinnere mich, wie ich eine kleine Löwin malte, kreuzfalsch, hirnverletzt halt. Solche Bilder kann keinE KünstlerIn nachahmen. Die Zeiten sind längst vorbei, als Künstler gemäss den Angaben ihrer BrotgeberInnen malten. Siehe Gebetstuch von Bruder Klaus von Flüe, Kunst gemäss seinen Vorgaben.

Falsches Sprachverhalten!

Mit meinen Sprachkenntnissen in Bärndütsch, CH-Hochdeutsch, Französisch, Latein, Englisch, Griechisch, Hebräisch, Spanisch, bin ich sprachlich unterdotiert, um mich im CH-Amtsdeutsch auszukennen. Ombudsxyz ist ein Punktus knacktus: Nordisch, wie auch immer, Bedeutung bitte selbst googeln. Da ich diesen Ombudsbegriff sprachlich nicht be-greife, benutze ich den Begriff Kanzelei. Die vermeintlich gerechtfertigte Korrektur folgt sogleich: Eine Kanzelei ist ein Begriff für ein Büro, in dem Juspersonen, bzw. Anwälte arbeiten, die 8-tung!, vor Gericht gehen.

Die Omegakanzelei stellt die Uhr immer auf 12 Uhr mittags: Verschiedene Gesichtspunkte, in dem speziellen Fall PatientInnen und Spital bzw. Ärzteschaft sollen sich finden an dem Punkt 12 Uhr mittags, wörtlich in der Mitte.

Warum die CH in diesem Fall einen nordischen Fachbegriff verwendet, spottet jeder Logik und jeder vernüftigen Sprachableitung: Allein mit Latein entspreche ich mit meiner Ausbildung keinem gesellschaftlichen Durchschnitt, sondern einer Elite. Mit Griechisch und Hebräisch kann ich sogar Sarkasmus auf seine Ursprünge zurückführen: Sarx = Fleisch, sarkare = zerfleischen.

Sämtliche hebräische, alttestamentliche Namen wie Ruth, Jonathan, Daniel, Eva, Adam entfalten sich mir logisch. Bei der blondhaarigen Melanie, die so gar nicht schwarzhaarig ist, schwitzen PfarrerInnen im Taufgottesdienst regelmässig. Nie habe ich eine schwarzhaarige Melanie getauft. Eltern sind erbarmungslos punkto Namenwahl für ihre Kinder. Lautmalerisch soll der gewählte Namen stimmen.

Nur der königliche Archie soll so tapfer werden wie sein unbescheiden gewählter Name. Harrison als Erstname wäre wesentlich fairer gewesen. Neugebackene Eltern und fair? Ein Gruss von den elterlichen Projektionen auf die zu leistende Zukunft ihrer Neugeborenen.