Alte Posts

Weil mein Blog in juristischer und hoffentlich journalistischer Prüfung steht, lese ich gelegentlich in meinen ersten Posts von 2012.

Es lohnt sich für jedeN darin zu lesen. Die Posts sind zeitlos, engagiert und haben in all den Jahren ihre Aktualität nicht verloren, so alte Links prüfe ich nicht mehr auf ihre Gültigkeit, einEn SekretärIn habe ich bekanntlich nicht.

Irgendwann, wenn ich in den psychedelisch-psychologischen Jahren angelangt sein werde, werde ich Posts massivstens löschen: Ich war mindestens 18 Monate lang Spielball von zwei Psychologinnen. Vierbuchstabenwörter noch und nöcher. Ich könnte mich an meinen Haaren post festum reissen, dass ich sowas so lange zugelassen habe. Meine Gesundheit war in dieser Zeit unterirdisch. Trotz falschen Belehrungen, im Selbstverständnis fachlich kompetent, objektiv genau das Gegenteil, weil falsche Ausbildung, habe ich diesen Blogmist und den ganzen medizinischen Bocksmist überlebt. Soll mich niemand fragen, wie. Tatsache ist, dass es mich noch gibt.

Also, wer schmöckern und stöbern will, sei herzlich eingeladen, es lohnt sich. Hoffentlich viel Spass dabei.

Was ich zu fürchten gelernt habe

Es gibt Situationen, in denen es für mich am besten ist, mich so schnell als möglich zu entfernen. Diese Begebenheiten laufen immer gleich ab. Völlig aus dem Zusammenhang gerissen, werden Menschen, die mit mir zu tun haben, aggressiv. Als kleines Kind war ich diesen Erwachsenen ausgeliefert. Ein verletzender Satz lautete: „Wenn du keine(!) Gefühle hast, dann brauch wenigstens deine Intelligenz.“

Die Kindheit ist längst vorbei. Aber bis in die Gegenwart gibt es AggressorInnen. Beliebt ist, meine Behinderung als Anhaltspunkt zu nehmen. In einer psychiatrischen Klinik(!) hat man mich an zwei unterschiedlichen Tagen zum Sündenbock gestempelt, weil ich „an der falschen Stelle“ gelacht habe. Was ein Mensch ohne Hirnverletzung noch knapp unter Kontrolle halten kann, nämlich eine gestresste Situation ohne Ventil zu überstehen, schaffe ich nicht. Ich brauche ein Ventil und oft ist es Lachen. Es gibt auch das Häutchen abziehen an den Fingern und Fingernägel bzw. Kaugummi kauen oder sonst eine Beschäftigung, die Spannung abbaut.

Wenn ich in der selbstgerechten Art zum Sündenbock erkoren werde, brauche ich keine Pfarrerin, die mir die Bibel auslegt. Intuitiv verstehe ich die Worte Jesu: „Herr vergib ihnen, den sie wissen nicht, was sie tun.“ Man merke: Nicht behinderte Menschen dürfen voll aggressiv sein. Sogar sog. Fachleute dürfen sich behinderten Menschen gegenüber unprofessionell verhalten. Aber wehe, wenn der behinderte Mensch schlechte Laune hat, mies drauf ist und sich einen Sündenbock sucht. Das kommt ganz schlecht an und ist verboten. Frei nach dem Spruch: „Wenn zwei dasselbe tun, ist es noch lange nicht dasselbe.“

Letzthin in einem Kurs hat mir die Kursleiterin gesagt, ich würde mich über alle erheben und „in letzter Instanz“ entscheiden, was richtig sei und was falsch. Sie brauchte das Wort „Inquisition“. Mein „Vergehen“: Es war ein Schreibkurs. In einer Geschichte eines anderen Kursteilnehmers hatte mich eine Nebenfigur dazu animiert, die Figur zu nehmen und zu ihr eine Geschichte zu erfinden. Wir hätten alle keine Literatur, wenn nicht ständig Themen aufgegriffen, neu gestaltet, anders geschrieben würden.

Für alle, die gern etwas zum Lachen haben: Der Witz ist, dass diese Nebenfigur in der Originalgeschichte sehr einsam war. Ich habe sie in meiner Geschichte in die Gesellschaft integriert. Inklusion nennt sich das. – Wenn das nicht einmal auf dem Papier erlaubt wäre, dann könnte die gesamte Behindertenbewegung, die über Inklusion nachdenkt und sie fordert, einpacken. Aber das tun wir nicht. Wir sind da und bleiben ein Teil dieser Gesellschaft, auch wenn einige Mit- oder Gegenmenschen sichtlich Mühe haben, damit umzugehen.