Endlich so weit

Nächsten Freitagnachmittag kann ich mit einem Sozialarbeiter die Arbeit erledigen, die seit 9 resp. 15 Jahren ansteht. Ich gebe einen Teil der Verantwortung ab an meine beiden längst erwachsenen Kinder, die sich einen Deut für mich interessieren, deren Taufgeschenke ich bis zu nächstem Freitag in meinem Banktresorfach gehütet und aufbewahrt habe. Insbesondere ein voluminöses Vorlegebesteck macht, dass ich eine grössere Tresorfachgrösse anmieten muss. Goldvreneli, ein klassisches CH-Taufgeschenk sind sehr platzsparend. Es hat davon drei Sorten: Meine eigenen Taufgeschenke, die von Tochter Nummer eins und völlig systemwidrig, die höhere Anzahl für Tochter Nummer zwei, die in eine finanziell weniger rosige Lage geboren wurde.

Nun, die Taufe damals war für meinen Ehemann Nummer 2 ein aussergewöhnliches Ereignis, weil er bei der Geburt seines dritten Kindes über 50 Jahre alt war. Ich hatte nach meinem ersten Kind und dem Narkosefehler bei dessen Geburt ursprünglich ein absolutes Gebärverbot gefasst. Diese Diagnose stimmte nicht mit meinem Eigengefühl überein und so liess ich eine Zweitdiagnose erstellen, fand einen genialen Frauenarzt, der bereit war, eine zweite Schwangerschaft zu begleiten und das dann herrvorragend tat, als es soweit war.

Insofern war die Geburt meiner zweiten Tochter besonders und daher fielen ihre Taufgeschenke höher aus, als bei Kind Nummer eins, das eigentlich mit dem goldenen Löffelchen im Mündchen geboren wurde, aber weniger Taufgeschenke erhielt: Bei reichen Menschen lernt frau sparen. – Das ist nicht nur ein Bonmot, sondern genauso habe ich es realiter x-mal erlebt und erfahren.

Kindsväter!

Mit zwei Kindern habe ich zwei Kindsväter, zwei Ehen, die beide gescheitert sind, nicht gleich gescheitert, überhaupt nicht gleich, aber das Ende war früher oder später erreicht.

Aus diesem oder jenem Grund habe ich beide in diesem Jahr gesprochen. Das hat in Bezug auf den ersten Seltenheitswert. Er und ich passen nicht zusammen, überhaupt nicht. Weil seine bzw. meine erste Tochter mich behandlt wie ein A…… (= CH Schimpfwort) habe ich mich an ihn gewandt, weil ich eine Arbeit, die in dem Fall seit fast 15 Jahren ansteht, x-mal von mir mit höflicher Bitte um Erledigung vorgebracht wurde, nun endlich erledigt haben will, weil eine Veränderung für mich ansteht. Nur ich für mich will diese Veränderung ohne die Verantwortung für beide erwachsenen Kinder, die noch immer drin hängen,  weiterzuschleppen, was mir lästig fällt.

Also, heute kurz vor 21 Uhr Tel. mit entsprechendem Auftrag an den Kindsvater.

Jetzt sitze ich da, schlottere und kann nicht einschlafen. Wie bringe ich mich ohne Chemie zur Ruhe? Kann ich es mir gesundheitlich erlauben, unregelmässig, evtl. zu kurz zu schlafen? Hätte ich eine Badewanne, nähme ich ein Entspannungsbad. So wie ich lebe, kann ich die Heizdecke einsetzen. Wärme schläfert mich oft ein. Hier ist es klimatisch warm geworden, aber nicht so warm, dass ich schlafen kann.

Kälte ist für meinereins ein Problem: Erhöhte Spastizität.

Kindsväter sind auch nur Menschen und da mir bekannt, weiss ich ihre Grenzen zum Voraus. Ich kann sie prophezeien. Kindsvater Nummer eins ist darüber heute Abend verblüfft. Ich frage mich, was Männer in einer Ehe lernen, offenbar nicht, wie ihre Frauen sind.

Alte Posts

Weil mein Blog in juristischer und hoffentlich journalistischer Prüfung steht, lese ich gelegentlich in meinen ersten Posts von 2012.

Es lohnt sich für jedeN darin zu lesen. Die Posts sind zeitlos, engagiert und haben in all den Jahren ihre Aktualität nicht verloren, so alte Links prüfe ich nicht mehr auf ihre Gültigkeit, einEn SekretärIn habe ich bekanntlich nicht.

Irgendwann, wenn ich in den psychedelisch-psychologischen Jahren angelangt sein werde, werde ich Posts massivstens löschen: Ich war mindestens 18 Monate lang Spielball von zwei Psychologinnen. Vierbuchstabenwörter noch und nöcher. Ich könnte mich an meinen Haaren post festum reissen, dass ich sowas so lange zugelassen habe. Meine Gesundheit war in dieser Zeit unterirdisch. Trotz falschen Belehrungen, im Selbstverständnis fachlich kompetent, objektiv genau das Gegenteil, weil falsche Ausbildung, habe ich diesen Blogmist und den ganzen medizinischen Bocksmist überlebt. Soll mich niemand fragen, wie. Tatsache ist, dass es mich noch gibt.

Also, wer schmöckern und stöbern will, sei herzlich eingeladen, es lohnt sich. Hoffentlich viel Spass dabei.

Spix findet….

… ich solle ihr gefälligst Futter und Wasser vor meinen Block tragen. Da hat sie ein kleines, kuschliges Versteck entdeckt. Darin liegt sie, jedesmal, wenn ich sie hole. Spix, alt und gebrechlich wie sie ist – 8-tung Ironie, Spix ist eine Jungkatze – mag sie nicht in den Block laufen, Lift fahren und dann ab in unsere Wohnung düsen, um zu gucken, ob alles schön ordentlich ist und dann erst zu fressen.

Nein, so hat sie sich ihr Leben nicht vorgestellt. Sie wollte lange Frischluft nicht schnuppern, aber jetzt, jetzt hat sie ihre Freiheit erprobt und will sie nicht mehr hergeben.

Irgendwann später, werde ich einen dritten Versuch starten, meine Rotzkatze einzufangen. Immer in den höchsten Tönen zwitschernd und guten Mut zusprechend. Den Hals dreh ich ihr dann in meiner Wohnung um, da sieht es keineR. – 8-tung Übertreibung, ich liebe meine Spix innig.

Mein Kinderzimmer…

…. kam heute zur Sprache in meiner Traumatherapie.

Ich bin alles andere als frisch, Schalfmanko seit Wochen, heute wach seit 3 Uhr morgens. Traumatisiert sein ist kein Ferienjob.

Seit ich 10 Jahre alt war, hatte ich mein winziges Kinderzimmer. Länge: Bettlänge und zwei Schranktüren, Schrank halb eingebaut, dann Zimmertüre. Vis a vis der Zimmertüre Kinderpult, dann Fenster,  Stoffsessel, Nachttischen und Stehlampe. Soll ich es nochmals erklären? Nein, das war es schon. Vermutlich um die Winzigkeit in den Augen meiner Eltern aufzupeppen, war überall diese grässliche Blumenbouquettapete. Ein Sujet würde ich auf 80 cm schätzen. Blumen an der Wand, über dem Bett als Baldachin, die Bettdecke samt Duvetrolle, der Stoffsessel, kurz diese grässlichen Blumen hatten kein Ende. Einziger Lichtblick: Der Boden, der war grün, Spannteppich.

Als Mensch mit Reizüberflutung konnte ich in dem Zimmer nicht wirklich schlafen, wen wunderts. Das kam heute in der Therapie an den Tag. 10 Jahre lang war ich dem ausgesetzt, musste mich für mein „schönes“ Zimmer bedanken und litt unendlich.

Wenn ich heute meine Wohnung einrichte,  setze ich genau die optischen Reize, die ich will. Weisse Wände absolut kein Problem, warum auch? Ich habe hübsche Teppiche. Über meinen Gebetsteppich müssen wir uns gelegentlich unterhalten.

3 von 1000

3 von 1000 Babies trifft meine Art der Behinderung. Eine geringe Zahl, eine medizinisch so geringe Zahl, dass wir medizinisch völlig uninteressant sind, einige wenige DinosaurierInnen in unserer modernen Welt. Abzuziehen sind nämlich sämtliche RollifahrerInnen und die geistig Behinderten. RollifahrerInnen sind auch Menschen mit anderen Behinderungen, Para- und TetraplegikerInnen, PoliopatientInnen, MS…… damit haben sie eine vergleichsweise starke Lobby und profitieren davon. Geistig behindert sind oft Menschen mit Down Syndrom und anderen Behinderungen. Auch hier segeln CPs im Windschatten.

Und irgendeine kleinste Restmenge ist so wie ich Fussgängerin und HochschulabsolventIn. – Geht doch einfach zum Teufel ihr ewigen RebellInnen. Es gibt Tabus in dieser Gesellschaft, merkt euch das!

In memoriam….

Mein Vater war ca. 41 Jahre alt, als er sein Todesurteil fasste, im Jahr 1968.

Ich habe gelebt. Im Jahr 1988 wusste ich, dass mein Vater Leukämie habe. Fast 20 Jahre lang wusste ich davon nichts. Als ich endlich ins „Familiengeheimnis“ eingeweiht wurde, war ich nur ärgerlich: Meine beiden Schwestern wussten schon lange davon! Die Familiengeschichte bis zu seinem Begräbnis war nur ärgerlich und für mich verletzend. Deshalb schliesse ich diesen Gedankengang.

Irgendeinmal war ich selbst 40, dann 45 Jahre alt und ich fragte mich: Wie würde ich funktionieren und leben können, wenn ich wie mein Vater  mit einem klaren Todesurteil leben müsste? Hat er das einfach weggesteckt? Hat er sich klammheimlich Hilfe geholt? Religiös war er nicht. Ganz kurz vor seinem Ableben fragte er mich nach dem Wortlaut des „Unser Vaters“, den ich ihm bereitwilligstens vorbetete.

Er war ein grossartiger Mensch. Er prägte die Bernburgerpolitik seiner Zeit. Er wäre Burgerratspräsident geworden. Aus Pflichtgefühl lehnte er ab, immer seinen baldigen Tod vor Augen. In der lokalen Presse füllten seine Todesanzeigen fast eine ganze Seite: In der Leitung vieler Sozialwerke hatte er zu seiner Lebzeit gewirkt. Mein soziales Engagement habe ich nicht gestohlen, das kommt von ihm.

Er strahlte eine grosse Ruhe aus, weil er über den Nichtigkeiten stand und in sich selbst verwurzelt war. Ich liebte ihn viel mehr als meine Mutter. Er war ein liebenswürdiger Mensch, weitum bekannt, geschätzt,  respektiert und geachtet. Oft in meinem Leben hätte ich seine Hilfe brauchen können.

Leider habe ich sie kaum je bekommen, weil er innerhalb der Familie das Gezänk mit meiner Mutter schoch. Als er sich ernsthaft überlegte, sich scheiden zu lassen, tat er es wohl um uns Kinder willen nicht. Meine Mutter machte uns allen das Leben zur …… na ihr wisst schon.

Kurz bevor seine Stunde kam, telefonierte ich mit ihm, am Abend vorher. Das hat mich lange Zeit getröstet, dass ich wohl die Letzte der Familie war, die mit ihm sprach. Darüber habe ich in meiner Familie NIE gesprochen.

Seine Beerdigung war standesgemäss im Münster. Manchmal frage ich mich, ob es wohl ein Jenseits gibt und er mich jetzt vollumfänglich lieben kann?

Jammerine

Ganz typisch, wenn Menschen mit unsichtbaren Behinderungen versuchen aufzuklären, kommt unweigerlich der Satz, jeder habe sein Päckchen zu tragen? Hallo? Eine Behinderung ist immer zusätzlich. Wenn ich z.B. ein COPD bekommen würde, dann zusätzlich zu allem andern und NIE anstatt. Am meisten Angst bei der Raucherei habe ich vor einem Hirnschlag. Dessen mögliche Varianten sind mir nur allzu bewusst und die Rehabilitation lang und zäh und NIE vollständig. Klar kann jmd. vielleich wieder Auto fahren etc. Aber es kostet ihn oder sie immer mehr Kraft. Bei einer Akuterkrankung, irgendeinem Krebs unterliegt mein behinderter Körper denselben Gesetzen, wie alle andern. Der Unterschied, gegenwärtig wäre mein Körper von Anfang an geschwächt, weil er mangelernährt ist, obwohl ich für meine Verhältnisse dick bin.

Da jammern sie das ganze Forum rauf und runter und der liebe Gott hat sie wohl vor Schlimmerem bewahrt. Wer raucht, weiss seit Jahrzehnten, was er seinem Körper antut.

Unvergessen, als mein Vater von einer Sekunde auf die andere mit dem Rauchen aufhörte. Er hatte damals erfahren, dass er Leukämie hatte. Seine Kinder waren 12, 10 und 4 Jahre alt. Was er damals vermutlich nicht wissen konnte, dass ihm 20 Jahre todkrankes Leben verbleiben würde. Er starb im Januar 1989, 61 Jahre alt.

Hofnarr halten

Früher, als die Welt noch besser war,……………….ähm war sie nicht………hielten die Könige sich Hofnarren. Die Erkenntnis dahinter war, wenn es nicht nur um grausame Quälerei ging, dass die Höflinge dem König nur schmeichelten und der König deshalb dringend jemand brauchte, der ihn auf den Boden der Realität holte, ihn mit Witz und allem Anstand kritisierte.

Die Gesellschaft, in die ich geboren wurde, fühlt sich als was besseres, weil sie die politische Verantwortung für das Alte Bern hatte und dessen Geschicke leitete. – Ich weiss bis heute nicht, warum das kleine wieort-Wesen dieser Doktrin nicht folgte. Ich wurde gedrillt mit allem, was frau nicht wünscht. Ziel: reiche Heirat und für Frauen dann die Führung des Haushalts und die Aufgabe dem Ehemann den Rücken freizuhalten.

In unserer Haushalung hiess das, dass wir jeweils alle gebadet und geduscht am Esstisch sassen und auf meinen Vater warteten. Er kam stets durch die Tür und ging rasch die Hände waschen. Sass er am Tisch begannen die interessanten Gespräche. – So wollte ich sein, so wie mein Vater, meine Mutter war mir nie Vorbild.

Ich erwählte einen Beruf, in dem alle Höflinge nur schmeicheln. Ich hatte Pfarrer gesehen, die sich selbst schmeichelten, weil sie auf die Schmeicheleien ihrer Gemeinden hereinfielen. So selbstverliebt wollte ich auf keinen Fall werden.

Mein Hofnarr während vielen Jahren meiner Amtszeit waren die 12-Schritte-Gruppen. In ihrem Kreis konnte ich mich selbstreflektieren, in aller Ruhe und genau in dem Tempo, das meins war. Noch heute denke ich dankbar an sie zurück.

Durchbruch?

Auf Info-rauchfrei habe ich wohl endlich den Durchbruch geschafft. Eine Rauchfreilotsin hat im Faden: Treffpunkt für alle    gepostet. Sehr gut, ein Post, das für allg. Toleranz wirbt. Vermutlich mit Admin. Nicks wird nun laufend geguckt, dass mein Nick Elexier nicht zur Sau gemacht wird.

Ich melde mich dort nicht. Aus gutem Grund hat Jesus bei seiner Kreuzigung geschwiegen. Wie Jesus schweige ich oft, wenn die Selbstgerechten über mich herziehen. Ganz gleich ob Laien oder Fachpersonen.

Die Tage denke ich oft, dass die einfachen Leute, die über meinen Nick herziehen, genau die einfachen Leute haben mir als Pfarrerin hofiert. Ich habe sämtliche Wiederwahlen gewonnen, was nicht alle PfarrerInnen von sich behaupten können. In der CH werde ich als Pfarrerin ins Amt gewählt. Nach einigen Jahren werde ich wiedergewählt oder ich bekomme das Consilium abeundi oder noch schlimmer, ich werde nicht wiedergewählt.

Zu meiner Zeit waren Amt und Wohnsitz eins. Heute wohnen PfarrerInnen auch privat. Aber damals hiess eine Nichtwiederwahl, dass die Pfarrfamile aus dem Pfarrhaus weg musste, Schulwechsel für Kinder inklusive. Keine abgewählte Pfarrerin wäre im Dorf geblieben, sozial völlig undenkbar.