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Was ihr in den fortlaufenden Artikel der Homeseite findet:

Ich denke über Themen nach, die mich beschäftigen,  unter den Bedingungen die mir das Leben stellt und gestellt hat.

Der Name meiner Webseite ist nicht zufällig gewählt, aber zufälligerweise lebe ich auch täglich auf dieser einen, kleinen Welt, die wir alle bevölkern.  Wenn du  hier auftauchst, bist du vielleicht von mir eingeladen worden, weil ich deinen Schreibstill schätze und den Austausch mit NeurotypikerInnen suche oder Menschen, die wie ich behindert sind oder überhaupt Menschen, die Mensch sind.

Meinen Beitrag sehe ich:

  • in der Aufklärung, im unermüdlichen Beschreiben, was es heisst, eine Wahrnehmungsstörung 7 Tage die  Woche 24 Stunden am Tag auszuhalten zu müssen und nie einen Ferientag oder etliche Stunden Pause zu erhalten.
  • im  genauen Beschreiben meiner Grenzen, die ich habe, so klar wie ein Rollstuhlfahrer seine, auch wenn meine unsichtbar sind.
  • im Aufzeigen, wo ich auf Hilfe angewiesen bin und wie selbst medizinische Fachleute damit überfordert sind.
  • im Rückblick in die Vergangenheit.
  • im Formulieren politischen Anliegen, Freuden und Leiden: das umfasst: Betroffenenorganisationen, Elterngruppen, Behinderungspolitik, politische Parteien.
  • im Hinweis auf die Folgen der Gesundheitspolitik für Betroffene.
  • im Eintauchen in meine Lebens- und Überlebensphilosophie.

Ich:

Ich stehe mit meiner Wahnehmung zwischen zwei Welten: Einerseits kann ich meistens gut verstehen, was neurotypische Menschen (Fachwort für nicht behinderte Menschen) meinen und wollen. Andrerseits bin ich überfordert, weil ich manchmal gar nichts verstehe. Über „neurotypisch“ können wir uns später genauer unterhalten: Aus der Sicht von Menschen mit Autismus sind das die Andern, die Menschen, die sich selbst als normal bezeichnen würden.

Was ich brauche ist, oft nicht vorgedacht und ich muss meine eigene Lösung erfinden, was viel Energie verschlingt oder ich habe keine, was meine Lebensqualität einschränkt. Aus dem Grund wird mir öfters gesagt, dass ich aufschreiben soll, meine Gedanken der Öffentlichkeit zugänglich machen soll, meine Rolle als Verbindungsbrücke zwischen zwei Welten ausleben soll.

Ich denke selbst, dass viele Probleme zwischen nicht behinderten und behinderten Menschen ihren Grund darin haben, dass nicht Behinderte weder verstehen noch nachempfinden können, wie anders behinderte Menschen sind.  Da braucht es Aufklärung und nochmals Aufklärung. Wie behinderte Menschen im Moment Druck machen könnten, wie die Frauen damals für das Frauenstimmrecht, sehe ich nicht: die finanzielle Not muss noch viel stärker werden und die Folgen der IV-Revisionen für nicht behinderte Menschen sichtbar. Erst wenn all die Sparrunden so teuer werden, dass der Mehrheit des Volkes klar wird, dass das ein teures Spiel ist, erst dann ändert sich hoffentlich etwas zur Verbesserung der Lebenssituation behinderter Betroffener.

Anonym ist dieser Blog, damit ich genau beschreiben kann, was ich als behinderter Mensch brauche, wo die Reibflächen entstehen. Wenn man zudem bedenkt, dass die Psychiatrie und das soziale Umfeld mit im Spiel sind, wird mich der eine oder andere nicht Behinderte vielleicht verstehen.

Ebenso sensibel ist ein kritisches Hinschauen nicht nur auf mich, sondern auch auf Menschen oder Institutionen, die mein Leben zumindest teilweise begleitet haben. Da will und muss ich mich schützen.

Was für Menschen ohne Wahrnehmungsstörung logisch und klar erscheint, kann ich mit meiner Art zu Denken nicht einordnen. Mein Gerechtigkeitssinn ist soweit verletzt, dass ich mir jeweils die Frage stelle, was ein Rechtsstaat eigentlich ist. Auch darüber schreibe ich.

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