Was auffällt

In der letzten Therapiestunde war ein für mich schwieriges Thema an der Reihe, total aktiv durch ständige Flashbacks in Form von vorgestellten Gesprächen. Natürlich geht die Therapie nicht von Pontius zu Pilatus und wieder zurück, weil es eine lange Verkettung von traumatisierenden Situationen gab. Also wird die schlimmste Erinnerung hervorgeholt. Ich weiss nicht wie das genau geht, aber es funktioniert bei mir bestens. Sofort sehe ich ein Bild, eine Situation und das allerschlimmste daran ist das vermeintlich höfliche Lächeln.

Mit einem Federstrich und einem Gedankenblitz ist all der Schein entlarvt. Es wird sehr oft gelehrt, dass körperliche Gewalt weniger schlimm ist als psychische. Nicht einmal die Zwangschemie ist so grässlich wie dieses falsche, verlogene, professionelle Lächeln oder soll ich unterstellen, dass es ein freudiges Lächeln des Herrn des Hauses ist?

Beim anderen Kandidaten war es auch der Gesichtsausdruck: Überfordert, sprachlos, verständnislos. Die oben beschriebene Bösartigkeit war nicht vorhanden. Interessant, wie differenziert die Zuordnung der erlebten Eigenschaften ist. Auch hier ist das Körperliche grässlich, ich war viele Male geschlagen worden und kroch wochenlang zeitweise auf dem Boden rum. Eigentlich schlimm genug, aber das Seelische ist schlimmer.

Interessant finde ich, wie ich mich entfernen kann nach der Verarbeitung der Traumatas: Nach dem ersten Durchgang war ich in Eingangshalle des betroffenen Gebäudes. Nach dem Zweiten mitten auf dem Rasen und ich konnte so hoch springen, dass ich wegfliegen konnte. Diese Möglichkeit zu haben, mich selbst zu entfernen, war genial.

Die Gedankenraserei ist zu 95% weg und ich kann die Restaktivität stoppen. Das finde ich sehr angenehm.

2019

Zum erstenmal seit geraumer Zeit gucke ich neugierig in ein Neues Jahr. Was könnte es bringen?

  • Weitere Arbeit an den Traumatas
  • Weiteres Wohlbefinden
  • Alltag und Freizeit mit Jonathan, weiteres Zusammenwachsen
  • Lernen mir peinliche Wünsche zu formulieren und anzuleiten, dass sie so ausgeführt werden, wie ich möchte. Ich muss nicht alles können. Klassische Probleme Fingernägel schneiden und Wimpern zupfen.
  • Vielleicht die Kletterwand ganz klettern oder bleibt die Höhenangst?
  • Ferein? Werde ich sogar in die Ferien fahren können?
  • Wird sich Spix an den Campingplatz gewöhnen?

Ehrlich, es lebt sich ziemlich einfach, wenn ich darauf vertrauen kann, dass der Traumatologe und ich meine Depression wirklich lindern können, wenn sie denn nochmals auftauchen sollte.

Meine Krankengeschichte ist klassisch für ein Mensch, der in der Kindheit traumatisiert wurde. Was mich erschreckt ist, dass ich all die Jahrzehnte keine Traumatherapie bekam in der medizinisch doch ach so gut dotierten Schweiz. Nein, ich wurde im Gegensatz darauf getrimmt, dieses immense Leiden aushalten zu müssen und die Ärzteschaft und behandelnden Spitäler verdienten sich eine goldene Nase und ich litt und litt und litt und sollte gefälligst NICHT jammern. Ehrlich, ein solches Leben begehre ich Null Sekunden.

Hinter jeder Depression kann eine Traumatisierung stecken und dann gehört dieseR PatientIn in die richtige Behandlung, auch nicht zu einem bzw. einer Traumakurpfuscher. Wenn ich google bieten sich sog. TraumaspezalistInnen mit den unglaubwürdigsten Ausbildungen an. Eine ärgert mich masslos, dabei handelt es sich um eine Psychiaterin deren Patientin ich 8 Jahre lang war. Wenn die von Traumatas was verstehen würde, hätte ich längst keine mehr.

Ich hoffe, dass es mir in diesem Jahr 2019 langsam dämmert und in mein Gefühl übergeht, dass all diese schrecklichen Erlebnisse Vergangenheit sind. Und die Zukunft liegt vor mir. Je freier ich werde, desto mehr.

„Recht“ auf Traumatisierung

8-tung ironisch und sarkastisch und natürlich leider wahr:

Die CH ist ein schönes kleines Land, sauber und adrett, da passiert nun wirklich fast nichts Böses.

Traumatisiert dürfen sein:

  • Allen voran die Flüchtlinge, die in fernen Ländern und auf der Flucht Schreckliches erlebt haben.
  • Sexuelle, weibliche Opfer. Meistens wird ihnen suggeriert, dass sie für den Rest ihres Lebens kämpfen oder leiden müssen.
  • Kinder, die körperlich misshandelt wurden.
  • Katastrophenopfer. Mir sind in Erinnerung Opfer einer wilden Freizeitvergnügung. Ich wundere mich immer, dass immer mehr Freizeitaktivitäten so krass sein müssen, dass der Tod allen im Nacken sitzt. Irgendwas ging gründlich schief, Todesopfer und ein Careteam rückte aus und dieses Ereignis fand Beachtung in den Medien und wurde in verschiedensten Zusammenhängen aufgewärmt.

Das war es dann. Mehr Traumatisierungen gibt es doch nicht oder?

Wer Trauma googelt, liest, dass auch medizinische, gewollte, abgesprochene medizinische Eingriffe traumatisch sein können. Es können auch scheinbar kleine Ereignisse traumatisieren, sie müssen nicht immer die Grössenordnung einer Vergewaltigung haben.

Aber hier in der CH kennen wir Google und die grosse weite Welt nur vom Hörensagen, wir leben hinter den Bergen!

Ärger über Ärzte

Seit 58 Jahren bin ich traumatisiert, seit ich im Alter von zwei Jahren Physiotherapie nach Bobath bekam. Täglich Übungen, die mich schmerzten. Täglich sollten meine Gliedmassen, die nicht der Norm entsprachen, in meiner Erinnerung bildeten meine Füsse ein „T“ beim Gehen, so manipuliert werden, dass sie normierter wurden und normierter aussahen. Der rechte Fuss war der Strich, also gerade und der linke Fuss war dass Dach des Ts, also total im 90° Winkel oder fast in dem Winkel nach innen gedreht. Dieser Fuss und dieses Knie MUSSTEN RAUS. Beim Arm liegt vermutlich eine Misshandlung vor, den kann ich nicht ganz strecken, was atypisch ist für ein CP. Frau muss vermuten, dass einE ErwachseneR falsch zugelangt hat und mein Ellbogen dabei verletzt wurde. Auch die Hand und der Arm sind teilweise gelähmt (=Hemiparese).

Also ich hatte wirklich gewonnen, unnötig zu erwähnen, dass das alles unter dem Schildchen „schöne Kindheit“ segelte. Da ist einem Menschen gründlich die Sprache vergangen, wenn er körperlich spürt, dass er oder sie traumatisiert ist und verbal soll er oder sie für die schöne Kindheit danken.

Schon mit 20 Jahren wusste ich instinktiv, dass sich was grundsätzlich verändern musste und dass das dauern würde. Mit ca. 22 Jahren die erste sog. Depression. Völlige Fehldiagnose, ich war schon damals traumatisiert. Die nächsten 38 Jahre können wir überspringen, die Fehldiagnosen werden immer beleidigender, dreister und falscher.

ICH HABE MEINE DIAGNOSE SELBST GESTELLT, ICH GANZ ALLEIN!

Und es ist nicht das erste und einzige Mal in meinem Leben, dass ich für mich Ärztin spielen muss. Lactoseintoleranz haben die Schulmedizinärzte diagnostiziert, aber da war ich schon über 50 Jahre alt und hatte mindesten 35 Jahre lang völlig unnötig gelitten. Leider kommt mir KEIN anderes Bsp. in den Sinn, wofür ich Ärzte positiv verwenden konnte.

Mit der komplexen Posttraumatischen Belastungsstörung als Neudiagnose kommt sogar die Neurologische Diagnose ins Wanken. Da lese ich immer, dass ich meine Depressionen und mittlerweilen meine angebliche bipolare Störung haben müsse aufgrund meiner HIRNVERLETZUNG.

Wenn ich mir in Zusammenarbeit mit dem Traumatologen Gesundheit und Lebensqualität erarbeiten kann, dann ist diese neurologische Diagnose einfach falsch und ein Hirngespinst von Hirnärzten. 38 Jahre Leiden, 58 Jahre seit der ersten Folter, manchmal fehlt mir das Verständnis für die Schulmedizin. Ich komme mir vor wie eine politische Gefangene, die jahrzehntelang eingesessen hat und jetzt noch einen unbekannten Teil ihres Restlebens zur Verfügung hat und als einziges das beste daraus machen kann. Die Vergangenheit kann auch ich nicht ändern. Aber ich wünschte, die heutige Schulmedizin würde mehr taugen. So wahnsinnig einmalig sind weder eine CEREBRALE PARESE noch TRAUMATAS. Es gibt aus meiner Sicht keine Entschuldigung für das Versagen der Schulmedizin.

 

Nachtrag: Meine zweite Tochter wurde mit der Hilfe eines sehr guten Frauenarztes geboren. Er ist lobend zu erwähnen. Solche Arbeit erwarte ich von einem Arzt.

Wer sich jetzt über die Geburt meiner ersten Tochter wundert: USA, Narkosefehler, traumatisierend, ich brauchte eine Krücke, um mich zu bewegen, ich war akut erneut hirnverletzt und habe permanente Schäden davon getragen. Eine solche Erfahrung wünsche ich keiner Frau. Damals hatte ich mein Studium noch nicht beendet. Ich war nie tot bei irgendeinem medizinischen Mist, ich musste immer von Niveau x her kämpfen. Dieses ewige Kämpfen ist extrem ermüdend.

 

Total manisch

Achtung, diese Zeilen sind sarkastisch und ironisch. Der Hintergrund: Im PZM wurde ich als sehr manisch diagnostiziert: Eine bipolare Störung ohne jegliche normale Phasen, nur höchste Manie und für die Psychiater total uninteressant tiefste Depressionen.

In Wahrheit habe ich eine komplexe Posttraumatische Belastungsstörung.

Nach PZM Psychiater war ich heute höchst manisch: Ich habe meine gesamte Bettwäsche abgezogen und habe die Neue in mehreren Anläufen angezogen. Die Bettdecke kann ich noch immer nicht ganz aussschütteln, also habe ich sie in Teilen ungefähr hingelegt. Schlafen kann ich so, das muss nicht pickfein aussehen.

Aber diese manische Energie, völlig verboten und total krankhaft. Ich frage mich immer warum alle anderen Menschen solche Arbeiten erledigen dürfen, ohne als manisch im höchsten Grad zu gelten.

Es ist sicher 3-4 Jahre her, dass ich mich traute, eine solche Arbeit ganz alleine zu erledigen. Es ist eine Frage der rohen Körperkraft und natürlich der Depression, aus meiner Sicht. Ich habe mir gedacht, dass ich im Notfall sowieso schlafen kann auf einem angezogenen oder nicht angezogenen Bett. Letzteres ist nicht wünschenswert, aber völlig ungefährlich.

Und nochmals, nur heute habe ich es geschafft. Ich wollte es ganz fest, ich habe es gern etwas gepflegt, auch wenn jetzt Weihnachtsferien sind und ich weniger Hilfe habe als normal. „Mount Everest“ brauche ich deshalb aber nicht wöchentlich!

Straffällig II

Natürlich ist keine Einsicht zu ewarten von einem Menschen, der sich unangreifbar im Recht glaubt. Ich kaufe bei diesem Menschen eine Dienstleistung ein und die muss ich bei irgendeiner Firma einkaufen. Da gibt es VertragsDAUERN. Während ich armes Wesen abklären muss, ob der Firmenvertreter mir gegenüber eine Straftat begangen hat, kann ich die betroffenen Verträge NICHT kündigen. Noch schlimmer: Dieser Mensch belästigt mich mit Mails und dummem Geschwätz, wo ich längst die Agentur gewechselt habe, innerhalb derselben Firma.

Meine Geldforderung habe ich per eingeschriebenem Brief weggesandt. Da ist die Gesetzeslage mehr als offensichtlich. – Wetten, das er nicht bezahlt, zu dumm ist, einzusehen, dass sein Verhalten aussichtslos ist? Das gründet sich nämlich auf zwei Grundsätze.

  • Wieort ist zahlungsfähig und handlungsfähig, wenn es um die Vorteile des Agenten geht.
  • Wieort ist so unendlich psychisch durch den Wind, das ein Agent ihr z.B. heute schreiben darf: Nimm deine Medikamente regelmässig und achte auf deinen Schlaf.

Dieser Mensch hat solchermassen Null Ahnung vom Gesetz, dass meine HandlungsUNFÄHIGKEIT mich vor finanzieller Übervorteilung schützt, das kommt ihm nicht im Traum in den  Sinn. Ich war hospitalisiert, als er mir 2’500.- SFr. abgenommen hat, ohne Vertrag, ohne Rechtsgrundlage.

Sobald die Festtage zu Ende sind, übernimmt mein Anwalt. Und wenn er es nicht endlich tut, dann suche ich mir einen andern. Auf meiner Nase wird nicht mehr rumgetanzt.

Wie immer gilt die Unschuldsvermutung, solange kein Urteil gesprochen ist.

Ombudsstelle für Spitalwesen

Ich habe mich an diese Ombudsstelle gewandt, weil ich nicht bereit bin, einfach wegzustecken, was ich in den langen Monaten in der Psychiatrie PZM erleben musste. Ich habe die Ombudsfrau nie gesehen. Wir haben tel. zusammen gesprochen. Die Maximalzeit würde ich auf 1 Std. 20 Min. beziffern. Gestern kam mit der Post der Beschwerdevorschlag. Diese Frau kann zuhören und formulieren, an ihr ist ein Psychiater verloren gegangen. Jedenfalls würde ich mir als Patientin wünschen, mein Psychiater würde mir so genau zuhören und so gut verstehen, was ich meine. Die Beschwerdeschrift ist kurz und knapp. Sie konzentriert sich auf die wesentlichen Punkte und ist nicht ausufernd. Damit wird ein einstündiges Gespräch realisierbar mit dieser Grundlage. Ich will mich beklagen aber in einem zeitlich vernünftigen Rahmen. Bekanntlich ist die Gesetzgebung in der CH so, dass die Patienten immer die Dummen sind. Einen Rechtsweg gegen eine medizinische Behandlung einzugehen, lohnt sich schlicht nicht. Aber den behandelnden Ärzten einen Denkzettel verpassen, damit sie in Zukunft traumatisierte PatientInnen in eine Traumatherapie überweisen, das könnte sich lohnen. Genau das ist zumindest meine Intention.

Sich schnell entfernen

Ich war seit Menschengedenken in Psychotherapie und ein Thema war immer, dass mich böse Menschen plagen und ich wie die Maus vor der Schlange erstarre und mich schlecht behandeln lasse. Verbal bin ich total unfähig einen Schlussstrich zu ziehen. Also war die Idee damals, mich z.B. zurück aufs Klo zu ziehen. Das habe ich mir damals in meinem Kopf eingeprägt: Vorwand und körperlich verschwinden.

In den letzten beiden Tagen hatte ich je einmal diese Situation, spontan, völlig aus dem nichts in die Katastrophe katapultiert zu werden. Ich sehe mich vis a vis von dummdreisten Menschen, die mich anpöbeln. Und beide Male habe ich nur eine sehr begrenzte Zeit zugesehen und dann war ich weg. Am Samstag war ich weg, bevor irgendeine Polizei auf den Aufruhr aufmerksam geworden ist. Gestern war ich weg, nachdem ich meine kleine, süsse Rache genossen habe. Die Bemerkung, dass ein Mensch zu tun habe, suggeriert immer Wichtigkeit. Dieses Getue habe ich bei meinen ehemaligen Berufskollegen abgeschaut. Die sind oft verspätet zu Sitzungen erschienen und haben damit ihre unendliche Wichtigkeit demonstriert. Das ich nicht lache, wer seine Arbeit schlecht organisiert, produziert Überschneidungen.

Keine Randale

Wenn ich in meinen vier Wänden bin und mich ruhig verhalte, dann bin ich sicher. Solange ich keine Randale mache, kommt keine Polizei. Das ist mal klar.

In der Zwischenzeit habe ich mir überlegt, dass ich die Polizei nach der Gesetzesgrundlage frage, wenn sie mich wieder mal abführen will. Die können doch nicht einfach aus dem Bauch heraus aktiv werden, das muss gesetzlich legitimiert sein.

Anfangs Februar treffe ich einen neuen Psychiater. Der soll zuständig werden für die Medikamente, der hat in der CH eine wichtige Position gegenüber Psychiatriekliniken. Sobald ich einen Psychiater in meinem Behandlungsteam habe, bin ich gegen Kliniken und ihre Übergrifflichkeiten etwas besser geschützt. In meinen Augen ein irre doofes System, aber ich kanns nicht ändern. Ich habe mich rechtlich rundum informiert, nicht einmal mein Anwalt kann mich wirklich schützen, keine Patientenverfügung, die ist so viel Wert wie Klopapier, die Hausärztin sowieso nicht weil PsychiaterInnen sich so viel besser fühlen in ihrer Totalverblendung und meine Familie ist bekanntlich völlig unbrauchbar.

Genau darum hat es Spass gemacht, dem Herrn Stadtpräsidenten eins ans Schienbein zu stüpfen. Wer im Rampenlicht steht, muss mit seinen Kellerleichen klar kommen! 😀

So heute steht auf dem Programm ein Mittagessen in einem Restaurant mit einer 86 jährigen Dame, Niveau bernburgerlich. Sie spricht interessant und viel. Sie ist sehr, sehr nett, aber nur zuhören strengt mich enorm an. Also bitte Daumen drücken, dass ich diese Konzentration aufbringen kann…… Ich muss vermutlich noch ein kleines Geschenk kaufen gehen, wenn sie mich zum Essen einlädt….. Schreck lass nach und kehr nicht wieder….Das heisst Bahnhof Bern Confiserie Tschirren. Also bitte Daumen drücken, dass ich diese Herausforderung packe.

Ich weiss schon, warum ich lieber nur mit mir und meinen Pflegeleuten zusammen bin. Das ist easy, sie mögen mich alle und wir lachen viel.

Vollpfosten mit Meute

Gut, ich habs getan. Ich bin in die Stadt mit dem Tram auf den Weihnachtsmarkt, um ein Glas Glühwein zu trinken. Das habe ich alles getan beim Münster. Alles ist schön und gut, ich habe mir sogar gedörrte Tomaten und Pesto auf einem Samstagstrassenmarkt erstanden. Dann gehe ich am Zytgloggen vorbei Richtung Käfigturm und da ist es passiert, auf der Höhe des Marktgassmigros. Ein Mann rammt mich mit seinem Einkaufswägeli, das so lang ist, dass ich mehrere Schritte lang gerammt werde und fast hingefallen bin. Der Mann entschuldigt sich flüchtig, ich gebe zurück, ich sei behindert, er fragt nicht einmal, ob ich einen Schaden von seinem Verhalten davongetragen habe. Ich denke total verängstigt und konsterniert an den Oberschenkelhalsbruch, dem ich knäppstens entronnen bin, beeile mich und tippe den Mann an der Schulter, um ihm die Gefährlichkeit seines Tuns vor Augen zu führen.

Da kommt die Meute ins Spiel. Sie beobachtet mich und greift mit übeschäumender Einbildung für ihre Selbstgerechtigkeit ein: Der Mann habe sich entschuldigt und ich hätte kein Recht…… Ich wiederhole nochmals schreiend, wie gefährlich das gewesen sei und wie knapp ich einem Oberschenkelhalsbruch entronnen sei.

Und mit raschem Schritt entferne ich mich. Vermutlich kommt da der liebe Gott ins Spiel.

Es ist kurz vor Mittag und ich gehe in ein Restaurant essen. Leider sehe ich von meinem Sitzplatz aus zwei Polizisten. Was leide ich vor Angst, dass ich abgeführt werde. Mein Kopf ist ausser sich und durch keine Intelligenz der Welt zu beruhigen.

Jetzt bin ich zuhause und hier fühle ich mich zu meinem Glück sicher und hier will ich jetzt ganz langsam zur Ruhe kommen.