Andere Gesundheit

Über 11 Jahre übe ich mit der Hilfe von Fachleuten, meistens den Falschen,  mir etwas Lebensqualität zu verschaffen. Ein riesiges Problem von mir ist, dass mir der Antrieb irgendwann verloren ging,  ich auf meinem Stühlchen nur noch rumsitze und sichtlich Mühe habe, mein Leben so zu akzeptieren, wie es ist: Stinklangweilig, die Wohnung nicht aufgeräumt noch die Gestelle ab und zu gründlich geputzt, alle Hobbies im Tiefschlaf, der Schrebergarten kaum beachtet, kam schliesslich aus eine besseren Lebensphase.

Bevor ich dan kleinsten Finger anheben kann,  muss ich vom Aufwand her das Matterhorn übersteigen und dann könnte ich mit meinen Lebensplänen beginnen, bin aber total übermüdet.

Also, dieses Frühjahr entliess ich nach acht Jahren meine Psychiaterin fristlos.

Ich wandte mich mit einem Hilfeschrei an das REHAB Basel. Der Hilfeschrei wurde gehört und ernst genommen. Fachperson: NEUROPSYCIATER. Die neuen Glückspilllen sollen auf meine Hirnverletzung abgestimmt sein. Und oh Wunder, die beiden ersten Pillen, die Mann verordenet zeigen Wirkung, die eine definitiv zu stark. Also bin ich kurzum an der Feinjustiererei, von der einen Pille eine täglich bei der andern einmal wöchentlich .

Nur den Schlaf habe ich noch nicht voll auf die Reihe gekriegt, mein altes Schlafmedi allerdings drastich reduziert. Mit der Gesundheit, hier meine Wahrnung: Leben ich komme! 🙂

 

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Thomas Melle

Ich war ganz Ohr als am Sonntagnachmittag im Radio wieder einmal die Sendung kam, in der Bücher vorgestellt werden, BuchZeichen. Noch ohriger wurde ich beim Buch „Die Welt im Rücken“ von Thomas Melle. – Okay , ich vermeide hier den Genetiv, dann weiss frau und mann wie sich der Name des Autors buchstabiert. Mir war er bis dahin nicht geläufig, ich kann nicht Bücher selbst auslesen,  das ist was vom Schwierigsten, mit meiner Wahrnehmung.

Hingehört, Buch bestellt, angefangen zu lesen und ich bin begeistert. Melle packt ein sensibles Thema an, bipolar bzw. manisch-depressiv. Wie er diese Zustände beschreibt und hinweist, wie die europäisch westliche Welt damit umgeht,ist mitten ins Schwarze getroffen.

Das Buch werde ich langsam, wie einen gut gelagerten Portwein, zu Ende schlürfen.

Der überzeugendste Liebesbeweis….

….kommt selbstredend nicht unbedingt von einem Mann und schon gar nicht von einem Partner oder einer Partnerin, sondern von den Menschen, die mich in meinen gesundheitlich schlechten Zeiten an ihrem Leben, soweit es mir möglich ist, teilhaben lassen.

„Du bist uns immer willkommen, ganz gleich, wie es dir gerade geht.“ Diesen Satz werde ich nie vergessen und alle , die mich so behandeln, als mündige, erwachsene Person, mit eigenen Vorstellungen, Werten, Entscheidungen und mit einer eigenen, von ihnen UNABHÄNGIGEN  Gesundheit, diese MitträgerInnen schenken mir den überzeugendsten Beweis nicht für die hiesige, oft seichte Liebe, sondern die wirkliche Liebe, in meinem Fall Inklusion.

Kontaktauge

Meine zweite Webseite aus dem Jahr 2012. Ich habe diese Webseite nie öffentlich ins Netz gestellt, zu gross war der Schmerz. Kontaktauge war der Titel dieses Webauftritts, der wie ich sehe, nur einen Blogeintrag beinhaltet.

 

Bei meiner Akteneinsicht neulich konnte ich zur Kenntnis nehmen, was ich in all den Jahren als Recht bzw. Unrecht ansah und laut, auch gegenüber den betroffenen Behörden, formulierte. Die waren nicht im Geringsten beeindruckt. Meine einzige Waffe dagegen, meine Fähigkeit mich durchaus passabel zu formulieren. Damals, 2012 schrieb ich:

 

Dieser Blog hat das Thema verlassene Eltern.

„Kontaktauge“ ist kein zufälliger Name: Das Letzte, was ich von meiner Tochter wahrgenommen habe, ist, dass sie die Augen senkte. Der Augenkontakt war weg und wenige Tage später der ganze Mensch. Das war vor über fünf Jahren. Damals war meine Tocher kurz vor ihrem 15. Geburtstag. Viele selbsternannte und von Amtes wegen eingesetzte HelferInnen haben dem „armen“ Kind geholfen. Ich wurde zur Seite gestellt und mir wurde bedeutet, dass ich in ihrem Leben nichts mehr verloren hätte. Wenn ich möglichst nüchtern betrachtete, wer nun das Sagen hatte, konnte ich mich nicht genug verwundern: Ein Exfreund meiner Schwester, einer meiner Exmänner und seine neue Frau (nein, nicht der Vater des Kindes), eine studierte Zoologin, meine Mutter, eine amtliche Beiständin. Der Kindsvater scheint entgegen seinen damaligen Angaben in diesem bunten Reigen nicht vorzukommen. Auffallend war, dass die wichtigen ExponentInnen im Leben meiner Tochter bis dahin kaum oder nicht vorgekommen waren, aber alles besser wussten und finanziell viel besser dastanden als ich je.

Von Anfang an habe ich mir von aussen aufgedrängte Gedankengänge in Frage gestellt und was mir als „die Wahrheit“ aufgetischt wurde, schlicht nicht geglaubt. Das kommt daher, dass ich in meinem Leben immer meinen eigenen Weg gegangen bin. Ich habe hingeschaut, wo andere lieber weggucken. Ich habe ausgehalten, wo andere lieber verdrängen. Ich habe keine Wahl: Ich will nicht besonders gut oder heldenhaft sein, aber die Möglichkeiten und Grenzen, die mir auf meinen Lebensweg mitgegeben wurden, haben mich oft wider Willen, diesen Weg gehen lassen. Je älter ich werde, desto klarer wird mir, dass meine Lebenseinstellung auf viele Menschen provokativ wirkt und wirken muss. – Noch habe ich nicht vollständig enträtselt, warum das so ist. Aber dass es so ist, daran zweifle ich immer seltener.

Das sind die Voraussetzungen. Ich werde meine Gedanken anonym verfassen, weil alle  Personen noch leben. Mich interessieren die gesetzlichen Grundlagen, die Rechte und Pflichten aller Beteiligten und die Frage, wie ich mir unter den geschilderten Bedingungen Lebensqualität verschaffen kann: Die Frage „Warum“ interessiert mich nicht, weil ich sie für mich beantwortet habe. Ich habe keine Lust in Mitleid oder Selbstmitleid zu verfallen. Ich habe nicht Mitleid mit meiner Tochter, die gegangen ist und ich habe kein Mitleid mit mir. Ich stelle mir das Leben wie eine Hand voll Spielkarten vor: Einige sind gut, einige sind mittel und andere sind schlecht. An mir ist es zu entscheiden wie ich sie ausspiele.

Darf ich bitten….

In einem der ersten Kommentare zu meiner erneuten Bloggerei, wir die Frage gestellt, was der Unterschied sei, zwischen Menschen mit und ohne Behinderungen.

Zuvorderst und zuerst sind wir alles Menschen und zeigen menschliche Verhaltensweisen.  Kaum je wiehern Menschen mit Behinderungen wie ein Esel. (=Witz: Pferde wiehern und ein Esel macht J-A. Also ein Ding der Unmöglichkeit, dass ein Esel wiehert.)

Das frage ich mich innerlich, wenn mich jemand darauf aufmerksam macht, dass ich mich nicht gross unterscheide, ob ich wie ein Esel wiehern solle, damit mein Anderssein greifbarer würde oder zumindest hörbar.

Praktisches Beispiel: Ich wollte schon lange tanzen gehen, Standard Tanzausbildung für Amateure habe ich bis zum Level Goldstar. Im Winter Muskeltraining zu finden, vor dem Klettern in der Kletterhalle, war ein stehender Versuch verschiedenste sportlicher Betätigungen. Tanzen mit dem Bewegen im Idealfall von allen vier Extremitäten gilt als neurologisch wertvoll.

Meine doch eher ungewöhnlich Lösung für meinen Wunsch: Ich rief meinen ehemaligen Tanzlehrer an und bat ihn eine Std. mit ihm tanzen zu können, natürlich bezahle ich ihn im Stundentarif „Privatunterricht“.

Es war ein stimmungsvoller Abend, Ruedi tanzt durchaus erotisch, sein Körper ist gespannt wie der Körper eines Profikletterers. Noch traue ich ihm nicht ganz zu, mein Gewicht in jeder Lage zu halten. Natürlich versuche ich die Körperspannung, die ich im Klettern gelernt habe, mitzunehmen und anzuwenden. Natürlich habe ich Ruedi angestrahlt, weil mir Bewgung und Tanzen Spass machen. – Ein anderer Tänzer hat mich vor meiner Tanzstunde sogar geholt. Das ist sehr ungwöhnlich. Vermutlich strahlte ich die Sicherheit aus, die mir die Vorfreude für mein Tanzabenteuer, ein Erstversuch in dieser Angelegenheit, gab.

ich mache es wieder, das Datum ist reserviert.

Einziger Wermutstropfen. Auf dem Rückwerg zu meinem Auto stolperte ich und habe mir ziemich weh getan, zum Glück nichts gebrochen oder Muskeln überdehnt. – In Zukunft nehme ich mein Silberstöckchen mit für diesen Rückweg im Dunkeln über unebenes Geläde, wie die Beäugung der Unfallstelle ergab.

Gefühle

Eigentlich ist mein Läppi noch nicht geflickt, frühstens morgen ist laut Quittung im besten Fall der Schaden behoben.

Gestern habe ich intensive Gefühle erlebt, sowohl Angenehme wie auch andere. Ich war bei meiner Lektorin im Geschäft zur Kaffeepause. Sie hat mein erstes Buch durchlektoriert, nach zwei gescheiterten Versuchen: Der erste Lektor, den ich im Rahmen einer Weiterbildung, bezahlt von AGILE.CH für fünf Stunden anstellen durfte, den konnte ich auf meine Finanzen zurückgeworfen, natürlich nicht halten, auch wenn er im Verhältnis zu seinem Fachwissen einen bescheidenen Stundenansatz mir in Rechnung gestellt hätte.

Die fünf Stunden waren ergiebig, ich habe ein Buchkonzept schriftlich mit drei Erzählbeispielen, die er lektoriert hatte, die in einem zweiten Durchgang, im Zusammenhang des ganzen Buches nochmals lektoriert wurden.

Eine Erzählung war besonders schwierig und wurde von Lektor Nummer 2 unter die Lupe genommen, was ihr sicherlich gut bekam und zeigte, dass sie nicht die erste der Geschichten im Buch sein würde, ein zwar, aber nicht der Auftakt. Allerdings war ich als Autorin mit dem Warten überfordert und ich maile keines meiner Bücher einem Menschen, mit dem ich nur Mailkontakt habe, der mir nicht einmal seine Adresse und Telefonnummer gibt.

Jungautorinnen lernen beim Schreibprozess viel, manchmal mehr, als ihnen lieb ist.

Und jetzt geht es darum,  einen Verlag zu finden, dachte ich. Fehlanzeige! Um zu wissen, was im Buch steht, bedarf ich des Inhalts dessen, was mein Chefneurologe schreiben wird. – Für mich ein wesentlicher Bestandteil meiner Erstlings. Ich darf nochmals vor den Spiegel rennen, mit den Wimpern klimpern und wenn ich dieses Vor- oder Nachwort habe, habe ich erst mein ganzes Manusskript zusammen.

Ich verzapple gleich und muss ruhig bleiben. So anspruchsvoll  ist mein Leben. Wer kann seine Gefühle im Griff halten? Ich kann Haltung bewahren, aber meine Gefühle, die bedrängen mich tüchtig.

 

 

 

Technik

Das Gefühl ist nicht so besonders, gehackt worden zu sein. Irgndwann pfeffere ich diesen Läppi durchs geschlossene Fenster ins Nirwana und rufe hinterher ein freunliches „Tschüss“.

Ich melde mich hier wieder, wenn ich die Technik gelöst habe……hp-Shop, ich komme  :-)!

Mein Hauptlaptop hat einen Virus und ist  jetzt in Profihänden zwecks Reparatur. -Ich wünsche gutes Gelingen.

Ein weiterer Zufall, mein 20 Jahre alter Drucker weigerte sich im Internet irgendeinen Text in vernünftiger Grösse zu drucken. Mit 20 Jahren Arbeitsleben – eine normle Laufzeit eines Druckers soll 10 Jahre betragen – ist er nun gestorben und wird recycliert. Neu steht ein blinkendes Gerät in meiner Wohnstube und mein Kollege hat es zum Laufen gebracht.

Ich bin im Stadium, da ich froh bin, dass es ihn gibt, aber ums Drucken mache ich gerade einen weiten Bogen.

In Reparatur müssen, in einem zweiten Schritt, meine sämtliichen E-Mailsadressen. – Vielleicht haben sie meine Postfächer zum explodieren gebracht.

  • DER PAUSENCLOWN TRITT NOCH NICHT AB

Schmerzhafte Erkenntnis

Mit den Gefühlen von Menschen, insbesondere bei der Suche eines Partners bzw. einer Partnerin, lässt sich trefflich Geld verdienen. Ebenso klar ist, dass frau natürlich denkt, dass sie nicht auf diese Plattformfakes hereinfallen wird. Die Realität ist anders und der Auszug  von dort umso gerechtferigter.

Umgekehrt ist frau nicht usurpierbar. Mobbing macht sie nicht mit, angreifen tut sie niemanden, ausser sie selbst wird angeödet. Sie unterscheidet sehr präzise, wer andere angreift und wer das Opfer ist. Die  wirklichen Täter stellen ihre Opfer meist als Täter oder Psychopathen dar. Clever, aber nicht clever genug, um frau ohne Aufwachen, mitzureissen.

Insofern ist für frau eine Lebensfrage beantwortet, nämlich die, ob sie einen totalitären Staat durchschaut hätte oder nicht, wenn sie in einem solchen geboren worden wäre. Die Antwort ist, dass sie irgendwann auf ihren eigenen Füssen gelandet wäre, wie eine Katze. Klar muss sie ein System  zuerst kennen lernen und mit der Zeit erfassen, was da gespielt wird.

Lockvogel ich hör dich piepsen und bin verstimmt.

Gmail läuft ab sofort

Nun habe ich auch meine E- Mailadresse  am Laufen, bzw. habe sie wieder zugänglich gemacht : wie1ort(ät)gmail.com 

Den ganzen Tag überlege ich, welche Möglichkeiten ich nun habe, und welche Themen alle ich anreissen kann, relativ einfach, alles was mich interessiert. Mir ist das Umfeld klar, einigen auch, aber ganze Fachbereiche konnte ich bisher am alten Ort praktisch nicht anschreiben.

  • evang.-ref. Theologie
  • Feministische Theologie
  • Frauenbewegung der letzten 2000 jahre in Europa
  • Frauenbewegung in der Schweiz
  • Bücher, die mich interessieren
  • SchriftstellerInnen

Und ganz schön, die meisten meiner LeserInnen werden NT’s sein. Ich aber spreche nicht „Normalisch“ und schreibe auch nicht so, sondern meine Muttersprache ist „Hirnverletztisch“. Wer immer hier zu Besuch ist, wird nachfragen könnnen, wenn er oder sie was nicht begreift. Aber ich als wieort stehe nicht unter dem permanenten Druck, Normalisch zu schreiben und Normalisch zu denken und wenn es nicht zu 100% klappt, „auf sie mit Gebrüll!“ Es wird nie zu 100% klappen.

Was ich dringend brauche, ist einen Lektor, eine Lektorin, die rasch meine Tippfehler rausholt. Ich plane diesen Blog in meinem Buch zu erwähnen, dann muss er ein lektoriertes Niveau haben, nicht im Sinn von „perfekt“, aber orthographisch i.O., auch dem Dativ ist der Akkusativ hold, muss durchgekämmt werden. SchweizerInnen sind da besonders gefährdet.

Wenn ich diesen Blog mit meinem Buch verbinde, dann werden sich einige Menschen ärgern. Das kostet mich bereits den ersten, möglichen, durchaus renomierten Verlag, samt seiner durchaus liquiden und im Fall von „guten Mädchen kommen in den Himmel“, durchaus spendablen Sponsorenschaft. KritikerInnen wie ich, sind erst erwähnenswert, wenn sie 100 Jahre tot sind und nicht mehr beissen können.

Heute hatte ich zufälligen Kontakt mit meinem ehemaligen Sozialamt. Es ist schön, nicht mehr abhängig zu sein, die Akten habe ich mir geholt, die für mich interessanten Seiten kopiert und klar, sagen alle auf dem Sozialamt, beruhige dich ,vergiss das und ich antworte immer: Und ich werde publizieren, ich gehe an die Öffentlichkeit. Dieser Blog ist öffentlich. Was ihm noch ein bisschen fehlt ist das PR, die Masse von LeserInnen. Das könnte erst jetzt ein Ziel werden.

Meine Resourcen sind knapp, die meines Co-Autors ebenso. Mit diesem Blog erspare ich mir, ein Buch zu schreiben, weil alles schon drin steht, was in mein viertes Buch soll.  Es ist nicht so schön präsentiert, wie ein Buch, aber es erreicht die Öffentlichkeit.

Immer wenn andere sagen oder schreiben, ich solle schreiben, ist die Rohfassung des Textes schon da. Ich kann immer noch mein viertes Buch schreiben oder mein Sonderbuch vielleicht wird es auch nur ein Artikel im Zwiegespräch mit meinem Co-Autoren.  Nach dem ersten kommt dieses Nicht-Lioness-Buch.  – Lioness? Ja, Löwin heisst meine kleine Protagonistin in meinem Kinderbuch. Ob ich es bebildert haben wolle, werde ich gefragt, immer doch, einen kleinen Löwinnenkopf habe ich schon gemalen und einen der grossen Löwin abgezeichnet. Nicht weil ich gut zeichnen kann, sondern weil nur ich zeichne, so wie ich die Welt sehe. Ob das eine Option für einen Buchdeckel ist?

 

 

Ereignisreich

Es ist immer daselbe. Während der kranken Tage bleibt alles liegen, die Spitex ersetzt beim besten Willen keine Hausfrau, im Schrebergärtchen verdorren die wunderschönen Himbeeren am Stil und die Ernte  der Gemüsebeete ist mehr als überreif.

Nur die Ernte kann nicht eingebracht werden, die Krankheit hat alles zum Erliegen gebracht. Der Kopf dagegen, der arbeitet pausenlos, sucht nach einem möglichen Ausweg, weiss sich nicht zu helfen, lässt keine Ruhe, hegt und pflegt graue Schleier oder Schlimmeres.

Ist diese Krankheitsphase wieder einmal glücklich überstanden, wird jede Lebenszuckung minutiös und freudig aufgezeichnet, die nach langer Durststrecke wieder positiven Gedanken die unendlich vielen Pläne, der Drang nachzuholen, was wochenlang nicht möglich war, muss ganz gezielt gedämpft werden. Stückchen für Stückchen wird das Leben zurückerobert, Pausen sind sehr wichtig, damit der Bogen nicht gleich überspannt wird, die Untugend Geduld ist angesagt. Un-tugend deshalb, weil die Geduld den meisten Menschen nicht in die Wiege gelegt wird,  sondern erarbeitet und erlitten werden muss.

So also auch heute, seit einer Woche ca. befinde ich mich in der von mir genannten „Rekonvaleszenzphase, das bedeutet, dass ichmich von meinem Stühlchen  erhebe, auf dem ich nun wochenlang still und dumm gesessen bin, strecke meinen Rücken gerade, atme tief ein und erledige mein Programm. so da wäre nur für heute:

  • Diese Webseite bearbeitet, nicht ganz fertig, aber deutlich vorangetrieben.
  • Da wo ich bis gestern gebloggt habe, mitgelesen und eine beunruhigende Beobachtung gemacht. – Nach mehrjähriger  Blogerfahrung weiss ich, wann  sich die graue Wolken über meinem Bloggerinnenhaupt zusammenziehen. Heute wurde ich in einer Intensität beachtet, die sehr ausser der Reihe tanzt und ganz klar dem innigen Wunsch von mancher Frau entspricht für sich selbst und ich als Aussenseiterin weiss nur allzu gut aus einschlägiger Erfahrung, dass ich gleich Schläge kriege, weil sich die Kunde, dass ich(!) ein „wertvoller“ Mensch sei, nicht in der Schnelle verbreiten lässt.
  • Ein Telefon erledigt und meine Reklamation eingebracht, ein Unterfangen, das für mich sehr schwierig ist. Mir scheint, dass ich verstanden wurde und meine Worte wohlwollend aufgenommen wurde. Ob dem so ist, wird die Zukunft zeigen. Die Themen sind mir sehr wichtig und liegen mir am Herzen. Das Gelingen ist ausserhalb meiner Einflussmöglichkeiten und das gleich in mehrerer Hinsicht.
  • Erste Transportmöglichkeiten ausgelotet, wie die entfernte Dachreling des Wohnwagens allenfalls ans Trockene transportiert werden könnte.
  • Eine Einladung gemailt und die zurückgekommene Gegeneinladung gleich beantwortet.
  • Eine virtuelle Freundschaft beerdigt, keine Ahnung was ich jetzt wieder falsch gemacht haben soll, was den Ausbruch solchen Ausmasses als normal erscheinen lässt. Mich virtuell mit einer anderen Freundin ausgetauscht, zwecks Verarbeitung der zu vielen Eindrücke heute. Dieser Freundin an der Stelle ein grosses Dankeschön.
  • Date
  • Arztbesuch
  • Nachtessen mit erhaltenem, handverlesenem Tee genossen, ein sehr schöner Arbeitsausklang

Entsprechend bin ich müde und will nur noch eines,  meine Ruhe! Und den morgigen Tag muss ich um einiges langsamer angehen und hoffentlich hält sich das Unvorhergesehene mehr in Grenzen. Mittags werde ich vermutlich bekocht.

Medikamentmässig bewege ich mich auf Neuland,  da von einem neuen Arzt, erstmalig einem Neuropsychiater verschrieben und auf Anhieb erwünschte Wirkung zeigend, bin ich grundsätzlich positiv eingestellt. Allerdings scheine ich, vermutlich Hirnverletzung sei Dank, atypisch zu reagieren, statt wie geplant und beabsichtigt einen verbesserten Schlaf zu erhalten, ist der  gleich schlecht geblieben. Einschlafen kann ich und nach vier bis fünf Stunden erwache ich und wenig später stehe ich auf. Dieser Rhythmus führt mit meiner CP unweigerlich zu einem körperlichen Zusammenbruch und dann sitze ich wieder auf meinem Stühlchen und starre ins Leere. Ein Notfallszenario muss angekurbelt werden, gleich morgen muss ich den Facharzt anrufen.