Heil sein

Meine Traumatherapie führt mich stets an den Punkt, dass alle meine Fähigkeiten in mir selbst vorhanden und im Überfluss vorrätig sind, die ich gern hätte, die mir gerade mangeln, verschüttet sind, gerade nicht zum Zug kommen. Alles ist in mir angelegt, kann ich in mir selbst holen und ans Licht bringen. Welch eine Entlastung gegenüber allen anderen psychiatrischen bzw. psychologischen Ansätzen, mit denen ich gesund werden sollte. Völlig egal, welche Diagnose mir angedichtet wurde, die Fachperson bildete sich ein zu wissen, was zu tun sei und ich war irgendwie defizitär, hatte versagt und die Fachperson war der Wunderguru, der nie das so sehnlichst erhoffte Wunder tun konnte.

Ich denke, dass es nie funktionieren kann, wenn ein Mensch weg von sich selbst geführt wird, so oder anders per Fremdbestimmung heil werden soll: Etwas mehr Bewegung, etwas Kreativität, Tagesstruktur, sinngebende Beschäftigung, Tageslicht hopp an die Sonne, weniger negativ denken… Immer tat ich als Patientin was falsch und deshalb war ich in letzter Konsequenz selbst schuld an meiner miserablen Gesundheit. Die Schuldfrage wird unter dem Tisch dem bzw. der PatientIn rübergereicht und Schuld, auch eingebildete Schuld, macht krank, ist kontraproduktiv.

Ganz anders meine Traumatherapie: Gestern haben wir begonnen, meine miserable medizinische Begleitung und Behandlung anzuschauen: Das begann als kleines Kind, als mir gelehrt wurde, wenn meine Bewegungen normal wären, wäre ich es auch und hurra, hurra nicht behindert. Nun lässt sich eine Hirnverletzung nicht wegtherapieren, im besten Fall kann vieles kompensiert werden, aber die Hirnverletzung bleibt.

Ich hatte kaum je ein medizinisches Leiden, das nicht am Ziel vorbei, falsch oft auch sehr gesundheitsschädigend therapiert wurde. Das löst bei mir eine elementare Angst vor sämtlichen MedizinerInnen aus, nach dem Motto: Mach das Gegenteil von dem, was einE MedizinerIn rät und du bist medizinisch besser versorgt, als wenn du tust, was sie behaupten. Vor der Angst liegt meine Riesenwut, weil mir meine Lebensjahre und meine Lebensqualität gestohlen wurden, weil ich unter Nebenwirkungen von Medikamenten leide, die ich nie benötigt habe, weil die Diagnose falsch war und die Behandlung gesundheitsschädigend. Also ich habe Verständnis für meine Wut, aber dann könnte sie von mir aus in die Aare baden gehen. Wut schadet letztlich mir selbst. Das ist leider nur ein intellektueller Ansatz.

Natürlich gibt es religiöse Ansätze, das 12-Schritteprogramm lehrt und überhaupt ist Wut ein Haufen Arbeit, den ich armes Schluckerl wiedermal abarbeiten müsste, weil ich letztlich nicht bis zum Ende meiner Tage wütend sein will.

Anders die Traumatherapie, PITT: In mir ist die Heilung, mit der ich mich per Imagination verbinden kann. Ich habe eine genaue Vorstellung, wie meine medizinische Behandlung in meinem jeweiligen Alter idealerweise ausgesehen hätte. Alles kann ich imaginieren und damit in meinem Unterbewusstsein meine Lebens- und Leidensgeschichte überschreiben. Zu meiner Verwunderung schwindet damit meine Angst vor meiner eigenen medizinischen Kompetenz, ich fühle mich nicht mehr einsam, wenn ich für mich meine medizinischen Entscheide fällen will und muss.

Imaginieren ist für mich keine Aufgabe, die ich an einem Tag auch noch erledigen muss, zusätzlicher Stress, sondern es ist für mich Rückzug in mein Paradies. Das ist ein Riesenunterschied in meinem Erleben, statt zusätzliche Belastung, Erholung und Heilung pur. Wie schön, zu wissen, zu erfahren und erleben zu können, dass ich in mir selbst heil bin und dieses mein Heilsein wie ein Geschenk peu a peu auspacken kann, nicht ein Leben leben muss, dass ich nicht wirklich so leben will.

Menschen, die mich die letzten Monate regelmässig gesehen und begleitet haben, bestätigen mir, dass ich mich gesundheitlich zu meinem Vorteil verändert habe. Das bedeutet in der Hauptsache, dass wir alle froh sind, dass ich keine Depressionen mehr habe.

Und alle, die mich mögen und ich selbst, geben mir Zeit für meine Genesung. 80% der Traumatas sind verarbeitbar und dieser Weg ist mein Ziel.

Monster

Ich bin ein Monster, so wie ich bin, sollte es mich nicht geben. Noch bin ich Fussgängerin mit Betonung auf noch. Das neue Schlafmittel fördert meine Ataxie, eine kleine, nicht ganz unwichtige, unerwünschte Nebenwirkung. Das Alte hat vermutlich mein Gedächtnis verschluckt. Ohne Hilfe meines IV-Assistenten bin ich nicht fähig Termine wahrzunehmen, sie einzuhalten.

Dumme Frage: Klar führe ich eine Agenda und ebenso klar schlucke ich seit Monaten Ginkosan. Mit 60 Jahren ist ein normals Gedächtnis gealtert, aber durchaus noch fit. Nicht so meins. Ich kann heulen, ich kann schreien, wen interessiert es? Nur mich.

Irgendwann und der Tag rückt immer näher, muss und will ich mich medizinisch neu aufstellen. Mein Traumatherapeut bewirkt Wunder und der Rest ist katastrophal. X Fehldiagnosen, erzählt von Neurologen, meiner Hausärztin, PsychiaterInnen, PsychologInnen, KESB, nennt sie und ich sage eins, ja, die auch.

Meine Physiotherapeutinnen sind immer auffallend kritisch und erzählen mir, was alles meiner Symptome NICHT zu einer klassischen CP gehört: z.B. Schreckhaftigkeit und miserables Gedächtnis. Kein Wunder bei dem Wust von Chemie, die mir die Psychiatrie zwangsweise verabreicht hat, ist meine Neurologie zusätzlich geschädigt, mein Magen auch, meine Bewegungen sowieso. Diesen ÄrztInnen ist das sowas von egal und meine suizidalen Depressionen, Chemie hin oder her, musste ich aushalten und oh Wunder, durch die Traumatherapie werden sie weniger häufig und weniger schwer.

In meinem Leben, weiss zuerst ich und dann mein von mir angefragter Traumatherapeut, dass es sowas wie eine kPTBS gibt. Ansonsten ist das in der CH völlig unbekannt: Weder war ich im Krieg, noch bin ich sexuell missbraucht worden, ich wurde nur gefoltert, nicht im Gefängnis sondern ab 1960 in der täglichen Physio neun Jahre lang und im PZM 2017 und 2018, Gesamtdauer sieben bis acht Monate: Stichwort Zwangspsychiatrie, Filme auf youtube zu finden.

Andere Gesundheit

Über 11 Jahre übe ich mit der Hilfe von Fachleuten, meistens den Falschen,  mir etwas Lebensqualität zu verschaffen. Ein riesiges Problem von mir ist, dass mir der Antrieb irgendwann verloren ging,  ich auf meinem Stühlchen nur noch rumsitze und sichtlich Mühe habe, mein Leben so zu akzeptieren, wie es ist: Stinklangweilig, die Wohnung nicht aufgeräumt noch die Gestelle ab und zu gründlich geputzt, alle Hobbies im Tiefschlaf, der Schrebergarten kaum beachtet, kam schliesslich aus eine besseren Lebensphase.

Bevor ich dan kleinsten Finger anheben kann,  muss ich vom Aufwand her das Matterhorn übersteigen und dann könnte ich mit meinen Lebensplänen beginnen, bin aber total übermüdet.

Also, dieses Frühjahr entliess ich nach acht Jahren meine Psychiaterin fristlos.

Ich wandte mich mit einem Hilfeschrei an das REHAB Basel. Der Hilfeschrei wurde gehört und ernst genommen. Fachperson: NEUROPSYCIATER. Die neuen Glückspilllen sollen auf meine Hirnverletzung abgestimmt sein. Und oh Wunder, die beiden ersten Pillen, die Mann verordenet zeigen Wirkung, die eine definitiv zu stark. Also bin ich kurzum an der Feinjustiererei, von der einen Pille eine täglich bei der andern einmal wöchentlich .

Nur den Schlaf habe ich noch nicht voll auf die Reihe gekriegt, mein altes Schlafmedi allerdings drastich reduziert. Mit der Gesundheit, hier meine Wahrnung: Leben ich komme! 🙂

 

Ereignisreich

Es ist immer daselbe. Während der kranken Tage bleibt alles liegen, die Spitex ersetzt beim besten Willen keine Hausfrau, im Schrebergärtchen verdorren die wunderschönen Himbeeren am Stil und die Ernte  der Gemüsebeete ist mehr als überreif.

Nur die Ernte kann nicht eingebracht werden, die Krankheit hat alles zum Erliegen gebracht. Der Kopf dagegen, der arbeitet pausenlos, sucht nach einem möglichen Ausweg, weiss sich nicht zu helfen, lässt keine Ruhe, hegt und pflegt graue Schleier oder Schlimmeres.

Ist diese Krankheitsphase wieder einmal glücklich überstanden, wird jede Lebenszuckung minutiös und freudig aufgezeichnet, die nach langer Durststrecke wieder positiven Gedanken die unendlich vielen Pläne, der Drang nachzuholen, was wochenlang nicht möglich war, muss ganz gezielt gedämpft werden. Stückchen für Stückchen wird das Leben zurückerobert, Pausen sind sehr wichtig, damit der Bogen nicht gleich überspannt wird, die Untugend Geduld ist angesagt. Un-tugend deshalb, weil die Geduld den meisten Menschen nicht in die Wiege gelegt wird,  sondern erarbeitet und erlitten werden muss.

So also auch heute, seit einer Woche ca. befinde ich mich in der von mir genannten „Rekonvaleszenzphase, das bedeutet, dass ichmich von meinem Stühlchen  erhebe, auf dem ich nun wochenlang still und dumm gesessen bin, strecke meinen Rücken gerade, atme tief ein und erledige mein Programm. so da wäre nur für heute:

  • Diese Webseite bearbeitet, nicht ganz fertig, aber deutlich vorangetrieben.
  • Da wo ich bis gestern gebloggt habe, mitgelesen und eine beunruhigende Beobachtung gemacht. – Nach mehrjähriger  Blogerfahrung weiss ich, wann  sich die graue Wolken über meinem Bloggerinnenhaupt zusammenziehen. Heute wurde ich in einer Intensität beachtet, die sehr ausser der Reihe tanzt und ganz klar dem innigen Wunsch von mancher Frau entspricht für sich selbst und ich als Aussenseiterin weiss nur allzu gut aus einschlägiger Erfahrung, dass ich gleich Schläge kriege, weil sich die Kunde, dass ich(!) ein „wertvoller“ Mensch sei, nicht in der Schnelle verbreiten lässt.
  • Ein Telefon erledigt und meine Reklamation eingebracht, ein Unterfangen, das für mich sehr schwierig ist. Mir scheint, dass ich verstanden wurde und meine Worte wohlwollend aufgenommen wurde. Ob dem so ist, wird die Zukunft zeigen. Die Themen sind mir sehr wichtig und liegen mir am Herzen. Das Gelingen ist ausserhalb meiner Einflussmöglichkeiten und das gleich in mehrerer Hinsicht.
  • Erste Transportmöglichkeiten ausgelotet, wie die entfernte Dachreling des Wohnwagens allenfalls ans Trockene transportiert werden könnte.
  • Eine Einladung gemailt und die zurückgekommene Gegeneinladung gleich beantwortet.
  • Eine virtuelle Freundschaft beerdigt, keine Ahnung was ich jetzt wieder falsch gemacht haben soll, was den Ausbruch solchen Ausmasses als normal erscheinen lässt. Mich virtuell mit einer anderen Freundin ausgetauscht, zwecks Verarbeitung der zu vielen Eindrücke heute. Dieser Freundin an der Stelle ein grosses Dankeschön.
  • Date
  • Arztbesuch
  • Nachtessen mit erhaltenem, handverlesenem Tee genossen, ein sehr schöner Arbeitsausklang

Entsprechend bin ich müde und will nur noch eines,  meine Ruhe! Und den morgigen Tag muss ich um einiges langsamer angehen und hoffentlich hält sich das Unvorhergesehene mehr in Grenzen. Mittags werde ich vermutlich bekocht.

Medikamentmässig bewege ich mich auf Neuland,  da von einem neuen Arzt, erstmalig einem Neuropsychiater verschrieben und auf Anhieb erwünschte Wirkung zeigend, bin ich grundsätzlich positiv eingestellt. Allerdings scheine ich, vermutlich Hirnverletzung sei Dank, atypisch zu reagieren, statt wie geplant und beabsichtigt einen verbesserten Schlaf zu erhalten, ist der  gleich schlecht geblieben. Einschlafen kann ich und nach vier bis fünf Stunden erwache ich und wenig später stehe ich auf. Dieser Rhythmus führt mit meiner CP unweigerlich zu einem körperlichen Zusammenbruch und dann sitze ich wieder auf meinem Stühlchen und starre ins Leere. Ein Notfallszenario muss angekurbelt werden, gleich morgen muss ich den Facharzt anrufen.

Der Schlaf ist meist gestört….

Hallo Welt. Es ist vier Uhr morgens und ich bin seit 1 1/2 Stunden wach, an Einschlafen ist nicht zu denken. Natürlich bemühe ich mich, ruhig zu bleiben, mich nicht aufzuregen und schon jetzt einen guten, kleinen Plan zu schmieden, wie ich am Nachmittag einen Kurzschlaf einplanen könnte, damit ich den ganzen, langen Tag, ohne ein Energieloch durchstehe und in der kommenden Nacht besser schlafe.

In solchen Phasen empfinde ich den Spielraum als eng, obwohl „nur“ Schlafprobleme nach so kurzer Zeit einer schweren, depressiven Episode, ein Privileg sind. Ich könnte mit ganz anderen Schwierigkeiten kämpfen, wie suizidale Gedanken, Antriebslosigkeit, unerträgliche Langweile bei gleichzeitiger Unfähigkeit mich selbst zu beschäftigen, alle Schattierungen von Angstzuständen, Kopfschmerzen, der Symptome sind viele.

In meiner, persönlichen Grundeinstellung bin ich dankbar, dass viele, gesundheitliche Einschränkungen bereits wieder der Vergangenheit angehören. Trotzdem ist das Nicht-Durchschlafen-können lästig. Blog sei Dank kann ich mich frühmorgens still und ruhig beschäftigen, aber ich halte eine verkürzte Nachtruhe auf die Dauer körperlich nicht aus. Eine Möglichkeit ist, während des Tages zu schlafen. Diese Kunst will gelernt sein: Wenn ich tief schlafe, zwei bis drei Stunden, hat das Auswirkungen auf die folgende Nacht. Wenn ich, wie vom Arzt empfohlen, den Wecker auf ein bis 1 1/2 Stunden stelle, bin ich so nervös, dass ich nicht einschlafen kann.

Letzten Sonntag hat mir mein Körper gezeigt, dass er die Fähigkeit zum Leichtschlaf hätte und die darauf folgende Nacht liess keine Wünsche offen. Das kam so: Es war Regenwetter, ich beschäftigte mich zu meiner Zufriedenheit, aber irgendwann war ich müde. Ich schaute fern, wozu ich immer in einem Stuhl sitze. Während des Films schlief ich ein und erwachte vor dem Filmende wieder. Das war sicher die eine gute Voraussetzung.

Die andere ist der Trick vom Essen: Gewisse Medikamente regen den Appetit an. Meins auch. Das wissend, gebe ich von Anfang an Gegensteuer und esse kleine Portionen. In den ersten Wochen hatte ich keinen Hunger. Jetzt könnte ich essen bis zum Platzen. Da ich das nicht tue, habe ich ständig Hunger.  Vor Jahrzehnten habe ich durch Erfahrung gelernt, dass mein Körper für einen durchgehenden Schlaf genügend Kohlenhydrate braucht, sonst wache ich hungrig auf. Manchmal kann ich den Schlaf wieder finden, indem ich etwas esse. Am Sonntagabend muss ich zum Durchschlafen genug gegessen haben und fürs Halten des Gewichts hoffentlich nicht zu viel.
Natürlich könnte das Durchschlafproblem mit einem Medikament gelöst werden. Dazu habe ich momentan keine Lust: Mein Leben läuft was die Aussenreize betrifft, ruhig und geordnet ab, ich habe Tätigkeiten, die mir Spass machen, vielleicht brauche ich einfach noch etwas Zeit, bis das Durchschlafen sich wieder einpendelt, zumal ich eine Behandlung mit einem Benzodiazepin beendet habe. – Ich kriege manchmal das vom Leben, was ich mir wünsche, manchmal muss oder will ich gewisse Kompromisse  eingehen.

Als Medikamentengruppe kommen für Schlafprobleme Benzodiazepine in Frage, die schnell abhängig machen oder Antidepressiva in niedriger Dosierung. Die aus meiner Sicht vom Leben bevorzugteren Menschen schlafen bestens mit Hilfe von Orangenblütentee, einem Valverdepräparat, einer warmen Milch oder einem Einschlafritual. Leider gehöre ich nicht zu denen. Aber irgendwie werde ich meinen Weg finden.
Zum Schluss einige Worte, warum ich solche Dinge aufschreibe: Sie gehören dazu. In vielen Büchern über Depressonen stellen sich die selbst betroffenen AutorInnen so dar, als hätten sie die Schwierigkeiten ein für allemal überwunden. Das bringt mir nichts: Ich gehöre zum Fussvolk und nicht zu den Helden.

Dann gibt es die Fachexperten: In den Talkshows taucht in der Schweiz des öftern eine Fachperson auf, die auch Bücher geschrieben hat. Ich verlinke sie bewusst nicht, weil ihre Statements mir nicht helfen: Ich jedenfalls fühle mich nicht ernst genommen.

Um gleich bei den Talkshows zu bleiben: Es gibt auch Diskussionsthemen, die ich im Zusammenhang mit depressiven Menschen als unangemessen empfinde: Das Wort „Freitod“ suggeriert, dass ein Mensch frei war, eine Entscheidung zu treffen. Das Endstadium eines Krebses führt zum Tod, eine schwere Depression kann zum Tod führen, weil der Leidensdruck nicht mehr auszuhalten ist. Bitte Leiden und nicht Freiheit. Während wir es beim Krebs akzeptieren, dass Körperzellen sich so verändern, dass Menschen daran sterben, akzeptieren wir als Gesellschaft nicht, dass Botenstoffe, körperliche Veränderungen, Gene, was auch immer die Hirnforschung herausfinden wird, zum Tod von Menschen führen kann. Damit zusammen hängt die Unfähigkeit vorauszusehen, welche Patienten an einer Depression sterben und welche knapp überleben.

Ebenso unangemessen finde ich die ethische, oft eher moralisierende Diskussion, was ein Mensch, der Suizid gemacht hat, seinen Hinterbliebenen antut. So können nur Menschen denken, die nicht wahrhaben wollen oder können, dass eine depressive Erkrankung zum Tod führen kann, wie z.B. eine Krebserkrankung. Während ein schwer kranker Krebspatient in einer Fernsehshow auftreten kann, können wir keinen Menschen befragen, der Suizid gemacht hat, warum, woher und wohin des Weges. Aber beide Seiten sollten eigentlich berichten können, sonst wird es eine einseitige Sache und als solche empfinde ich sie oft: Als Beispiel ein Link zu einer Clubsendung, in der Christine Meyer bereits in der Einleitung „Freitod“ und „Suizid“ als Begriffe gleichsetzt. Für mich ist diese Gleichsetzung unverständlich und befremdend.. Selbst wenn zwei, psychisch kranke Personen, mit der Hilfe einer Sterbehilforganisation, ihr Leben beendet haben.

Jetzt bin ich etwas vom Thema abgeschweift. Das kommt vor.