Alte Posts

Weil mein Blog in juristischer und hoffentlich journalistischer Prüfung steht, lese ich gelegentlich in meinen ersten Posts von 2012.

Es lohnt sich für jedeN darin zu lesen. Die Posts sind zeitlos, engagiert und haben in all den Jahren ihre Aktualität nicht verloren, so alte Links prüfe ich nicht mehr auf ihre Gültigkeit, einEn SekretärIn habe ich bekanntlich nicht.

Irgendwann, wenn ich in den psychedelisch-psychologischen Jahren angelangt sein werde, werde ich Posts massivstens löschen: Ich war mindestens 18 Monate lang Spielball von zwei Psychologinnen. Vierbuchstabenwörter noch und nöcher. Ich könnte mich an meinen Haaren post festum reissen, dass ich sowas so lange zugelassen habe. Meine Gesundheit war in dieser Zeit unterirdisch. Trotz falschen Belehrungen, im Selbstverständnis fachlich kompetent, objektiv genau das Gegenteil, weil falsche Ausbildung, habe ich diesen Blogmist und den ganzen medizinischen Bocksmist überlebt. Soll mich niemand fragen, wie. Tatsache ist, dass es mich noch gibt.

Also, wer schmöckern und stöbern will, sei herzlich eingeladen, es lohnt sich. Hoffentlich viel Spass dabei.

Glücklich bis ans Ende ihrer Tage

„Schön“ ist ein Allerweltswort. Genau solche Worte, die jeder zu verstehen glaubt, führen zu Missverständnissen.

Eine schöne Frau, ein schönes Haus, die Aussicht ist schön; schön bezieht sich auf einen optischen Eindruck.

Akustische Beispiele lassen sich ebenso finden.

Wann ist eine Geschichte „schön“? Sie kann gut recherchiert sein und ist deshalb schön, weil sie detailreich und interessant ist. Sie kann formal schön sein, der Stil und die Wortwahl transportieren den Inhalt genial. Sie kann schön gruselig sein und mit der Decke über den Kopf gezogen, schläft es sich besonders gemütlich. Sie kann so spannend sein, dass am Schluss der Leserin ein erlösender Seufzer entweicht: „Diese Geschichte ist so schön.“ Oder eine Geschichte ist erst dann schön, wenn der Leser gut einschlafen kann, weil die Beziehungen zwischen den Menschen in der Geschichte so wohlig sind, wie in den guten, alten Märchen, wo jeweils steht: „Sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage und wenn sie nicht gestorben sind, so leben sie noch heute.“

Wenn ich eine „schöne“ Geschichte schreiben wollte, dann müsste sie im letztgenannten Sinn schön sein. Möglichst paradiesische Zustände auf Erden finde ich erstrebenswert. Weil die Gedanken der Menschen prägen ihre Denkmuster. Das weiss man aus der Neurologie. Ob sich ein Mensch vorstellt, er esse ein Eis oder er isst es tatsächlich, die ausgeschütteten Belohnungshormone im Hirn sind gleich. Die Wiederholung eines Denkmusters im Hirn prägt es tiefer ein und bei Gelegenheit wird das bekannteste Denkmuster als erstes in die Tat umgesetzt. Wenn wir sagen: „Übung macht den Meister“, meinen wir genau das. Wir trainieren unser Hirn bis es, wie von selbst, die gewünschte Leistung erbringt, weil sich der Ablauf so gut eingeprägt hat.

Also ist daraus zu schliessen, dass, wenn ein Mensch in seinen Gedanken die Harmonie, den Ausgleich und den Frieden sucht, er diese Eigenschaft auch eher in die Tat umsetzen kann, als ein Mensch, der sich nicht einmal in den Gedanken damit befasst. Das heisst nun nicht, dass wir so menschliche Engel züchten können, aber es heisst, dass es Sinn macht, sich zu überlegen, mit welchen schönen Gedanken wir unser Hirn füttern. Es gibt zweifelsohne auch andere Einflüsse, die wirken und nicht zu unterschätzen sind. Aber schöne Gedanken, wenn es möglich ist und ein Mensch nicht gerade in einer Depression steckt helfen allemal.

„Glücklich bis ans Ende ihrer Tage“ wurde lange Zeit und wird noch heute von vielen in die Welt der Märchen verbannt und deshalb als überholt angeschaut. Mir sind Märchen Kostbarkeiten und Utopien, die Massstab für mein Leben sind. Es verwundert mich nicht, dass das Wort „schön“ für mich zuerst diesen Inhalt bedeutet. Bevor ich gross überlege, wende ich den Massstab an, den ich aus den Märchenerzählungen mitgenommen habe: „Sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage und wenn sie nicht gestorben sind, so leben sie noch heute.“