Musizieren

Musizieren gilt als neurologisch wertvoll. Das hat mit der Beschaffenheit des menschlichen Gehirns zu tun, auf dessen Details ich hier nicht näher eingehen will.

Vor einigen Jahren habe ich mit dem Trompetenspiel angefangen, weil mir das Instument in seiner Klangfarbe gefällt und meinem Bewegungsmöglichkeiten entgegenkommt. Die rechte, meine gute Hand ist gefordert, die Lippen kann ich soweit bewegen, dass es zur Tonbildung entsprechend dem Lernstadium reicht. Die Stützaufgabe der linken Hand kann behelfsmässig ersetzt werden durch eine Gürtel- Stabkonstruktion stehenderweise oder sitzenderweise nur den Stab. Natürlich ist dabei die allgemeine Beweglichkeit stark eingeschränkt und für das Konzert der Altstadtmusikanten habe ich letzten Samstag ein Kornett benutzt. Das Gewicht ist wesentlich leichter und das kann ich links stemmen. Ich habe ausschliesslich sitzend gespielt, was meine Aufmerksamkeit enorm erleichtert hat, weil ich mich nicht auf mein Stehen konzentrieren musste und das in einem mir fremden Saal, mit der modernsten Technik, einem Mikrofon an meinem Schallbecher, welches ich anklemmen und wegnehmen musste aus organisatorischen Gründen. – Wie ich Neubewegungen im letzten Moment hasse! Am Donnerstag, in der letzten Probe der Band wurde ich erstmalig mit solch einem Mikrofon konfrontiert, dessen Klemmvorrichtung leider, leider nicht der entsprach, die am Konzert gebraucht wurde.

Das Konzert unserer Band war ein voller Erfolg. Im Publikum sass ein Abteilungsleiter der organisierenden, renomierten Musikschule. Da ich versprochen hatte, zwei behandelnden Ärzten ein Mail zu senden, erkundigte ich mich bei diesem Abteilungsleiter, was ich nun schreiben solle, wie mein Auftritt gewesen sei. Resultat: Ich kann mit meine Trompete Gefühle ausdrücken und meine Präsenz in jedem Ton zieht ein Publikum in Bann. Wie freue ich mich!

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